Forces Armées de la République Démocratique du Congo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Forces Armées de la République Démocratique du Congo
Führung
Oberbefehlshaber: Didier Etumba Longila (seit 2008)
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 144.000-159.000 (2011)
Wehrpflicht:
Wehrtauglichkeitsalter: 18-45
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1.72 % [1] (2012)
Geschichte
Gründung: 1960/2003

Forces Armées de la République Démocratique du Congo, kurz FARDC ist die Bezeichnung für die in der heutigen Form seit 2003 bestehenden Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo. Sie entstanden nach dem Zweiten Kongokrieg, als die damaligen Regierungsstreitkräfte Forces Armées Congolaises (FAC) mit den Truppen der beiden großen Rebellenbewegungen Rassemblement congolais pour la démocratie (RCD) und Mouvement pour la Libération du Congo (MLC) zusammengelegt wurden.

Neben dem Heer, welches die bei weitem größte Teilstreitkraft darstellt, besteht die FARDC aus einer kleinen Marine (Marine Nationale) und Luftwaffe (Force Aeriene Congolaise). Generalstabschef der FARDC ist seit dem 17. November 2008 Didier Etumba, nachdem Präsident Joseph Kabila gleichentags den Heereschef Dieudonne Kayembe entlassen hatte.[2] Chef des Heeres ist seit 2012 General François Olenga.[3]

Die FARDC gilt als eine der Streitkräfte der Welt, die ihren Angehörigen am wenigsten Sold zahlt und am schlechtesten ausgerüstet ist.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Nach Ende des Zweiten Kongokrieges wurde unter anderen vereinbart, dass aus der regulären FAC und den Rebellenbewegungen neue kongolesische Streitkräfte entstehen soll.[5] Die am 6. März 2003 veröffentlichte Übergangsverfassung legte fest, dass die FAC, die RDC und zwei von ihr abgespaltene Fraktionen (RDC-N und RDC-ML), die MLC und die Mai-Mai sich zur FARDC zusammen schließen. Nach Schätzungen meldeten sich 130.000 bis 370.000 Soldaten für die Eingliederung in die neuen kongolesischen Streitkräfte [5]

2006 waren von den vorgesehenen 18 Brigaden erst 6 gebildet. International wurde befürchtet, dass die FARDC noch vor Abschluss des Neuaufbaus sich auflösen würde.[6]

Organisation[Bearbeiten]

Die FARDC bestand 2011 aus ungefähr 144.000-159.000 Angehörigen der Streitkräfte. Sie leidet weiterhin unter organisatorischen und logistischen Problemen. Die Soldaten sind unzureichend ausgebildet und ausgerüstet, ihr Sold wird nur unregelmäßig ausgezahlt und reicht in der Regel kaum aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.[4]

Kongolesische Soldaten werden von US-Militärberatern ausgebildet

Der Neuaufbau der Armee ist nicht abgeschlossen. Seit Jahren wird deshalb versucht, die FARDC zu reformieren.[4] Dabei werden Einheiten der FARDC von Einheiten der UN trainiert und logistisch unterstützt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Ihren größten Erfolg erzielte die FARDC im November 2013 als die Rebellen der Bewegung 23. März ihre Niederlage eingestehen mussten.[7]

Zahlreiche Menschenrechtsverletzungen gehen auf Angehörige der FARDC zurück. Es kommt regelmäßig zu Übergriffen auf Zivilisten mit Plünderungen und Vergewaltigungen[8]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The World Factbook
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRegierungssoldaten im Osten Kongos vertrieben. dw, 18. November 2014, abgerufen am 6. Dezember 2014.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSimone Schlundwein: In den Straßen von Kinshasa herrscht Panik. TAZ, 31. Dezember 2013, abgerufen am 19. März 2014.
  4. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTinko Weibezah, Sebastian Riet: Ein schwerer Weg - Zur Reform der Streitkräfte in der DR Kongo. Konrad-Adenauer-Stiftung, 13. Oktober 2010, abgerufen am 19. März 2014.
  5. a b Georges Berghezan: Forces Armées de RDC: Le chaos institutionnalisé ? 9. Januar 2014, abgerufen am 13. März 2014.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDominic Johnson: EU-Kundschafter in den Kongo. TAZ, 26. Januar 2006, abgerufen am 19. März 2014.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDominic Johnson: Kabila gerettet. Und der Kongo? TAZ, 11. November 2013, abgerufen am 19. März 2014.
  8. DR Congo: initial findings by UN confirm human rights violations amid recent violence. UN News Center, 18. Dezember 2012, abgerufen am 19. März 2014.