Fnac

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Groupe FNAC S.A.
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN FR0011476928
Gründung 1954
Sitz Ivry-sur-Seine
Website http://www.groupe-fnac.com/
Logo der FNAC
Fnac in Porto, Portugal

Die Fnac (das Akronym stand zunächst für „Fédération nationale d'achats des cadres“, dann, nach Öffnung für die breite Öffentlichkeit, für „Fédération nationale d'achats“), ist eine Handelskette mit Sitz in Ivry-sur-Seine, Département Val-de-Marne, die sich auf den Vertrieb von Unterhaltungsprodukten (hauptsächlich Bücher, Tonträger und Unterhaltungselektronik) spezialisiert hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Sie wurde 1954 in Frankreich von André Essel und Max Théret gegründet. Beide waren militante Marxisten trotzkistischer Prägung. Théret war sogar Leibwächter Trotzkis.

Seit 1996 ist die Fnac Teil der französischen Unternehmensgruppe PPR. Diese wurde 1963 von François Pinault gegründet. 2004 lag der Umsatz der Fnac bei 4,139 Mrd. Euro. Im September 2006 versuchte PPR, Fnac für zwei Milliarden Euro wieder zu verkaufen.

Am 20. Juni 2013 wurde FNAC als "Groupe FNAC S.A." im Verhältnis 8:1 von PPR abgespalten (Spin-off). Für je 8 PPR-Aktien bekamen die Aktionäre 1 FNAC-Aktie. [1].

Überblick[Bearbeiten]

Fnac ist führend in Frankreich, Belgien, Spanien, Italien, Portugal und in Brasilien im Vertrieb von Unterhaltungs- und kulturnahen Produkten.

Die Fnac hat sich ihren Ruf insbesondere aufgrund der angebotenen Dienstleistungen geschaffen: Produkttests in den Laboratoires Tests, Fotoentwicklung, Reisebüro, Karten für Konzerte, Aufführungen und Events. Fnac ist Hauptsponsor des größten europäischen Comicfestivals in Angoulême, dem Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême.

Fnac im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Der in den frühen 1990er Jahren unternommene Versuch einer Expansion in den deutschen Markt scheiterte. Die im Dezember 1991 in der Berliner Meinekestraße eröffnete erste Fnac-Filiale in Deutschland wurde Ende März 1995 wieder geschlossen, nachdem das Angebot zuvor bereits sukzessive um bestimmte Artikelgruppen und Dienstleistungsangebote reduziert worden war. Als Gründe für diesen Misserfolg wurden neben der unglücklichen Wahl des Standortes in einer Nebenstraße des Kurfürstendamms mit relativ geringer Passantenfrequenz auch in Deutschland geltende Restriktionen genannt, die eine vollständige Umsetzung des in Frankreich erfolgreichen Fnac-Konzepts nicht erlaubten. So waren beispielsweise Sonderöffnungszeiten exklusiv für Fnac-Mitglieder außerhalb der regulären Ladenöffnungszeiten sowie bestimmte Rabattkonzepte des Unternehmens nicht mit den deutschen Vorschriften vereinbar.

Auch der Versuch, in die deutschsprachige Schweiz zu expandieren, misslang: Die im April 2008 beim Barfüsserplatz in Basel eröffnete Filiale wurde Ende März 2009, nach nicht einmal einem Jahr, bereits wieder geschlossen. Ausschlaggebend waren nach offiziellen Angaben vor allem wirtschaftliche Gründe, die Kundenfrequenz war zu gering. Mit eine Rolle hat dabei gespielt, dass sich die 3200 Quadratmeter Verkaufsfläche auf insgesamt sieben Etagen verteilten (plus Café in der achten Etage) und so besonders die oberen Etagen zu wenig Kundschaft verzeichneten.[2] Weitere Gründe für die geringe Kundenfrequenz könnte die Sortimentsgestaltung gewesen sein, die jener der vier Filialen in der französischsprachigen Schweiz sehr ähnlich war, oder die wenig ansprechende Gestaltung des Eingangsbereichs.[3]

Mit der Schließung der Basler Filiale wird auch die Expansion in die Deutschschweiz vorerst gestoppt, die geplanten Filialen in Zürich, Bern, Luzern und St. Gallen werden nicht realisiert. Fnac spricht dabei von einer „Denkpause“ von drei bis vier Jahren; gestorben sei die Idee einer Expansion in die Deutschschweiz damit aber noch nicht.[3]

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

Im September 2007 verfügte die Fnac über 78 Geschäfte in 56 französischen Städten. Zusätzlich gab es 65 Verkaufsstellen in acht weiteren Ländern: 16 in Spanien, 13 in Portugal, zwölf in Brasilien, sieben in Belgien, sieben in Italien, sechs in der Schweiz, zwei in Taiwan und zwei in Griechenland. Des Weiteren einen Online-Shop sowie einen Online-Musikvertrieb, der FnacMusic. 2009 eröffnete Fnac ein drittes Geschäft in Griechenland, dennoch wurde im Juli 2010 der Rückzug aus dem Land beschlossen.

Für 2006 plante Fnac, einen Viertel seines Umsatzes außerhalb Frankreichs zu tätigen.

Die unmittelbare Hauptkonkurrenz in Frankreich ist der Virgin Megastore, gefolgt von der französischen Ausgabe der Saturn-Kette (Metro AG). Nachdem Saturn bereits 2011 seine Filialen in Frankreich an die HTM Group (Boulanger) verkaufte und Virgin Megastore seine Filialen im Jahr 2013 schloss, verbleiben auf dem französischen Markt für Unterhaltungsmedien im Wesentlichen Fnac und Boulanger.

Die Fnac hat im Jahr 2007 zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Abbau von Arbeitsstellen angekündigt. Betroffen sind etwa eintausend Angestellte, davon 300 in der Verwaltung, der Rest im Bereich Buch- und Musikhandel. Gleichzeitig wurde der variable, also umsatzbezogene, Anteil am Gehalt der Mitarbeiter erhöht. Diese Regelung ist ähnlich dem Modell, das die Konkurrenz − Auchan, Darty, etc. − einsetzt. Diese Maßnahmen wurden mit dem geplanten Verkauf des Unternehmens in Verbindung gebracht.

Ende 2013 verfügte die Fnac über 108 Geschäfte in Frankreich. Zusätzlich gab es 69 Verkaufsstellen in sechs weiteren Ländern: 25 in Spanien, 19 in Portugal, 11 in Brasilien, 9 in Belgien, 4 in der Schweiz und eines in Marokko.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fnac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Distribution of Groupe Fnac shares to shareholders of PPR. Abgerufen am 2. August 2014.
  2. Basler Zeitung, 20. Februar 2009
  3. a b bazonline.ch: Massenentlassung: Fnac schliesst Basler Filiale (18./19. Februar 2009)
  4. La Fnac en bref. groupe-fnac.com. Abgerufen am 11. Dezember 2014.