Fokofpolisiekar

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Fokofpolisiekar
Allgemeine Informationen
Genre(s) Punkrock
Gründung 2003
Website www.fokofpolisiekar.co.za
Gründungsmitglieder
Francois „van Coke“ Badenhorst
Johnny de Ridder
Hunter Kennedy
Wynand Myburgh
Jaco Venter

Fokofpolisiekar ist eine südafrikanische Punkrock-Band aus Bellville in der Nähe von Kapstadt, die ihre Texte auf Afrikaans singt.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung und Etablierung in den ersten Jahren[Bearbeiten]

Fokofpolisiekar (deutsch etwa „Verpiss dich, Polizeiauto“) wurden im April 2003 gegründet. Noch im gleichen Jahr veröffentlichte die Band mit As Jy Met Vuur Speel Sal Jy Brand (Wenn Du mit Feuer spielst, wirst Du brennen) ihre erste EP und ein Jahr später mit Lugsteuring (atmosphärische Störung) ihre erste CD, die im Vergleich zum Vorgänger mit einer besseren Produktion aufwarten konnte. Die Popularität der Band nahm in ihrem Heimatland, in dem Afrikaans nach den Ende der Apartheid gegenüber Englisch erheblich an Boden verloren hat, rasch zu. Der harte und schnelle Stil und die kritischen Texte, die auf typisch südafrikanische Gegebenheiten wie zum Beispiel die bei konservativen Buren immer noch stark verankerte Reformierte Kirche eingehen, waren ein besonderes Merkmal unter den Protagonisten des Afrikaans Rock, der zuvor zwar Namen wie Johannes Kerkorrel und Koos Kombuis kannte, die sich bereits während der Apartheitszeit kritisch äußerten,[1] die aber keinesfalls einem härteren Musikstil zuzurechnen sind. Durch ihre religionskritische Haltung und diverse Zwischenfälle[2][3] konnte sich Fokofpolisekar auch dank der Proteste kirchlicher Kreise[4][5] einer fortlaufenden Medienaufmerksamkeit und Radiopräsenz sicher sein.

2005 erschien die EP Monoloog In Stereo, die sich innerhalb eines Jahres 28.000 mal verkaufte.[6] Die Band bewegte sich hier größtenteils vom Punk weg hin zu einem ruhigeren und langsameren Stil. März 2006 spielten Fokofpolisiekar beim Coca-Cola Colab Massive Mix Festival im Green-Point-Stadion von Kapstadt, bei dem auch internationale Stars wie Metallica und Fatboy Slim auftraten. Im gleichen Jahr folgte mit Swanesang (Schwanengesang) ein Album, das den Punk der ersten zwei Veröffentlichungen und den ruhigeren Stil von Monoloog In Stereo zusammenführte. Es ist das bislang am aufwändigsten arrangierte Album der Band, die auf einigen Titeln von Electro Muse begleitet wird, einem ausschließlich aus Frauen bestehenden Streichquartett, das ebenfalls einer Punk-Attitüde folgt. Hatte die Band schon im Oktober 2005 in London gespielt, wo eine große Anzahl afrikaanssprachiger Südafrikaner lebt, machte sie im November 2006 im Zuge der Veröffentlichung von Swanesang eine Tour, die sie diesmal neben London auch in die Niederlande und Flandern führte, wo Afrikaans aufgrund seiner Ähnlichkeit zum Niederländischen verstanden werden kann. Wie Fokofpolisiekar auf ihrem Tourtagebuch aufführten, mussten sie aufgrund ihrer geringen Bekanntheit in den Niederlanden und Flandern dort teilweise äußerst schlecht besuchte Auftritte spielen,[7] obwohl auch die niederländische Tageszeitung de Volkskrant die Band ausführlich in ihrem Blog porträtierte.[6]

Gründung der Nebenprojekte und zwischenzeitliche Rückkehr[Bearbeiten]

2007 lagen Fokofpolisiekar größtenteils auf Eis, die Mitglieder widmeten sich Soloprojekten. Van Coke und Myburgh gründeten zusammen mit Justin Kruger am Schlagzeug Van Coke Kartel und brachten November 2007 ihr selbstbetiteltes Debütalbum heraus, das im Gegensatz zum aufwändig produzierten und arrangierten Fokofpolisiekar-Album Swanesang absichtlich gradliniger ausfiel.[8] Hunter Kennedy und Jaco Venter gründeten ihrerseits zusammen mit den Musikern Laudo Liebenberg und Hennie van Halen aKing, deren englischsprachiges Debütalbum Dutch Courage im Februar 2008 erschien.[9] De Ridder wandte sich Auftragskompositionen und -produktionen zu und unterhält zusammen mit anderen Personen aus dem Musikgeschäft die Produktionsfirma „Soft Light City“.[10]

2008 erschien mit Antibiotika erneut eine EP, mit der stilistisch wieder an die früheren Punkrock-Zeiten angeknüpft wurde. Sie enthält eine zusätzliche DVD mit Videos der Band. Anschließend widmeten sich die Bandmitglieder wieder ihren eigenen Projekten, aKing und Van Coke Kartel veröffentlichten Nachfolger zu ihren jeweiligen Debüts (aKing 2009 und 2011, Van Coke Kartel 2008, 2010 und 2011). Diese bedeuteten keine Stilllegung von Fokofpolisiekar, die weiterhin live auftraten.

Nach vier Jahren ohne neue Veröffentlichung meldeten sich Fokofpolisiekar auf dem Album Van Fok King Tasties zurück, dies ist, wie der Name bereits erkennen lässt, eine gemeinsame Veröffentlichung (Split) von Fokofpolisiekar und der Bands, die daraus hervorgegangen sind, also aKing, Van Coke Kartel und Die Heuwels Fantasties. Jede dieser Bands spielte drei Titel für das Album ein, zwei davon sind akustische Versionen bereits veröffentlichter Songs, der dritte dagegen eine Neukomposition.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 2003: As Jy Met Vuur Speel Sal Jy Brand (EP)
  • 2004: Lugsteuring
  • 2005: Monoloog In Stereo (EP)
  • 2006: Swanesang
  • 2008: Antibiotika (EP zus. mit DVD)
  • 2012: Van Fok King Tasties (Split zusammen mit aKing, Van Coke Kartel und Die Heuwels Fantasties)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. southafrica.info: „'Dylan' of Afrikaans rock dies“, 13. November 2002, letzter Abruf 18. September 2008 (englisch)
  2. news24.com: „Fistfight at CD launch“, 17. September 2004, letzter Zugriff 18. September 2008 (englisch)
  3. news24.com: „'Boers' rev up Fokofpolisiekar“, 2. Juli 2004, letzter Zugriff 18. September 2008 (englisch)
  4. iol.co.za: „Punk Afrikaans band suffers Christians' wrath“, 11. März 2006, letzter Zugriff 18. September 2008 (englisch)
  5. iol.co.za: „Controversial band can play at KKNK“, 24. März 2006, letzter Zugriff 18. September 2008 (englisch)
  6. a b Volkskrantblog: „Muziek! Fokofpolisiekar!“, 26. April 2006, letzter Zugriff 18. September 2008 (niederländisch)
  7. Tourtagebuch der Band auf ihrer alten Website im Internet Archive, Stand 20. März 2007, letzter Zugriff 18. September 2008
  8. 24.com: „Van Coke Kartel: The Interview“, letzter Zugriff 18. September 2008 (englisch)
  9. rhythmrecords.co.za: „aKING / Dutch Courage“, letzter Zugriff 18. September 2008 (englisch)
  10. tumblr: „Interview with Johnny De Ridder (Fokofpolisiekar and Soft light city)“, letzter Zugriff 9. September 2012 (englisch)