Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung

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FWF Der Wissenschaftsfonds
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Typ Eingerichtete Institution (Forschungs- und Technologieförderungsgesetz FTFG)
Gründung 4. März 1968
Sitz Haus der Forschung, Wien (Österreich)
Personen

Pascale Ehrenfreund (Präsidentin), Dorothea Sturn (Geschäftsführerin)

Schwerpunkt Förderung der Grundlagenforschung
Budget 196,4 Mio. Euro (Bewilligungsvolumen 2012)
Motto Wir stärken die Wissenschaften in Österreich
Website www.fwf.ac.at

Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) – kurz: Wissenschaftsfonds – ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung. Er ist allen Wissenschaften in gleicher Weise verpflichtet und orientiert sich in seiner Tätigkeit ausschließlich an den Maßstäben der internationalen Scientific Community.

Überblick[Bearbeiten]

Laut seinem Leitbild ist er allen Wissenschaften in gleicher Weise verpflichtet und orientiert sich in seiner Tätigkeit ausschließlich an den Maßstäben der internationalen Scientific Community. Der FWF wurde 1968 gegründet und befindet sich derzeit im Haus der Forschung in Wien; zuletzt lag sein Bewilligungsvolumen bei 196,4 Mio. Euro (2012). Der FWF wird derzeit von Präsidentin Pascale Ehrenfreund und Geschäftsführerin Dorothea Sturn geleitet.

Geschichte des FWF[Bearbeiten]

Am 25. Oktober 1967 beschloss der österreichische Nationalrat mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ das Forschungsförderungsgesetz (FFG), durch welches zwei Forschungsförderorganisationen mit eigener Rechtspersönlichkeit – der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und der Forschungsförderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft – ins Leben gerufen wurden. Die konstituierende Versammlung des damals noch als FFWF bezeichneten Wissenschaftsfonds fand am 4. März 1968 unter Vorsitz von Bundesministers Theodor Piffl-Percevic im Audienzsaal des Unterrichtsministeriums statt, nachdem die Senate und Fakultäten der elf wissenschaftlichen Hochschulen ihre Vertreter in die Delegiertenversammlung gewählt hatten. Wenige Tage später wurden dem Fonds die Aktiva und Passiva des im Jahre 1960 gegründeten Vereins „Österreichischer Forschungsrat“ übertragen.

Der rechtliche Rahmen, den das FFG 1967 bildete, wurde bis heute zweimal verändert, wovon die wesentlichen Elemente und Prinzipien des FWF jedoch unberührt blieben. 1981 erfuhr das Forschungsförderungsgesetz die erste Novellierung durch das Forschungsorganisationsgesetz (FOG). Für den FWF brachte das Gesetz hauptsächlich eine Neuerung bei der Zusammensetzung seiner Organe. Sowohl die Delegiertenversammlung als auch das Kuratorium wurden um Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Interessensvertretungen erweitert. 2004 erfolgte in Reaktion auf das Universitätsgesetz (UG) 2002 die zweite große Reform, welche die österreichische Forschungsförderungslandschaft umgestaltete. Der FWF wurde reformiert, die im FOG vorgenommene Erweiterung der Gremien wurde im Wesentlichen zurückgenommen. Der FWF in seiner heutigen Form ist eine gesetzlich (Forschungs- und Technologieförderungsgesetz FTFG) eingerichtete österreichische Institution mit eigener Rechtspersönlichkeit zur Förderung der Grundlagenforschung. Mit dem FTFG erhielt der FWF neue Strukturen, strategische und operative Einheiten wurden getrennt. Ein Aufsichtsrat kontrolliert seit dieser Reform die Arbeit des FWF.

Standorte[Bearbeiten]

Zeitraum Adresse
1967-1972 Liebiggasse 5/1, 1010 Wien
1972-1990 Garnisongasse 7/20, 1090 Wien,
1990-2006 Weyringergasse 33-35, 1040 Wien
seit 2006 Haus der Forschung, Sensengasse 1, Wien

Ziele[Bearbeiten]

Das vom Wissenschaftsfonds selbst definierte Leitbild inklusive seiner Ziele und Grundsätze lautet im Wortlaut wie folgt:[1]

Leitbild des FWF
"Wir stärken die Wissenschaften in Österreich"

Mission
Der FWF dient der Weiterentwicklung der Wissenschaften auf hohem internationalem Niveau. Er leistet einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung, zum Ausbau der wissensbasierten Gesellschaft und damit zur Steigerung von Wertschöpfung und Wohlstand in Österreich.

Ziele des FWF

  • Stärkung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit Österreichs im internationalen Vergleich sowie seiner Attraktivität als Wissenschaftsstandort, vor allem durch Förderung von Spitzenforschung einzelner Personen bzw. Teams, aber auch durch Beiträge zur Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der Forschungsstätten und des Wissenschaftssystems in Österreich.
  • Qualitative und quantitative Ausweitung des Forschungspotentials nach dem Prinzip "Ausbildung durch Forschung".
  • Verstärkte Kommunikation und Ausbau der Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und allen anderen Bereichen des kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens, wobei insbesondere die Akzeptanz von Wissenschaft durch systematische Öffentlichkeitsarbeit gefestigt werden soll.

Grundsätze

  • Exzellenz und Wettbewerb: die Förderungstätigkeit des FWF konzentriert sich auf die dem Erkenntnisgewinn verpflichtete wissenschaftliche Forschung, deren Qualität nach dem Wettbewerbsprinzip durch internationale Begutachtung beurteilt wird.
  • Unabhängigkeit: Kreative Grundlagenforschung benötigt Freiheit. Der FWF sichert Freiräume, die die Wissenschaft vor einem direkten Einfluss von Interessengruppen schützen. Das wird durch die unabhängige Rechtsstellung des FWF gewährleistet.
  • Internationalität: Der FWF orientiert sich an internationalen wissenschaftlichen Standards und unterstützt Kooperationen über nationale Grenzen hinweg.
  • Gleichbehandlung aller Wissenschaften: Der FWF behandelt alle Forscherinnen und Forscher nach den gleichen Grundsätzen ohne Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Wissenschaftsdisziplinen.
  • Transparenz und Fairness: Vermeidung von Interessenskonflikten, Verwirklichung von "Checks and Balances" in allen Verfahrensschritten sowie klare Kommunikation von Arbeitsweise und Entscheidungsfindung sind Eckpunkte, um die Akzeptanz der Arbeit des FWF sicherzustellen.
  • Gender Mainstreaming: Gleichstellung von Frauen und Männern in der Forschung ist dem FWF ein Anliegen, das durch spezifische Programme sowie Gender Mainstreaming in allen Bereichen umgesetzt wird.
  • Chancengleichheit: Förderungsanträge an den FWF werden unabhängig von der Position und/oder dem akademischen Grad der antragstellenden Person beurteilt.
  • Ethische Standards: Der FWF fühlt sich verpflichtet, in seinem Einflussbereich für die Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis und international anerkannter ethischer Standards zu sorgen.“

Organe des FWF[2][Bearbeiten]

Die Organe des FWF

Präsidium[Bearbeiten]

Das Präsidium koordiniert die Aktivitäten des FWF. Zu seinen Aufgaben gehören die strategische Ausrichtung sowie die Entwicklung und Weiterentwicklung der Förderungsprogramme. Daneben ist das Präsidium Verhandlungspartner für die Entscheidungsträger der österreichischen und europäischen Forschungspolitik, arbeitet mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland zusammen und repräsentiert den FWF auf nationaler und internationaler Ebene. Das Präsidium ist Teil der Delegiertenversammlung sowie des Kuratoriums. Die Vize-Präsidentinnen bzw. Vize-Präsidenten stehen den jeweiligen FWF-Fachabteilungen vor.

Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Der Aufsichtsrat fasst Beschlüsse über den Rechnungsabschluss und den Jahresvoranschlag, die Mehrjahresprogramme sowie die jährlichen Arbeitsprogramme und sanktioniert die Entscheidung des Präsidiums bei der Bestellung bzw. Abberufung der Geschäftsführung. Weiters erstellt er einen Wahlvorschlag für das Präsidentenamt.

Delegiertenversammlung[Bearbeiten]

Die Delegiertenversammlung fasst Beschlüsse über die Geschäftsordnungen für das Präsidium, das Kuratorium sowie für die Delegiertenversammlung, den Jahresbericht und wählt die Präsidentin bzw. den Präsidenten sowie die Vize-Präsidentinnen bzw. Vize-Präsidenten, die Mitglieder des Kuratoriums sowie vier Mitglieder des Aufsichtsrates.

Kuratorium[Bearbeiten]

Das Kuratorium entscheidet über die Förderung von Forschungsvorhaben sowie Änderungen in den Förderungsprogrammen.

Sekretariat[Bearbeiten]

Das Sekretariat wickelt das Tagesgeschäft ab. Das Sekretariat wird von der Geschäftsleitung, bestehend aus Präsidium und Geschäftsführung, geleitet und gliedert sich in drei Bereiche: Fachabteilungen (Biologie und Medizin, Geistes- und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik, Mobilitäts- und Frauenförderung), Strategieabteilungen (Internationale Programme, Nationale Programme, Strategie-Analysen) und Serviceabteilungen (Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Revision, IT, Organisation & Personal, Recht & Gremienbetreuung).

Geschäftsleitung[Bearbeiten]

FWF-Präsidium
Zeitraum Präsident Vizepräsidenten
1967–1972 Hubert Rohracher
1972–1974 Theodor Leipert
1974–1982 Hans Tuppy
1982–1991 Kurt L. Komarek
1991–1994 Helmut Rauch
1994–2003 Arnold Schmidt
2003–2005 Georg Wick
2005–2013 Christoph Kratky
seit 2013 Pascale Ehrenfreund[3] Christine Mannhalter, Hermann Hellwagner, Alan Scott
FWF-Geschäftsführer
Zeitraum Geschäftsführer
1970–1978 Carl Kramsall
1978–1990 Raoul F. Kneucker
1990–2003 Eva Glück
2003–2010 Gerhard Kratky
seit 2011 Dorothea Sturn

Das FWF-Verfahren[4][Bearbeiten]

Alle beim FWF eingereichten Anträge werden einem Peer-Review-Prozess unterzogen, wobei ausschließlich auf Gutachten ausländischer Expertinnen und Experten zurückgegriffen wird. Die Zahl der für eine Entscheidung notwendigen Gutachten hängt dabei in erster Linie von der Antragssumme ab. Diese Gutachten sind die Basis für alle Förderungsentscheidungen. Die Qualität der Forschung und ihre internationale Einbindung soll dadurch gesichert werden. Der FWF ist allen Wissenschaften in gleicher Weise verpflichtet und verwendet keine Quotenregelung, um die Mittelverteilung zwischen den einzelnen Fachgebieten zu steuern. Die durchschnittliche Zeitspanne zwischen dem Einlangen eines Antrags im FWF und der Entscheidung im Kuratorium beträgt vier bis fünf Monate. Das Kuratorium tagt fünfmal pro Jahr.

Förderungsprogramme des FWF[Bearbeiten]

Neues entdecken - Förderung von Spitzenforschung
Talente fördern - Ausbau der Humanressourcen
Ideen umsetzen - Wechselwirkungen Wissenschaft - Gesellschaft

Die Förderungen des Wissenschaftsfonds erfolgen grundsätzlich bottom-up, das bedeutet, es gibt keine thematischen Vorgaben an die Projekte. Die Programme des FWF gliedern sich in drei große Bereiche, welche wiederum in Förderungskategorien bzw. Förderungsprogramme untergliedert sind. Die Förderung selbst ist personenbezogen, die Zielgruppen reichen von einzelnen Personen bis zu Forschungsgruppen.

Förderung von Spitzenforschung
  • Einzelprojektförderung
    • Einzelprojekte
  • Internationale Programme
    • Internationale Programme
  • Schwerpunkt-Programme
    • Spezialforschungsbereiche (SFBs)
  • Auszeichnungen und Preise
Ausbau der Humanressourcen
Wechselwirkungen Wissenschaft – Gesellschaft
  • Förderung anwendungsorientierter Grundlagenforschung
    • Klinische Forschung (KLIF)
  • Förderung künstlerischer Forschung
    • Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK)
  • Publikations- und Kommunikationsförderung
    • Selbstständige Publikationen
    • Referierte Publikationen
    • Wissenschaftskommunikations-Programm

Zahlen & Fakten[5][Bearbeiten]

Im Jahr 2012 wurden insgesamt 2.216 Anträge auf Förderung von wissenschaftlichen Projekten im FWF-Kuratorium behandelt. Bei den Schwerpunkt-Programmen bzw. den Doktoratskollegs gingen 40 Konzeptanträge ein. Das Antragsvolumen im Jahr 2012 lag bei rund 676 Mio. Euro. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Anzahl der entschiedenen Projekte mehr als verdoppelt sowie die Antragssumme verfünffacht. Auf der Bewilligungsseite sank die Bewilligungsquote (nach Anzahl) von über 50 % auf rund 30 %. Bei einer geschlechtsspezifischen Betrachtung lag mit 30,2 % die Bewilligungsquote (nach Anzahl) der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gleichauf.

In Bezug auf die Verwendung der Mittel innerhalb der Programme wurden 80,9 % der bewilligten FWF-Mittel direkt für Personalkosten eingesetzt. Zum 31. Dezember 2012 hatte der FWF 3.852 in der Wissenschaft tätige Personen auf seiner "Payroll" stehen. Dieser Wert hat sich seit dem Jahr 2000 in etwa verdoppelt. Die "stärksten" Altersstufen bei Praedocs und Postdocs sind die 27- bis 30-Jährigen. Der Anteil von Frauen, die in FWF-Projekten beschäftigt sind, lag bei 43 %.

Die internationale Begutachtung der Projektanträge ("Peer-Review-Verfahren") ist das Herzstück der vom FWF propagierten "Qualitätssicherung Marke FWF". Der FWF lässt seit der Jahrtausendwende grundsätzlich nur ausländische Gutachten für die inhaltliche Würdigung der Anträge zu. Im Jahr 2012 stammten die insgesamt 5.116 FWF-Gutachten aus 63 Nationen, 1.032 Gutachten wurden von Wissenschaftlerinnen verfasst. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer zwischen Einreichung und Entscheidung bei FWF-Programmen mit laufender Einreichfrist lag 2012 bei 4,3 Monaten.

Im Jahr 2012 flossen über den FWF 73,8 Mio. Euro bzw. 37,6 % in den Bereich der Life Sciences (Durchschnittswert 2007-2011: 39,4 %), 86,9 Mio. Euro bzw. 44,2 % in den Bereich Naturwissenschaft und Technik (Durchschnittswert 2007-2011: 40,8 %) sowie 35,7 Mio. Euro bzw. 18,2 % in den Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften (Durchschnittswert 2007-2011: 19,8 %).

Projektdatenbank[Bearbeiten]

Über die Projektdatenbank des FWF können Informationen zu sämtlichen geförderten Projekten seit dem Jahr 2000 online abgerufen werden. Neben den Koordinaten der Projektleiterin bzw. des Projektleiters findet sich eine Kurzfassung zum geförderten Projekt. Die verschiedenen Suchmasken bieten diverse Suchmöglichkeiten innerhalb der Projektdatenbank an.

info-Magazin[Bearbeiten]

"info" ist das Wissenschaftsmagazin des FWF. Es erscheint viermal im Jahr bei einer Auflage von rund 10.000 Stück bzw. einer online verfügbaren Ausgabe. Das FWF info berichtet über Neuigkeiten aus der (wissenschaftspolitischen) Welt der Grundlagenforschung. Das info erschien erstmals 1991 als Mitarbeiterzeitschrift, und wurde nach einer kurzzeitigen Unterbrechung Anfang 2000 im Jahr 2001 einem ersten Relaunch unterzogen. Im Jahr 2008 erfolgte ein substantieller Um- und Ausbau, ein gestalterischer und inhaltlicher Relaunch machte das info zu dem Wissenschaftsmagazin in seiner derzeitigen Form.

Open Access[Bearbeiten]

Im Jahr 2003 hat sich der FWF mit der Unterzeichnung der "Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities" dazu verpflichtet, den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen im Internet zu unterstützen.

Open Access Policy des FWF [6][Bearbeiten]

Bis etwa 2009 konzentrierte sich die Unterstützung des FWF auf drei Felder:

  • Über die Medienkanäle des FWF wurden den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern Hintergrundinformationen über die Bedeutung und die bestehenden Möglichkeiten des Open Access zur Verfügung gestellt.
  • Eine seit 2004 schrittweise entwickelte Open Access Policy mündete 2006 in einem der weltweit ersten Mandate einer Förderungsorganisation. Sie verpflichtet alle Projektleiterinnen und Projektleiter sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu – wenn rechtlich möglich –, ihre Publikationen entweder durch Archivierung einer elektronischen Kopie in einem geeigneten Repositorium oder durch Publikation in einem Open-Access-Medium frei im Internet zugänglich zu machen.
  • Bereits seit 2004 übernimmt der FWF mit dem Programm "Referierte Publikationen" die Kosten für Open Access bei referierten Publikationen bis drei Jahre nach Projektende.

Seit 2009 hat der FWF seine Aktivitäten intensiviert, um das Bewusstsein für Open Access in allen Disziplinen zu verbessern:

PubMed, die mit Abstand größte bibliographische Datenbank in den Life Sciences (rund 23 Mio. Einträge), betreibt das Volltextarchiv PubMedCentral mit fast 3 Mio. frei zugänglichen referierten Zeitschriftenartikeln. Seit Anfang 2010 beteiligt sich der FWF über das Partnerrepositorium Europe PubMedCentral an dieser Initiative. Ende 2013 waren über 4.000 referierte Publikationen aus FWF-Projekten in PubMedCentral frei zugänglich.

In den Geistes- und Sozialwissenschaften, wo Buchpublikationen weiterhin eine große Rolle spielen, wurden ab 2009 zunächst freiwillig Open-Access-Förderungen angeboten. Seit Ende 2011 sind Fachlektorate und Open Access verpflichtend. Ab 2014 kommen noch Übersetzungen ins Englische hinzu. Die Buchpublikationen sind in der FWF-E-Book-Library und in anderen internationalen Repositorien frei zugänglich.

Mitte Oktober 2012 wurde vom FWF eine Initiative zur Anschubfinanzierung von Open-Access-Zeitschriften in den Geistes- und Sozialwissenschaften ausgeschrieben. Ende 2013 wurden acht Projekte der Open-Access-Initiative gefördert. Insgesamt wird der FWF 2013 damit rund 2 Mio. Euro (1 % des Gesamtbudgets) für Open-Access-Publikationen aufwenden.

Auf Initiative der Universitätenkonferenz (UNIKO) und des FWF wurde im November 2012 das Open-Access-Netzwerk Austria (OANA) konstituiert. Es soll die Koordination der Aktivitäten zwischen den Forschungsstätten, Förderern und der Forschungspolitik optimieren.

Im Dezember 2012 wurde eine Diskussion zur Etablierung einer "University/Academic Press" angestoßen. Der FWF regt an, ob es nicht für die österreichischen Forschungsstätten sinnvoll wäre, gemeinsam eine international sichtbare "University/Academic Press" nach angelsächsischem Vorbild zu gründen. Diese "University/Academic Press" würde einen rigorosen Peer Review etablieren, professionelle Lektorate anbieten, Open Access publizieren sowie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Herausgabe von Open-Access-Publikationen infrastrukturell und technisch unterstützen.

Internationale Aktivitäten[7][Bearbeiten]

  • Science Europe: Science Europe fungiert als neue Dachorganisation der europäischen Forschungsförderungs- und Forschungsträgerorganisationen mit Sitz in Brüssel. Der FWF bringt seine Expertise in ausgewählten Bereichen der Science-Europe-Agenda ein.
  • ESF (European Science Foundation): FWF-Präsidentin Pascale Ehrenfreund ist Mitglied im Governing Council der ESF.
  • ERC (European Research Council): Der FWF stellt im Programmkomitee des ERC einen der nationalen Experten.
  • ERA-Net-Schema der EU: Der FWF ist im Bereich der ERA-Nets engagiert, einer Initiative der Europäischen Kommission mit dem Ziel einer verbesserten Koordinierung der nationalen Forschungs- und Finanzierungsaktivitäten. 2012 gab es mit der Beteiligung an CHIST -ERA 2(Informationstechnologie), NEURON II (Neurowissenschaften) sowie Infect-ERA (Infektionskrankheiten) drei neue Initiativen. Insgesamt ist (bzw. war) der FWF bisher an 22 ERANet-Initiativen beteiligt.
  • Multilaterale Aktivitäten: Unter multilaterale Projektförderung fallen alle im Rahmen transnationaler, zumeist thematischer Ausschreibungen geförderten Projekte mit zumindest drei beteiligten Ländern. Charakteristikum ist die zentrale Einreichung und Begutachtung auf Basis der von den beteiligten Förderungsorganisationen gemeinsam ausgearbeiteten Rahmenbedingungen. Im Jahr 2012 beteiligte sich der FWF an acht multilateralen Programmen im Rahmen von ERA-Net-Ausschreibungen.
  • Bilaterale Aktivitäten: Im Rahmen der traditionell engen Zusammenarbeit der Förderungsorganisationen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (DACH – DFG, FWF, SNF) wurde 2008 das "Lead-Agency-Verfahren" initiiert. Es sieht zur rascheren und einfacheren Bearbeitung länderübergreifender Projekte die Zuständigkeit bei der jeweils projekthauptverorteten Organisation. Zu den bestehenden Vereinbarungen mit Partnerorganisationen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz sowie Slowenien und Korea wurde vom FWF 2012 ein Lead-Agency-Abkommen mit OTKA (Ungarn) unterzeichnet. Neue gemeinsame Ausschreibungen wurden 2012 mit dem Department of Science & Technology (Indien), OTKA (Ungarn)und FNR (Luxemburg) durchgeführt.

Links[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/leitbild/
  2. http://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/organisation/
  3. Astrobiologin Ehrenfreund neue FWF-Chefin
  4. http://www.fwf.ac.at/fileadmin/files/Dokumente/Entscheidung_Evaluation/fwf-entscheidungsverfahren.pdf
  5. http://www.fwf.ac.at/fileadmin/files/Dokumente/Ueber_den_FWF/Publikationen/FWF-Jahresberichte/fwf-jahresbericht-2013.pdf
  6. Open Access Policy bei FWF-Projekten. Abgerufen am 12. November 2014.
  7. http://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/internationale-aktivitaeten/fwf-international/

48.21946825555616.352421753056Koordinaten: 48° 13′ 10″ N, 16° 21′ 9″ O