Folk

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Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit dem Musikgenre Folk. Für weitere Bedeutungen siehe Folk (Begriffsklärung).

Folk [foʊk] (engl.: folk von Folklore; die Volkskultur, in diesem Fall Musik betreffend) ist ein Genre der populären Musik. Seine Anhänger begreifen es in der Regel als eine zeitgenössische Variante der Volksmusik. Besonders gebräuchlich ist der Begriff für Musik, die sich auf englische, schottische, irische, nordamerikanische, französische oder skandinavische Volksmusik stützt. Seit den 1960er Jahren wird die Bezeichnung Folkmusik allerdings unabhängig vom englischen Sprachraum für jedwede Kategorisierung von Musik verwendet, die ihren Ausgangspunkt in der Volksmusik der jeweiligen Herkunftsländer hat (bretonische Folkmusik und sardische Folkmusik). Der Begriff hat sich seit den 1970er Jahren auch für die moderne Folklore-Bewegung in Deutschland etabliert. Als Bestandteil der modernen Populärkultur grenzt sich Folk von volkstümlicher Musik und Weltmusik ab. Im historischen Verständnis als Volksmusik grenzt sich Folk ab von der klassischen Musik und von der Kirchenmusik.

Ausgehend von Frankreich versteht man unter Folk auch eine lebendige Volkstanz- und Volkstanz-Musik-Bewegung. Der Bal Folk ist ein Volkstanzabend, der in Alltagkleidung und mit Live-Musik stattfindet.

Pipes & Drums of Brunswiek in Berlin, April 2005
Royal Scots in Berlin, April 2005
Eivør Pálsdóttir in Tønder / Dänemark

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stil

Typisch ist die Verwendung akustischer Instrumente, wie Gitarre, Mundharmonika, Geige, Dudelsack und Flöte. Eine klare Abgrenzung vom Folkrock ist nicht möglich.

[Bearbeiten] Geschichte

Der Begriff wurde unter dem Einfluss der US-amerikanischen urbanen Folk-Bewegung in den 1950er und 1960er Jahren in die deutsche Sprache übernommen. Besonders in den 1960er Jahren, einer Zeit des gesellschaftliche Umbruchs in den USA in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, der Anti-Vietnamkriegsbewegung und seit 1970 auch der Frauenrechtsbewegung, gelangte deren Augenmerk auf die politischen und sozialen Probleme.

Einer der ersten bekannten US-amerikanischen Folksänger war Woody Guthrie, der in den 1930er und 1940er Jahren vor allem über die Situation der Menschen während der Weltwirtschaftskrise sang. In den späten 1940er Jahren wurden die Weavers und Pete Seeger populär. Sie gerieten bald durch ihre Nähe zur Kommunistischen Partei der USA in den Verdacht des McCarthyismus.

In den 1950er Jahren begannen sich in den USA immer mehr junge Menschen meist aus der weißen Mittelschicht für die „Rootsmusik“ ihres Landes zu interessieren – Folk, Blues und Country, deren Elemente sich immer häufiger zu mischen begannen. Eine zentrale Rolle bei diesem Revival spielte die Anthologie Anthology Of American Folk Music von Harry Everett Smith, die 1952 bei Folkways Records erschien.

Mit der Entfaltung der Rockmusik in den 1960er Jahren erlebte auch der Folk in der Form des Folkrock eine Blüte und internationale Popularität. Die zentrale Rolle des Textes machte ihn geeignet für die Protestsongs der verschiedenen sozialen Bewegungen. Beispielhaft ist die Entwicklung Bob Dylans vom Folk- zum Rockmusiker in dieser Zeit. Andere international bekannte Musiker des amerikanischen Folkrocks sind Joan Baez, Phil Ochs und Arlo Guthrie, der Sohn von Woody Guthrie. Die internationale Popularität des amerikanischen Folkrocks weckte auch in Europa das Interesse an den eigenen Traditionen der Volksmusik. Im Unterschied zu den USA war die Popularität nicht politisch begründet. Bekannte Bands und Musiker dieser Zeit sind Steeleye Span in England, Tri Yann in Frankreich sowie Ougenweide und Zupfgeigenhansel in Deutschland.

In den 1980er Jahren und danach nahm die Popularität weiter zu. Regionale lebendige musikalische Traditionen werden international bekannt - allen voran der Irish Folk. Die Bands spielten zunehmend auch Arrangements im Stile alter Traditionen, beispielsweise Blowzabella aus England. Ebenso wurde versucht, neue Klangfarben und Instrumente in die Musik zu integrieren. Ein früher Vorläufer dieser Entwicklung ist der Psychedelic Folk der Incredible String Band.

Und es kommt zur Wiederbelebung lokaler Traditionen durch die Popularität der Folkmusik. In der Bretagne macht die Musik Ar Re Yaouanks das Fest-Noz wieder populär. Die Folkmusik ist mit der Entstehung neuer Traditionen verknüpft, wie beispielsweise von Mittelaltermärkten in der Bundesrepublik. Eigenständige Schwerpunkte der internationalen Folkmusik bilden Irland, England, Skandinavien, die Länder des Balkans, die Bretagne und das übrige Frankreich. In den 1990er Jahren betrifft die zunehmende Auflösung der Grenzen zwischen verschiedenen Stilen der Popmusik und die Verbreitung des Crossover auch die Folkmusik, insbesondere bei Rock, Techno und Jazz. Hieraus entstanden Musikrichtungen wie Folk Metal, Folk-Punk, Neofolk und Anti-Folk, sowie eine Mischung aus Folk und Hip-Hop, die beispielsweise von Lecker Sachen aus Köln betrieben wurde.

Heute ist Folkmusik im popkulturellen Mainstream eher eine Randerscheinung, aber Elemente der Folkmusik leben in anderen Musikrichtungen fort, wie in der Country-Musik. In Deutschland hat amerikanisch, englisch, irisch, französisch und skandinavisch geprägter Folk als Nischenkultur viele Anhänger.

[Bearbeiten] Bedeutende Vertreter

[Bearbeiten] Folkmusiker aus den Vereinigten Staaten und Kanada

[Bearbeiten] Folkmusiker aus Großbritannien

[Bearbeiten] Folkmusiker aus Irland

[Bearbeiten] Folkmusiker aus Skandinavien

[Bearbeiten] Folkmusiker aus Deutschland

In Deutschland gibt es neben der Folkmusik in der hochdeutschen Sprache auch Interpreten und Folkbands, die in Dialekten, Biermösl Blosn und Vorgängersprachen wie Ougenweide, in Jiddisch der Zupfgeigenhansel, in Nordfriesisch Knut Kiesewetter spielen. Aber vor allem wurden Folktitel in Niederdeutsch von Knut Kiesewetter, Hannes Wader, Fiede Kay, Godewind, De Plattfööt und Malbrook) veröffentlicht.

[Bearbeiten] Festivals

Die ersten deutschen Folkfestivals waren die Burg-Waldeck-Festivals. TFF ist ein wichtiges Folk- und Weltmusikfestival in Deutschlands, es findet jedes Jahr am ersten Juliwochenende im thüringischen Rudolstadt statt. Ein weiterer Veranstalter für Folk-Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten ist Burg Fürsteneck. Glatt & Verkehrt ist ein seit 1997 stattfindendes Festival, das jährlich Ende Juli in Krems, Spitz und Göttweig stattfindet. Das Festival wird von Ö1 mit veranstaltet und übertragen. Weitere Folk-Veranstaltungen in Österreich sind das Musikfest in Waidhofen an der Thaya, die Folkfestivals in Mistelbach, Hallein, Amaliendorf (Wackelsteinfestival) und Kremsmünster - letzteres als Podium für die Bordunszene.

[Bearbeiten] Folkmusiker aus Österreich

Siehe auch Neue Volksmusik

Hubert von Goisern
Attwenger
Roland Neuwirth

[Bearbeiten] Folkmusiker aus Lateinamerika

[Bearbeiten] Folkmusiker aus Neuseeland und Australien

[Bearbeiten] Auszeichnungen

In Deutschland werden an Folkmusiker folgende Folk- und Weltmusikpreise vergeben:

[Bearbeiten] Sonstiges

Eine vom Folk abgeleitete Richtung ist Filk, bei dem Science-Fiction- und Fantasy-Themen im Vordergrund stehen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Robert Cantwell: When We Were Good - The Folk Revival. Harvard University Press, Cambridge MA 1996). ISBN 0-674-95133-6
  • David A. DeTurk, A. Poulin (Herausgeber): The American Folk Scene: Dimensions of the Folksong Revival, Dell Publishing, New York 1967
  • R. Serge Denisoff: Great Day Coming - Folk Music and the American Left. University of Illinois Press, Urbana 1971
  • R. Serge Denisoff: Sing Me A Song Of Social Significance. University Popular Press, Bowling Green OH 1972, ISBN 0-87972-036-0
  • Jürgen Frey, Kaarel Siniveer: Eine Geschichte der Folkmusik. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1987, ISBN 3-499-17693-9
  • Victor Grossman: If I Had A Song - Lieder und Sänger der USA. Lied der Zeit Musikverlag, Berlin/DDR 1988), ISBN 3-7332-0023-3
  • Dave Harker: Fakesong. The manufacture of British 'folksong' 1700 to the present day. Open University Press, Milton Keynes 1985, ISBN 0-335-15066-7
  • Lutz Kirchenwitz: Folk, Chanson und Liedermacher in der DDR - Chronisten, Kritiker, Kaisergeburtstagssänger. Dietz Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-320-01807-8
  • Kulturverein Schloss Goldegg (Herausgeber): Folk und Volksmusik - Dokumentation eines Symposiums auf Schloss Goldegg. Kulturverein Schloss Goldegg, Goldesgg/Salzburg 1989
  • Robbi Lieberman: 'My Song Is My Weapon' - People's Songs, American Communism, and the Politics of Culture, 1930-50. University of Illinois Press, Urbana 1989
  • Carsten Linde: Folksongs aus Amerika. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-596-22969-3
  • Kip Lornell. Introducing American Folk Music. WCB Brown & Benchmark, Madison WI 1993 ISBN 0-697-13383-4
  • Niall Mackinnon: The British Folk Scene - Musical Performance and Social Identity. Open University Press, Buckingham 1994
  • Walter Moßmann, Peter Schleuning: Wir haben jetzt die Schnauze voll, alte und neue politische Lieder. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1978, ISBN 3-499-17159-7
  • Ailie Munro: The Folk Music Revival in Scotland, including 'The Folk Revival in Gaelic Song' by Morag Mac Leod. Kahn & Averill, London 1984, ISBN 0-900707-78-X
  • Neil V. Rosenberg (Herausgeber): Transforming Tradition - Folkmusic Revevals Examined. University of Illinois Press, Urbana 1993, ISBN 0-252-01982-2
  • Andreas Safer: Folk & Volxmusik in der Steiermark. Weishaupt, Gnas 1999, ISBN 3-7059-0051-X
  • Pete Seeger: The Incompleat Folksinger. Herausgegeben von Jo Metcalf Schwarz; University of Nebraska Press, Lincoln 1992; Reprint der Originalausgabe von 1972
  • Florian Steinbiß: Deutsch-Folk: Auf der Suche nach der verlorenen Tradition. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-596-22988-X
  • Simon Wascher: Folk - was ist das? Essay publiziert in der online-Zeitschrift Abwegslung.
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