Forbach (Baden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Forbach
Forbach (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Forbach hervorgehoben
48.6805555555568.3583333333333332Koordinaten: 48° 41′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Höhe: 332 m ü. NHN
Fläche: 131,82 km²
Einwohner: 4867 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76596
Vorwahl: 07228
Kfz-Kennzeichen: RA, BH
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 013
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Landstraße 27
76596 Forbach
Webpräsenz: www.forbach.de
Lage der Gemeinde Forbach im Landkreis Rastatt
Rhein Frankreich Rheinland-Pfalz Enzkreis Sinzheim Sinzheim Sinzheim Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Karlsruhe Landkreis Calw Landkreis Freudenstadt Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Ortenaukreis Ortenaukreis Ortenaukreis Au am Rhein Bietigheim Bischweier Bühlertal Bühlertal Bühlertal Bühl (Baden) Durmersheim Elchesheim-Illingen Forbach (Baden) Gaggenau Gernsbach Hügelsheim Iffezheim Kuppenheim Lichtenau (Baden) Loffenau Muggensturm Muggensturm Ötigheim Ottersweier Ottersweier Rastatt Rheinmünster Rheinmünster Rheinmünster Rheinmünster Sinzheim Steinmauern Weisenbach RheinKarte
Über dieses Bild

Forbach ist eine Gemeinde im nördlichen Teil des Schwarzwaldes im baden-württembergischen Landkreis Rastatt.

Geografie[Bearbeiten]

Forbach: Murggarten, rechts hinten die Pfarrkirche St. Johannes
Blick ins Murgtal aus Richtung Rote Lache. Vorne liegt Bermersbach, im Tal links Gausbach und rechts Forbach

Der Kernort Forbach liegt im mittleren Murgtal an der Murg. Der Bahnhof hat die Höhenmarke 303 m ü. NN. Die Ortsteile Kirschbaumwasen (434 m ü. NN) und Raumünzach (392 m ü. NN) liegen etwas flussaufwärts, die Orte Gausbach (300 m ü. NN) und Langenbrand (270 m ü. NN) etwas flussabwärts. Erbersbronn (514 m ü. NN) und Hundsbach (714 m ü. NN) liegen in Seitentälern oberhalb der Kernortes im Südwesten und Bermersbach (410 m ü. NN) oberhalb Forbach in einem Seitental im Nordwesten.

Die Orte Herrenwies (761 m ü. NN) und Schwarzenbach liegen an der Schwarzenbachtalsperre westlich des Kernortes.

Die nächstgrößeren Orte sind die im Nordwesten gelegenen Städte Baden-Baden, etwa 12 km und Gaggenau, etwa 14 km entfernt. Im Westen liegt Bühl, etwa 17 km entfernt und flussaufwärts in Süden gelegen Baiersbronn etwa 20 km und die Stadt Freudenstadt etwa 26 km entfernt.

Der nördliche Teilbereich des 2014 eingerichteten Nationalparks Schwarzwald gehört überwiegend zum Gebiet der Gemeinde Forbach.

Berge[Bearbeiten]

Die höchste Erhebung Forbachs ist mit 1054,5 m ü. NN der Hohe Ochsenkopf, gleichzeitig der höchste Berg im Landkreis Rastatt. Die Badener Höhe und der Mehliskopf liegen zum Teil auf Forbacher Gemeindegebiet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Forbach gehörten die ehemaligen Gemeinden Bermersbach, Gausbach und Langenbrand mit insgesamt 28 Dörfern, Weilern, Zinken, Höfen und Häusern.
Zur ehemaligen Gemeinde Bermersbach gehörten das Dorf Bermersbach, das Gasthaus Rote Lache und die Häuser Wolfsheck. Zur Gemeinde Forbach in den Grenzen vom 30. Juni 1974 gehörten das Dorf Forbach, die Weiler Erbersbronn, Hundsbach-Aschenplatz, Hundsbach-Viehläger, Kirschbaumwasen, die Siedlungen Herrenwies, Hundsbach-Biberach, Hundsbach-Mitte und Raumünzach, die Höfe Schindelbronn, Seebachhof und Trabronn und die Häuser Badener Höhe, Kaltenbach, St. Anton, Sasbach, Schneiderskopf und Tauchert. Zur ehemaligen Gemeinde Gausbach gehörten das Dorf Gausbach und die Häuser Röhret. Zur ehemaligen Gemeinde Langenbrand gehörten das Dorf Langenbrand, die Siedlungen Breitwies (Weisenbachfabrik) und Wolfsheck und die Häuser Bahnstation Langenbrand-Bermersbach.
In der Gemeinde Forbach im Gebietsstand vom 30. Juni 1974 lag die Wüstung Frohnbrunnen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Forbach wurde im Jahre 1360 in einer Testamentsurkunde des Ebersteiners Heinrich II erstmals genannt.

1387 war Forbach halb ebersteinisch und halb markgräflich. Graf Wolfram verkaufte an seinen Onkel, den Markgrafen Rudolf VII. für 8000 Gulden u. a. von allen seinen Dörfern die Hälfte. Forbach war von da an halb an Eberstein, halb an Baden zinspflichtig. Im Jahr 1404 wurde bei der Besitzteilung zwischen dem Markgrafen Bernhard und den Ebersteiner Grafen Bernhard und Wolf die Pfarrei Forbach dem Markgrafen Bernhard zugeteilt.

1455 verkaufte Markgraf Karl an mehrere Bürger in Forbach, Gausbach und Bermersbach seine Waldungen in der Birkenau bis an den Hartmannsbrunnen und das Rotwasser mit Fischrecht für 250 Gulden. Markgraf Philipp bestätigte im Jahr 1532 den Waldverkauf von 1455 und verlangte von Kirchspielgemeinden Forbach, Bermersbach und Gausbach einen Zins von 65 Gulden auf 50 Jahre.

Im Jahr 1543 erhielt Forbach eine Dorfordnung, sie bestimmte in einigen Dutzend Artikeln, was rechtens und erlaubt und was nicht erlaubt war und was zum Schutz vor Feinden und anderen Gefahren getan werden musste. 1569 verkaufte Graf Philipp von Eberstein seinen Waldbesitz samt Sägemühlen und Floßrechten für 3500 Gulden an die Murgschifferschaft. 1624 heiratete die Ebersteinerin Maria den Grafen von Wolkenstein, der mit Maria auch halb Forbach bekam.

Religionen[Bearbeiten]

Die evangelische Kirche in Forbach

Ab 1555 machte der religiöse Zwiespalt in Forbach nicht Halt; in den hundert Jahren bis 1655 wechselten die Forbacher achtmal die Konfession. Schließlich konnte sich die römisch-katholische Kirche durchsetzen, der auch heute noch die meisten Forbacher angehören. Ein evangelisches Kirchengebäude wurde erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg gebaut.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1974 erfolgte die Eingemeindung von Bermersbach, Gausbach und Langenbrand.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 - neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden - 19 Mitglieder an. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

CDU 40,2 % (+0,8) 8 Sitze (=)
FWG 32,3 % (-6,3) 6 Sitze (-1)
SPD 27,6 % (+5,6) 5 Sitze (+1)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Forbach unterhält seit 1963 partnerschaftliche Beziehungen zur französischen Gemeinde Andilly und seit 2007 auch zur italienischen Gemeinde Montemaggiore al Metauro. Am 24. April 2008 wurde die Partnerschaftsurkunde in Italien unterzeichnet.

Wappen[Bearbeiten]

Ein in Silber schrägliegendes, rechtsgekehrtes blaues Beil mit schwarzem Stiel, oben und unten begleitet von zwei blaubesamten roten Rosen. Als Symbol des Holzreichtums der Gemeinde erschien dieses Wappen erstmals in einem 1722 gestochenen Siegel. Im Wappenschild zur Besiegelung des Huldigungsprotokolls von 1811 fehlten die Rosen als Bezug zum Rosenzeichen des Hauses Eberstein. Um 1850 kehrten die Rosen wieder auf den Wappenschild zurück. 1901 nahm der Gemeinderat die Wappenfarben an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Bahnhof Forbach.

Verkehr[Bearbeiten]

Forbach hat fünf Haltepunkte an der Murgtalbahn (Rastatt – Freudenstadt) im Karlsruher Verkehrsverbund. Diese werden von den Schnellbahnlinien S31 (Odenheim – Freudenstadt) und S41 (Karlsruhe – Eutingen im Gäu) der Stadtbahn Karlsruhe bedient.

Die Bundesstraße 462 (Rastatt – Rottweil) verbindet die Gemeinde mit dem überregionalen Straßennetz. Die Verbindungsstraße nach Baden-Baden führt über die Rote Lache.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das Rudolf-Fettweis-Werk, ein Wasserkraftwerk der EnBW, ist neben der Gemeindeverwaltung und dem Klinikum Mittelbaden Forbach (ehemals Kreiskrankenhaus) der letzte große Arbeitgeber in Forbach. Die ursprünglich zur E. Holtzmann & Cie. gehörende Papierfabrik Wolfsheck wurde im Jahr 2007 geschlossen.

Bildung[Bearbeiten]

Forbach verfügt über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule im Kernort sowie eine weitere Grundschule im Ortsteil Langenbrand. Außerdem gibt es zwei gemeindliche und einen römisch-katholischen Kindergarten im Ort.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Holzbrücke über die Murg ist das Wahrzeichen von Forbach

Die gedeckte Holzbrücke über die Murg wurde 1778–1779 errichtet. Sie überquert den Fluss mit einer Spannweite von 37,8 m ohne Zwischenpfeiler und ist damit im Gegensatz zu ihren Vorgängerbauten hochwassersicher. Der erste Bau bestand bis 1954, im Folgejahr wurde die Brücke originalgetreu neu aufgebaut und 1976 renoviert.[3][4] Sie ist mit PKW befahrbar.

Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer überragt mit den zwei 50 m hohen Türmen ihrer Doppelturmfassade das Forbacher Ortszentrum. Die Basilika entstand 1886–1891 im neuromanischen Stil nach Plänen des Architekten Adolf Williard.[5][6]

Durch Forbach verläuft der Fernwanderweg Westweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten]

In der Festhalle (ehemalige Schule) des Ortsteils Bermersbach befindet sich das Murgtalmuseum, das sich mit den Lebensumständen früherer Generationen der Region beschäftigt. Das Museum wird vom Heimatverein Bermersbach geführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 161–163
  3. Zweckverband „Im Tal der Murg“: Eine Holzbrücke über die Murg. Abgerufen am 21. Mai 2013
  4. Gemeinde Forbach: Die hölzern Bruck zue Forppach. Abgerufen am 21. Mai 2013
  5. Zweckverband „Im Tal der Murg“: Kirchen in Forbach. Abgerufen am 21. Mai 2013
  6. Gemeinde Forbach: Kirchen und Kapellen in Forbach. Abgerufen am 21. Mai 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Forbach (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien