Integralkurve
Eine Integralkurve bezeichnet in der Mathematik eine auf einer differenzierbaren Mannigfaltigkeit definierten Kurve, die in enger Beziehung zu einem gegebenen glatten Vektorfeld auf dieser Mannigfaltigkeit steht. So stellen beispielsweise elektrische Feldlinien Integralkurven des zugehörigen elektrischen Vektorfeldes dar. Anschaulich bewegt sich ein kleiner Styroporball im Idealfall auf Integralkurven des Vektorfeldes, das etwa von der Strömung eines Flusses vorgegeben wird.
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[Bearbeiten] Definition
Sei
ein glattes Vektorfeld auf einer Mannigfaltigkeit
der Dimension
und
ein beliebiger Punkt. Dann heißt eine glatte Kurve
auf einem offenen Intervall
mit
Integralkurve von
durch
, wenn
Oder mit anderen Worten: Der Tangentialvektor von
ist an jeder Stelle identisch mit dem durch
gegebenen Vektor an dieser Stelle.
[Bearbeiten] Existenz
In lokalen Koordinaten reduziert sich das Problem auf ein System gewöhnlicher Differentialgleichungen:
wobei
und die
glatte Funktionen auf
sind. Zusammen mit der Randbedingung
handelt es sich also um ein klassisches Anfangswertproblem und der Satz von Picard-Lindelöf garantiert somit eine eindeutige Lösung in einer Umgebung von
. Da man Lösungen von Differentialgleichungen auch oft 'Integrale' nennt, liegt hier der Begriff 'Integralkurve' nahe.
[Bearbeiten] Weiteres
Unter der Annahme, dass die Integralkurve
mit
für alle
definiert ist, kann man den Fluss von
definieren durch
Es gilt dann
.
[Bearbeiten] Literatur
- John M. Lee: Introduction to Smooth Manifolds. (= Graduate Texts in Mathematics 218). Springer Verlag, New York NY u. a. 2002, ISBN 0-387-95448-1.



