Stromgröße

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Eine Stromgröße, Flussgröße oder Bewegungsgröße bezeichnet eine zeitraumbezogene Größe in wirtschaftlichen Berichtssystemen. Der Begriff steht im Gegensatz zu dem Begriff Bestandsgröße, der eine zeitpunktbezogene Größe bezeichnet.

Stromgrößen sind für Veränderungen von zugehörigen Bestandsgrößen über die Zeit verantwortlich, wobei nicht jeder Stromgröße in sinnvoller Weise eine Bestandsgröße zugeordnet werden kann. Ein Maß für Stromgrößen ist die Rate bzw. die Zählung der einzelnen Ereignisse.[1] Stromgrößen können durch Summation sinnvoll zeitlich aggregiert, also verdichtet werden. Beispielsweise addieren sich die Tagesumsätze zum Monatsumsatz. Für Stromgrößen wird demzufolge die Summation als Aggregationsfunktion verwendet.

Im engeren Sinne bezogen auf Geld sind Stromgrößen Zahlungsvorgänge innerhalb einer bestimmten Periode, die mit Bestandsgrößen wie Kapital und Vermögen bewertet werden.

Die bedeutendste ökonomische Stromgröße ist vermutlich das BIP. Hier wird ermittelt wie viel Geld während einer bestimmten Periode durch den Wirtschaftskreislauf fließt. Hier wird meist das BIP pro Jahr ermittelt.

Für die Darstellung der Entwicklung einer Stromgröße eignet sich ein Säulendiagramm. Im Gegensatz dazu wird eine Bestandsgröße ideal durch ein Liniendiagramm wiedergegeben.

Beispiele aus Betriebs- und Volkswirtschaft[Bearbeiten]

  • Das Einkommen ist eine Stromgröße, da es sich stets auf einen Zeitraum bezieht. Eine Angabe wie "Sein Einkommen beträgt € 1000" ist nur zu verstehen, wenn zusätzlich angegeben wird, für welchen Zeitraum es bezahlt wird. Ist es ein Wochenlohn, der Monatsverdienst oder das Jahreseinkommen?
    Dem Einkommen, soweit es gespart wird, entspricht als Bestandsgröße das Vermögen. Letzteres wird zu einem Stichtag angegeben, ist also zeitpunktbezogen. Das gesparte Einkommen ist eine der Stromgrößen, die Veränderungen der Bestandsgröße "Vermögen" über die Zeit hinweg verursachen. Der Teil des Einkommens, welcher der Finanzierung des Konsums dient, geht dagegen nicht in das Vermögen ein.
  • Umsatz und Kosten sind betriebswirtschaftliche Stromgrößen.
  • Die Zahl der Beschäftigten ist eine Bestandsgröße, die Zahl der Zugänge in die Beschäftigung eine Stromgröße.
  • Der Kapitalstock ist eine Bestandsgröße; seine Veränderung im Zeitablauf wird durch die Stromgrößen Investitionen und Abschreibungen verursacht.
  • Die Bevölkerungszahl ist eine Bestandsgröße. Ihre Veränderung entsteht durch die Stromgrößen Zahl der Geburten, Zahl der Sterbefälle, Zahl der Zuwanderungen, Zahl der Abwanderungen.

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  1. siehe auch Definition gemäß Glossar von SAP (ERP-Systemlieferant)
  1. Dieter Brümmerhoff: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, 8. Auflage
  2. N. Gregory Mankiw: Makroökonomik, 5. Auflage, Stuttgart 2003, S. 23