Fluvioglaziales Sediment

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Die Geologie klassifiziert den Vorgang der Sedimentation nach den Kräften, die zu ihrer Entstehung führen. Eine Untergruppe der fluviatilen Sedimente sind die fluvioglazialen Sedimente. Sie verdanken ihre Bildung dem Zusammenwirken von Gletschern und ihrem Schmelzwasser: Das Eis schabt oder reißt Gesteinsteilchen aus dem Gletscherboden („rupfende Erosion“), anschließend transportiert das Schmelzwasser den Gesteinsschutt und die Gletschermilch hangabwärts und lagert ihn im Gletschervorland als ausgedehnte Sanderflächen ab. Manchmal trennen sie dadurch Toteisblöcke vom Rest des Gletschers ab, aus denen nach dem Schmelzen typische Mulden oder Bergseen werden.

Mengenmäßig am bedeutsamsten sind die in den Eiszeiten entstandenen Sedimente. Das Material ihrer Sander wurde später in die Haupttäler verfrachtet, wo es heute hunderte Meter tiefe Talfüllungen bilden kann (in den Ostalpen z.B. Inn- oder Drautal) und vereinzelt auch zu Flussterrassen erodiert wurde. Großteil glazifluvialen Ursprungs ist auch das Material der Schwemmkegel, die von wasserreichen Bächen in die Täler vorgeschoben wurden. Aus der Korngrößen der Geschiebe und Sande lassen sich die Klima- und Entstehungsphasen rekonstruieren.

Feinkörnige Bestandteile der fluvioglazialen Sedimente können später nochmals durch Wind verfrachtet werden, wodurch in der Eiszeit z.B. oft mächtige Schichten von Löss entstanden sind.

Von den fluvioglazialen sind die eigentlichen glazialen Sedimente zu unterscheiden, die vor allem in Form von Moränen auftreten (Seiten-, Mittel- und Endmoränen) und großteils aus Geschiebemergel bestehen; die vereinzelt zurückbleibenden Felsblöcke werden Findlinge genannt.

Literatur und Weblinks[Bearbeiten]