Fluterschen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Fluterschen
Fluterschen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Fluterschen hervorgehoben
50.666587.6266270Koordinaten: 50° 40′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)
Verbandsgemeinde: Altenkirchen (Westerwald)
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 3,37 km²
Einwohner: 663 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57614
Vorwahl: 02681
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 033
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 13
57610 Altenkirchen
Webpräsenz: www.fluterschen.de
Ortsbürgermeister: Ralf Lichtenthäler
Lage der Ortsgemeinde Fluterschen im Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
Friesenhagen Harbach (Landkreis Altenkirchen) Niederfischbach Mudersbach Brachbach Kirchen (Sieg) Herdorf Daaden Emmerzhausen Mauden Derschen Nisterberg Friedewald (Westerwald) Weitefeld Niederdreisbach Schutzbach Grünebach Alsdorf (Westerwald) Betzdorf Scheuerfeld Wallmenroth Willroth Krunkel Horhausen (Westerwald) Pleckhausen Güllesheim Obersteinebach Niedersteinebach Bürdenbach Eulenberg (Westerwald) Peterslahr Rott (Westerwald) Burglahr Oberlahr Eichen (Westerwald) Seifen (Westerwald) Seelbach (Westerwald) Flammersfeld Kescheid Reiferscheid Berzhausen Obernau (Westerwald) Walterschen Schürdt Orfgen Ziegenhain (Westerwald) Giershausen Katzwinkel (Sieg) Birken-Honigsessen Wissen (Stadt) Hövels Mittelhof Nauroth Elkenroth Rosenheim (Landkreis Altenkirchen) Kausen Dickendorf Malberg (Westerwald) Steinebach/Sieg Fensdorf Gebhardshain Elben (Westerwald) Steineroth Molzhain Selbach (Sieg) Forst (bei Wissen, Sieg) Bitzen Etzbach Roth (Landkreis Altenkirchen) Bruchertseifen Fürthen Hamm (Sieg) Seelbach bei Hamm (Sieg) Breitscheidt Pracht Birkenbeul Niederirsen Kircheib Hirz-Maulsbach Fiersbach Mehren (Westerwald) Rettersen Ersfeld Hasselbach (Westerwald) Forstmehren Kraam Werkhausen Oberirsen Weyerbusch Hemmelzen Neitersen Birnbach Ölsen Schöneberg (Westerwald) Stürzelbach Fluterschen Oberwambach Berod bei Hachenburg Gieleroth Almersbach Altenkirchen (Westerwald) Michelbach (Westerwald) Ingelbach Sörth Mammelzen Eichelhardt Idelberg Isert Helmeroth Racksen Volkerzen Hilgenroth Obererbach (Westerwald) Bachenberg Busenhausen Heupelzen Wölmersen Kettenhausen Helmenzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Westerwaldkreis Landkreis NeuwiedKarte
Über dieses Bild

Fluterschen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Altenkirchen an.

Geographie[Bearbeiten]

Die Ortsgemeinde liegt auf 250 bis 300 m Höhe ca. 2,5 km südlich von Altenkirchen; Nachbarorte sind Almersbach im Norden, Oberwambach im Südosten und Schöneberg im Westen. Fluterschen ist von drei Seiten vom Staatsforst Altenkirchen umgeben.

Zu Fluterschen gehört der Wohnplatz Forsthaus Fluterschen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In saynischen Abgabenlisten wird der Ort 1568 als Flodersann erstmals urkundlich erwähnt.

Nach der im 17. Jahrhundert erfolgten Landesteilung der Grafschaft Sayn gehörte Fluterschen zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Innerhalb der Grafschaft zählte Fluterschen zum Kirchspiel Almersbach, das auch eine weltlichen Verwaltungseinheit darstellte und die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. 1787 wurden in Fluterschen 28 Haushaltungen gezählt. Sayn-Altenkirchen und auch Fluterschen kam 1791 im Erbgang unter preußische Herrschaft und wurde 1803 im Reichsdeputationshauptschluss dem Fürstentum Nassau-Usingen zugesprochen, das 1806 im Herzogtum Nassau aufging. Infolge der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Beschlüsse sowie aufgrund eines zwischen Nassau und Preußen abgeschlossenen Vertrages wurden die beiden vormals saynischen Grafschaften an das Königreich Preußen abgetreten.

Unter der preußischen Verwaltung gehörte Fluterschen zur Bürgermeisterei Altenkirchen im 1816 neu gebildeten gleichnamigen Landkreis im Regierungsbezirk Koblenz, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Infolge des durch die Nationalsozialisten propagierten Zentralismus des NS-Staates gab es in den 1930er-Jahren Planungen zur Zusammenlegung der Gemeinden Almersbach und Fluterschen, die aufgrund des beginnenden Zweiten Weltkrieges aber nicht zustande kam.

Anfang 2011 brachte die Aufdeckung eines Missbrauchsfalls Fluterschen bundesweit in die Schlagzeilen.[3] Der Täter wurde am 22. März 2011 vom Landgericht Koblenz zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das Urteil ist seit dem 30. September 2011 rechtskräftig, nachdem der Bundesgerichtshof die Revision des Angeklagten als unbegründet verworfen hatte.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Im Jahr 1582 wurden in Fluterschen 17 Räuche (= Häuser, Haushalte, Herde), 1787 schon 28 Haushalte gezählt.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Fluterschen seit der preußischen Zeit; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1815 132
1835 227
1871 341
1905 444
1939 468
1950 597
Jahr Einwohner
1961 572
1970 635
1987 646
1997 843
2005 742
2013 663

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Fluterschen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens der Ortsgemeinde Fluterschen lautet: „Unter goldenem Wellenschildhaupt mit einem blauen Pflug in rot ein blaubewehrter und -gezungter goldener Leopard mit doppeltem Schwanz über silbernem Wellenschildfuß mit einem waagerecht liegenden schwarzen Mühleisen.“[7]

Bedeutung: Der Name der Ortsgemeinde Fluterschen, der sich auf eine Siedlung am Gewässer beziehen läßt, wird in einem redenden Wappen versinnbildlicht. Durch Wellenschildhaupt und Wellenschildfuß lebt der Leopard symbolisch zwischen fließendem Gewässer, was den Ortsnamen im Wappen symbolisch darstellt. Der Leopard mit doppeltem Schwanz ist das Wappentier der Grafen von Sayn und stellt einen Bezug zur Grafschaft Sayn und zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen her, denen Fluterschen einst angehörte. Der Pflug im Wellenschildhaupt symbolisiert die Westerwälder Landwirtschaft und das Mühleisen im Wellenschildfuß spielt auf die ehemalige Ölmühle in Fluterschen an, die neben dem Mühlenhandwerk zusätzlich noch mal die Bedeutung der Landwirtschaft hervorhebt. Die Tingierung des Wappens bezieht sich auf die territoriale Zugehörigkeit der Ortsgemeinde Fluterschen seit der Gründung der Siedlung im Mittelalter. Der goldene Leopard auf rotem Grund steht für die Grafschaften Sayn und Sayn-Altenkirchen, der blaue Pflug auf goldenem Grund steht für Nassau und das schwarze Mühleisen auf silbernem Grund steht für Preußen, denen Fluterschen angehörte. Die blau-goldene Gestaltung im vornehmen Teil des Wappens nimmt darüber hinaus die Farben des örtlichen Fußballvereins auf und spielt auf das Vereinsleben und die Gemeinschaft in Fluterschen an.[8]

Vereine[Bearbeiten]

  • Der „MGV Concordia Fluterschen“ kann auf eine über 125-jährige Tradition zurückblicken.
  • Den „Frauenchor Concordia Fluterschen“ gibt es seit 1982.
  • Der Fußball-Verein SSV Almersbach-Fluterschen spielt in der Kreisliga C (Fußballverband Rheinland – Kreis Westerwald-Sieg).
  • Der Hobby-Fußball-Club FC Fluterschen 79 spielt nur Turniere und einige Freundschaftsspiele im Jahr.
  • Der Westerwaldverein, Zweigverein Fluterschen, gegründet 1932, pflegt die Wanderkultur durch Halbtages- und Ganztageswanderungen, jeweils einmal im Monat.
  • Verein für Heimat- und Brauchtumspflege Fluterschen. Zweck des Vereins ist die Heimat- und Landschaftspflege einschließlich des Umweltschutzes sowie die Pflege des alten Brauchtums.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel Schneider: Das Wappen der Ortsgemeinde Fluterschen – Entstehung und Bedeutung, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen (Westerwald), 58. Jahrgang, 2015, S. 41-45.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fluterschen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 7 (PDF; 2,3 MB)
  3. Missbrauchsfall Fluterschen 2011 bei Spiegel Online
  4. Pressemitteilung des BGH Bundesgerichtshof
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Vgl. Daniel Schneider: Das Wappen der Ortsgemeinde Fluterschen, S. 42.
  8. Vgl. Daniel Schneider: Das Wappen der Ortsgemeinde Fluterschen, S. 42-43.