Footvolley

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Footvolley-Spiel

Footvolley ist eine Trendsportart aus Brasilien, die Beachvolleyball und Fußball verbindet. Sie erfordert eine ausgeprägte Technik, Koordination und Körperbeherrschung im Sand. Die Ballwechsel sind oft länger als beim Beachvolleyball und gelten als spektakulär für den Zuschauer.

Regeln[Bearbeiten]

Footvolley-Spiel

Die Regeln des Footvolley basieren auf denen des Beachvolleyballs. Zwei Mannschaften mit jeweils zwei Spielern stehen sich auf einem Beachvolleyball-Feld (16 m x 8 m; 8 m x 8 m pro Feld) gegenüber, das durch ein 2,20 m hohes Netz geteilt ist. Der Untergrund sollte mit feinem Quarzsand (0,1-0,7 mm Körnung) gefüllt sein, frei von Steinen und eine Mindesthöhe von 35 cm haben.

Ziel des Spiels ist es, den Ball regelgerecht über das Netz auf den Boden der gegnerischen Spielfeldhälfte zu bringen und zu verhindern, dass er in der eigenen Spielfeldhälfte zu Boden fällt. Wie beim Fußball darf der Ball nicht mit den Armen oder Händen berührt werden, weshalb mehr Aktive aus dieser Sportart als vom Beachvolleyball zum Footvolley kommen. Der Ball wird ins Spiel gebracht, indem ein Spieler ihn von einem maximal einen Meter hinter der Grundlinie errichteten Sandhügel über das Netz hebt. Spätestens mit dem dritten Kontakt muss der Ball über das Netz gespielt werden, ohne dieses zu berühren. Wenn dies nicht gelingt, erhält der Gegner einen Punkt. Es werden zwei Gewinnsätze gespielt. Für einen Satzgewinn sind 18 Punkte mit mindestens zwei Punkten Vorsprung nötig, die nach dem Rally-Point-System gezählt. Ein Satz ist auf maximal 21 Punkte begrenzt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Footvolley (Futevolei) entstand in den 1960er Jahren an den Stränden Brasiliens. In Rio de Janeiro verhinderten Fußballer ein polizeiliches Verbot ihres Spiels, indem sie auf die Beachvolleyball-Felder auswichen. Prominente Fußballer wie Romario, Bebeto, Zico, Ronaldo oder Ronaldinho, die den Trendsport in ihrer Freizeit ausübten, trugen dazu bei, dass er immer bekannter und beliebter wurde.

In den 1990er Jahren kam Footvolley nach Europa, wo im November 2003 die European Footvolley Federation (EFVF) gegründet wurde. Gleichzeitig wurde die Sportart in den Deutschen Beachsoccer-Verband (DBSV) aufgenommen und seit 2007 läuft sie eigenständig unter "Footvolley Germany". Im Jahr 2004 entstand als nationale Konkurrenz die Deutsche Footvolley-Vereinigung (DFVV), die dem Weltverband FIFV (Federation International of Footvolley) angehört. In Österreich gibt es mit dem Footvolley-Verband ÖFV und der Austrian Football Federation (AFF) ebenfalls zwei Verbände, während die Schweizer Spieler im Schweizerischen Fussvolleyballverband (SFVV) organisiert sind.

Verband in Deutschland[Bearbeiten]

Seit 2004 werden von Footvolley Germany (seit 12/2007 Deutscher Footvolley Verband e.V.) internationale Turniere in Deutschland durchgeführt. Die europäische Liga gastierte 2004 in Köln, 2005 in Krefeld und 2006 in Düsseldorf. Bei seinen Bemühungen um eine Professionalisierung der Sportart kooperiert die DFVV unter dem Vorsitz von Jost Vieth mit der Universität Hamburg, bei der Footvolley auf dem Lehrplan stand. Der Beachvolleyballer und Olympiateilnehmer Markus Dieckmann spielt seit 2006 aktiv für den Deutschen Footvolley Verband e.V. und nimmt an internationalen Turnieren teil.

die deutschen Footvolley-Spieler

Zurzeit gibt es vier semiprofessionelle Mannschaften, die Deutschland seit 2004 auf internationalen Turnieren vertreten. Der 1. MSC Strandkaiser.de Krefeld und die Beach-Devils Borussia Hetzendorf betreiben Footvolley in einer offiziellen Abteilung.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.foot-volley.de/index.php?option=com_content&task=view&id=12&Itemid=28