Foiano della Chiana

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Foiano della Chiana
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Foiano della Chiana (Italien)
Foiano della Chiana
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Arezzo (AR)
Koordinaten: 43° 15′ N, 11° 49′ O43.25666666666711.816388888889318Koordinaten: 43° 15′ 24″ N, 11° 48′ 59″ O
Höhe: 318 m s.l.m.
Fläche: 40,82 km²
Einwohner: 9.552 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 234 Einw./km²
Postleitzahl: 52045
Vorwahl: 0575
ISTAT-Nummer: 051018
Volksbezeichnung: Foianesi
Schutzpatron: San Martino (11. November)
Website: Gemeinde Foiano della Chiana
Panorama von Foiano della Chiana
Panorama von Foiano della Chiana

Foiano della Chiana ist eine Gemeinde mit 9552 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Arezzo in der Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Foiano della Chiana in der Provinz Arezzo

Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 41 km². Sie liegt ca. 25 km südlich der Provinzhauptstadt Arezzo und 90 km südöstlich der Regionalhauptstadt Florenz im Chiana-Tal. Der Ort liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 121 GG[2]. Zu den wichtigesten Gewässern in der Gemeinde gehören der Chiani sowie der Torrente Esse (8 von 29 km im Gemeindegebiet).[3]

Zu den Ortsteilen zählen Case Nuove, La Pace, Ponte al Ramo, Pozzo della Chiana, Renzino und Santa Luce.

Die Nachbargemeinden sind Castiglion Fiorentino, Cortona, Lucignano, Marciano della Chiana und Sinalunga (SI).

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Bewohner der heutigen Gemeinde waren die Etrusker, zurückdatierbar bis ins 6. Jahrhundert v. Chr.. In der Römerzeit von diesen besetzt, wurde der Ort erstmals 1084 erwähnt, als er sich zur freien Kommune erklären konnte und sich eigene Statuten gab. Im 12. Jahrhundert fiel der Ort kurzzeitig unter die Kontrolle der Republik Siena, die kurz darauf die Herrschaft an Arezzo verlor. Im Jahr 1336 fiel der Ort an Florentiner, welche die Stadtmauer errichteten und sich dabei einigen Versuchen von Arezzo erwehrten, den Ort zurückzuerobern. 1387 erreichte Foiano erneut den Status der Kommune, diesmal allerdings unter der Führung der Republik Florenz. Die Schlacht von Scannagallo (Battaglia di Scannagallo, auch Battaglia di Marciano genannt) fand am 2. August 1554 im Ortsteil Pozzo della Chiana statt. Hierbei besiegte die Republik Florenz unter Gian Giacomo Medici die Republik von Siena unter Piero Strozzi und rückte dadurch weiter in Richtung Siena vor, um es letztendlich 1555 einzunehmen. Mit Florenz wurde auch Foiano in das Herzogtum Toskana eingegliedert. Großherzog Leopold II. beauftragte 1788 Vittorio Fossombroni aus Arezzo, die Errichtung von Drainagen fertigzustellen, um die Sümpfe des Chianatals fruchtbar zu machen. Mit Ausnahme der napoleonischen Besetzung 1799 bis 1814 blieb die Gemeinde bis zur Einigung Italiens im Herzogtum Toskana und wurde dann der Provinz Arezzo zugeschlagen. Wie fast alle Orte der Provinz hatte auch Foiano im Zweiten Weltkrieg stark unter der deutschen Besetzung und dem Rückzug derer zu leiden. Zeuge dieser Zeit ist der heute noch vorhandene englische Militärfriedhof.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Foiano della Chiana War Cemetery
Die Collegiata di San Martino im Ortskern
  • Cimitero militare inglese (Foiano della Chiana War Cemetery), englischer Militärfriedhof von 1944 mit 256 Grabstätten.[4]
  • Collegiata di San Martino, Hauptkirche im Ortskern. Entstand im 16. Jahrhundert und übernahm den Namen von der bereits 1018 erwähnten Pieve San Martino, die unterhalb des Ortes im Tal lag und 1783 endgültig zerstört wurde. Die heutige Kirche im Ortskern wurde 1563 fertiggestellt und später mit Steinen der alten Pieve (Pieve Vecchia) erneuert. Enthält von Luca Signorelli das 1523 entstandene Werk Incoronazione della Vergine con Angeli e Santi sowie von Andrea Della Robbia das Werk Madonna della Cintola con i Santi Tommaso e Leonardo. Weitere Kunstwerke stammen von Raffaello Vanni und Antonio Circignani (Il Pomarancio).[5]
  • Chiesa di San Michele Arcangelo, Kirche im Ortskern mit anliegendem Konvent der Dominikaner. Die Kirche entstand im 14. Jahrhundert. 1561 wurden die Kriegsschäden durch den Konflikt von Siena und Florenz behoben. Enthält Werke der Della Robbia, Lorenzo Lippi (Madonna del Rosario fra San Domenico e Santa Caterina da Siena, 1652 entstanden) und Andrea Commodi (Natività di Maria, um 1610 entstanden).[5]
  • Chiesa di Santa Maria della Fraternità (auch Chiesa di Sant’Eufemia genannt), Kirche im Ortskern. Enthält ein Werk von Andrea della Robbia.[5]
  • Chiesa della Santissima Trinità, Kirche im Ortskern aus dem 16. Jahrhundert. Enthält von Antonio Circignani (Il Pomarancio) das Werk Trinità aus dem Jahr 1614.[5]
  • Chiesa di San Francesco, Kirche und Konvent kurz außerhalb des Ortskerns an der Straße nach Pozzo, die seit 1818 auch als Hospital Funktionen hat. Enthält von Andrea della Robbia das Werk Cristo e la Vergine che intercedono presso l’Eterno.[5]
  • Tempio di Santo Stefano della Vittoria im Ortsteil Pozzo della Chiana. Der Tempel entstand 1569 unweit der Stelle der Schlacht als Erinnerung an den Sieg der Florentiner gegen Siena am 2. August 1554 in der Schlacht von Scannagallo, die ein Jahr später zur Niederlage Sienas hauptsächlich beitrug. Die Realisierung des Tempels wird Bartolomeo Ammanati und Giorgio Vasari zugeschrieben. Die Inschrift unterhalb des Medici-Wappens lautet Cosmus Medices Magnus Dux Etruriae.[5]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Foiano della Chiana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 20. Februar 2015 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  3. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Foiano della Chiana, abgerufen am 20. Februar 2015 (italienisch)
  4. Der Foiano della Chiana War Cemetery auf den Seiten der Commonwealth War Graves Commission, abgerufen am 21. Februar 2015 (englisch)
  5. a b c d e f Stefano Casciu (Hrsg.): I Luoghi della Fede: Cortona e la Valdichiana aretina.