Forbach (Moselle)

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Forbach
Wappen von Forbach
Forbach (Frankreich)
Forbach
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Forbach
Kanton Forbach
Koordinaten 49° 11′ N, 6° 54′ O49.1880555555566.9225Koordinaten: 49° 11′ N, 6° 54′ O
Höhe 192–388 m
Fläche 16,32 km²
Einwohner 21.510 (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 1.318 Einw./km²
Postleitzahl 57600
INSEE-Code
Website www.mairie-forbach.fr

Forbach

Forbach [frz. fɔʁ'bak mit Betonung auf der zweiten Silbe] ist eine Stadt im französischen Département Moselle in der Region Lothringen. Forbach ist der Hauptort des Arrondissements Forbach sowie des Kantons Forbach. Die Einwohner Forbachs heißen auf Französisch Forbachois (Aussprache: fɔʁba'kwa). Forbach ist mit 21.510 Einwohnern (Stand 1. Januar 2010) die viertgrößte Stadt im Département Moselle.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Forbach liegt im Westteil des Saarkohlebeckens (siehe Bergbau im Saarland) an einer europäischen Hauptverkehrsachse, zehn Kilometer von Saarbrücken und 60 Kilometer von Metz entfernt.

Nachbargemeinden von Forbach sind Saarbrücken (D, Stadtteil Gersweiler) im Norden, Schœneck und Stiring-Wendel im Nordosten, Spicheren und Etzling im Osten, Behren-lès-Forbach im Südosten, Œting im Süden, Morsbach im Südwesten, Großrosseln (D, Saarland) im Westen sowie Petite-Rosselle im Nordwesten.

Bevölkerung [Bearbeiten]

Neben der ursprünglichen Bevölkerung Forbachs und Einwanderern polnischer, italienischer, spanischer und portugiesischer Herkunft leben zahlreiche Menschen maghrebinischer Herkunft in Forbach und Umgebung. Ihre Vorfahren stammen aus ehemaligen französischen Kolonien in Nordafrika, insbesondere aus Französisch-Nordafrika (heute Teile von Algerien, Tunesien, Marokko und Libyen). Sie wurden von der seinerzeit blühenden ostlothringischen Montanindustrie als Arbeiter angeworben. Überwiegend muslimischen Glaubens bildeten sie mit ihren Nachkommen teilweise abgeschottete Gesellschaften, die auch heute noch nicht in vollem Umfang in die lothringische Gesellschaft integriert sind. Durch ihre zentrale Unterbringung in neu entstandenen Hochhausgebieten erfolgte eine gewisse Ghettoisierung, die Spannungen und soziale Probleme hervorrief bzw. sichtbar machte.

Im direkten Umfeld des lothringischen Montan-Oberzentrums Forbach wurden von den Betreibern der Kohlengruben im "Lothringer Kohlebecken" (Bassin de Lorraine) Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts zahlreiche größere Siedlungen für die Montanarbeiter errichtet. Eine der umfangreichsten Siedlungen für Arbeiter mit nordafrikanischem Migrationshintergrund wurde in Farébersviller (deutsch: Pfarrebersweiler) erbaut. Die zwischen Forbach und Freyming-Merlebach gelegene, dörflich strukturierte Gemeinde hatte im Jahr 1954 etwa 600 Einwohner. Nach dem Bau von großen Arbeitersiedlungen wuchs die Bevölkerung bis zu einem Höchststand von 8450 Einwohnern (1962) an. Die eingewanderten Arbeiter und ihre Familien waren überwiegend muslimischen Glaubens. Sie bauten sich in den 70er Jahren ein eigenes Kulturzentrum mit einer weithin sichtbaren Moschee, eine im ostfranzösischen Raum singuläre Situation.

Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 21.704 23.120 25.244 27.187 27.076 22.784 21.801

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind die Burg von Forbach und die Heilig-Kreuz-Kapelle. Darüber hinaus ist auch die Protestantische Pfarrkirche aufgrund ihrer zahlreichen architektonisch-stilistischen Besonderheiten sehenswert.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Grenzübergreifende Wirtschaftsregion [Bearbeiten]

Als benachbarte Grenzstädte haben sich Saarbrücken und Forbach zu einer europaweit vorbildlichen Kooperation entschlossen. Mit der Schaffung des gemeinsamen grenzübergreifenden Gewerbegebietes Eurozone Saarbrücken–Forbach auf einer Fläche von etwa 100 Hektar (= 1 km²) wurde ein Zeichen gesetzt für das wirtschaftliche Zusammenwachsen in einem geeinten Europa. Der grenzüberschreitende Gewerbe- und Dienstleistungspark wurde und wird von der Europäischen Union finanziell gefördert und von den Städten Saarbrücken und Forbach gemeinsam erschlossen und vermarktet.

Sendeanlage Kreutzberg [Bearbeiten]

Auf dem zu Forbach gehörenden Kreutzberg (380 Meter) befindet sich eine Sendeanlage für UKW-Radio und das französische Fernsehen (Turmspitze: 455 Meter).

Verkehr [Bearbeiten]

Schienenverkehr [Bearbeiten]

Panoramabild des Bahnhofs. Das ursprünglich aus mehreren Gebäuden bestehende Empfangsgebäude mit dem Hausbahnsteig

Der Bahnhof Forbach liegt an der Eisenbahnstrecke (Paris–) MetzSaarbrücken (–KaiserslauternMannheimFrankfurt). Die Strecke Paris–Lorraine (LGV Est européenne) wurde als Schnellfahrstrecke ausgebaut. Der Bahnhof wurde im Zuge dieser Beschleunigungsmaßnahmen seit Sommer 2006 den Bedürfnissen angepasst. Am 16. September 2006 wurde ein ICE 3 auf den Namen Forbach-Lothringen getauft. Seit Juni 2007 halten in Forbach ICE-Züge der Strecke Frankfurt–Paris einmal täglich.

Außerdem verkehren stündlich Regionalzüge in Richtung Metz sowie mehrmals täglich nach Saarbrücken.

Nahverkehr [Bearbeiten]

In der Stadt und zu den zum Teil weit verstreuten Ortsteilen sowie über die deutsch-französische Grenze ins Stadtgebiet von Saarbrücken verkehren insgesamt acht Buslinien:

Nr. betrieben von Forbus
1 Wiesberg – Stiring-WendelGoldene Bremm (Brème d'Or)
2 Marienau Goldene Bremm – Habsterdick
3 Klein-Rosseln (Petite-Rosselle) – Bahnhof Forbach
4 Bruch – Bellevue – Bahnhof Forbach
6 Creutzberg – Petite Forêt – Hôpital
7 Behren – Oeting – Forbach
8 Spicheren – Forbach
Nr. gemeinsam betrieben mit Saarbahn
30 Forbach – Goldene Bremm – Messe – Saarbrücken Hbf

Straßenverkehr [Bearbeiten]

Direkt durch das Stadtgebiet führt die 15 Kilometer lange Autoroute A320, die die Autoroute A4 (Straßburg–Metz) bei Freyming-Merlebach mit der A 6 am Grenzübergang Goldene Bremm bei Saarbrücken verbindet. Dort endet auch die Route nationale 3 von Paris-Porte de Pantin, einst ein Teil der unter Napoléon Bonaparte ausgebauten Kaiserstraße nach Mainz.

Kirchen [Bearbeiten]

Forbach ist vorwiegend katholisch geprägt, aber auch eine Protestantisch-lutherische Kirche sowie eine Synagoge existieren in der Stadt.

Liste der Sakralbauten in Forbach

Sport [Bearbeiten]

Bekanntester Sportverein der Stadt ist die 1909 gegründete Union Sportive. Von 1957 bis 1966 spielten ihre Fußballer sogar in der zweiten französischen Liga. Ihre Heimbegegnungen tragen sie im Stade du Schlossberg aus.

Städtepartnerschaft [Bearbeiten]

  • Seit 1984 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Mittelstadt Völklingen, der viertgrößten Stadt im Saarland.

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Forbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien