Fly (Album)

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Fly
Studioalbum von Yoko Ono
Veröffentlichung 12. März 1971
Label Apple Records, Rykodisc Records
Format LP, CD
Genre Avantgarde
Anzahl der Titel LP: 13/CD: 15
Laufzeit 94:52
Produktion John Lennon, Yoko Ono, Joe Jones
Chronologie
Yoko Ono/Plastic Ono Band Fly Some Time in New York City (mit John Lennon)

Fly ist das zweite Soloalbum von Yoko Ono. Es erschien 1971 bei Apple Records und wurde später bei Rykodisc Records als CD veröffentlicht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bereits bei ihrem vorhergehenden Album mit der Plastic Ono Band nutzte Ono Stilmittel der Pop- und Rockmusik, setzte dort aber auch noch Formen der musikalischen Avantgarde ein (so war dort ein gemeinsamer Auftritt mit Ornette Coleman in der Royal Albert Hall dokumentiert).[1] Auf der am 21. September 1971 erschienen Doppel-LP setzte sie konsequenter als auf dem vorangehenden Soloalbum auf die pop- und rockmusikalischen Möglichkeiten; dies wird als Versuch gewertet, sich die Popmusik „als Ausdrucksmedium zu erobern“.[2] Trotz des Projektcharakters der Plastic Ono Band bot das Zusammenspiel mit Musikern wie Klaus Voormann und Eric Clapton Ono die Möglichkeit, ihre Kompositionen mit einer Rockband einzuspielen. Sie orientierte sich zunehmend in ihrem Gesang nicht mehr an den Idealen der traditionellen japanischen Musik und des Free Jazz, sondern übernahm die spezifischen Mittel der Popmusik.[3] Zur Band gehören weiterhin Lennon, Jim Keltner sowie Jim Gordon (Perkussion), Bobby Keyes (Saxophon, Keyboard) und Chris Osborne (Dobro). Es entstand als eine Art „Zwillingsalbum“ zu Lennons Album Imagine.[4]

Musik des Albums[Bearbeiten]

Das Doppelalbum enthält eine Mischung unterschiedlichster Kompositionen, konventionelle Rocksongs ebenso wie experimentelle Kompositionen.[5] Auf den Seiten 3 und 4 war vor allem Filmmusik dokumentiert: „Airmale“ stammte aus Lennons Film Erection, das Titelstück des Albums aus dem gleichnamigen Film der Künstlerin. Weiterhin versammelt Ono auf dem Album Stücke, die bereits auf Single oder anderen Platten erschienen sind wie „Hirake“ oder „Don't Worry, Kyoko“. Aus dem Album werden zwei Singles ausgekoppelt, Mrs. Lennon/Midsummer New York (am 29. September 1971) und Mind Train/Listen the Snow is Falling (am 21. Januar 1972; der Song der B-Seite ist zwar bei den Aufnahmesessions zum Album entstanden, nicht aber auf dem Album enthalten).[4]

Titelliste[Bearbeiten]

  1. Midsummer New York – 3:51
  2. Mind Train – 16:52
  3. Mind Holes – 2:47
  4. Don't Worry, Kyoko (Mummy's Only Looking for Her Hand in the Snow) – 4:55
  5. Mrs. Lennon – 4:12
  6. Hirake – 3:31
  7. Toilet Piece/Unknown – 0:30
  8. O'Wind (Body Is the Scar of Your Mind) – 5:22
  9. Airmale – 10:43
  10. Don't Count the Waves – 5:24
  11. You – 8:59
  12. Fly – 22:52
  13. Telephone Piece – 0:37
  14. Between the Takes – 1:58 (CD Bonus-Track)
  15. Will You Touch Me – 2:45 (CD Bonus-Track)

Kritiken[Bearbeiten]

Gerade im Vergleich mit Lennons Imagine „konnte Onos Schallplatte nicht bestehen, zumal sie deutliche Schwächen aufwies.“ Wechselnde musikalische Einflüsse „blieben als Ideen im Raum stehen“, ohne das sich für den popmusikalischen Hörer eine Einheit ergab. Nach Ansicht ihrer Biographin Katrin Berndt schien es „Ono an einem durchgängigen Konzept gemangelt zu haben“. Auch wurden einige Stücke eher als Lückenfüller empfunden wie „Toilet Piece/Unknown“ (wo nur eine Toilettenspülung zu hören ist). Das interessanteste Stück des Albums ist „Midsummer New York“.[4] Dieses Stück bedient sich als Rock & Roll-Stück des genretypischen Vokabulars, das Ono ironisiert; es handelt sich „um eine furchterregende, aber bemerkenswert gelungene Mischung aus dem Rockabilly der fünfziger Jahre und Yokos stimmlichem Extremismus.“[6] Die Lyrik des Stücks betont Onos Unsicherheit gegenüber ihrer Umwelt.[4] Weitere gelungene Stücke sind nach Katrin Berndt „Hirake (Open Your Box)“ und „Mind Train“ mit interessanten Texten. In dem Stück „Fly“ versucht Ono mit stimmlichen Mitteln die Geräusche einer Fliege darzustellen: Ihre Stimme „surrt, swingt, jauchzt derart enthusiastisch, dass der Zuhörer nach wenigen Minuten völlig vergessen hat, dass er einer menschlichen Stimme Gehör schenkt.“[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Katrin Berndt Yoko Ono - In Her Own Write. Ihr musikalisches Schaffen und der Einfluß von John Lennon. Marburg 1999; ISBN 978-3-8288-8021-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Diskographie Ornette Coleman
  2. Katrin Berndt: Yoko Ono - In Her Own Write, S. 30
  3. Katrin Berndt: Yoko Ono - In Her Own Write, S. 22
  4. a b c d Katrin Berndt: Yoko Ono - In Her Own Write, S. 28
  5. Porträt Allmusic
  6. J. Cott/Ch. Doudna (Hg.): Die Ballade von John und Yoko. München 1984, S. 386
  7. Katrin Berndt: Yoko Ono - in Her Own Write, S. 29