Forchbahn

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Zürich Rehalp–Esslingen
Strecke der Forchbahn
Fahrplanfeld: 731
Streckenlänge: 13.06 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 1200 =
Maximale Neigung: 69 
   
Tram Zürich
   
0.00 Zürich Rehalp 520 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
1.08 Waldburg 585 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
1.48 Spital Zollikerberg 600 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
1.99 Zollikerberg 605 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
3.45 Waltikon 640 m ü. M.
Tunnel – Anfang
Zumiker Tunnel (1758 m)
   
4.25 Zumikon 650 m ü. M.
   
5.02 Maiacher 665 m ü. M.
Tunnel – Ende
Haltepunkt, Haltestelle
5.59 Neue Forch 675 m ü. M.
Bahnhof, Station
6.40 Forch 675 m ü. M.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Forchtunnel (282 m)
Haltepunkt, Haltestelle
7.41 Scheuren 655 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
9.00 Neuhaus bei Hinteregg 605 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
10.09 Hinteregg 560 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
10.75 Egg 545 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
11.48 Langwies ZH 525 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
12.20 Emmat 515 m ü. M.
Kopfbahnhof – Streckenende
13.06 Esslingen 485 m ü. M.

Die Forchbahn ist eine meterspurige Schmalspurbahn, die zwischen Zürich und Esslingen in der Schweiz verkehrt und der gleichnamigen Forchbahn AG (FB) gehört. Der Name stammt von der Ortschaft Forch und dem gleichnamigen Pass (676 m ü. M.) zwischen dem Zürichsee und dem Greifensee, der von der Bahn auf etwa halber Strecke überwunden wird.

Die Forchbahn wurde am 27. November 1912 eröffnet und löste eine seit 1905 bestehende Autobuslinie ab, was für die damalige Zeit eher ungewöhnlich war. Seit ihrer Eröffnung ist die Forchbahn durch die gemeinsame Direktion und Betriebsführung eng mit den heutigen Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) verbunden.

Die befahrene Streckenlänge beträgt etwa 16 Kilometer, davon gehören 13.06 Kilometer (Rehalp–Esslingen) der Forchbahn und umfassen zwei Tunnel mit 280 und 1750 Metern Länge. Die Strecke zwischen Rehalp und Neue Forch ist doppelspurig ausgebaut und für den Gleiswechselbetrieb ausgelegt, der Fahrbetrieb erfolgt elektrisch mit 1200 Volt Gleichstrom. In Zürich wird zwischen Rehalp und dem Bahnhof Zürich Stadelhofen auf circa drei Kilometern Länge das Netz der Strassenbahn Zürich befahren. Es gehört den VBZ und ist wie alle Zürcher Tramstrecken doppelspurig ausgebaut und mit 600 Volt Gleichstrom elektrifiziert, es wird grundsätzlich im Einrichtungsbetrieb befahren.

Anfangs brachte die Forchbahn – im Volksmund Tante Frieda genannt – insbesondere Milch vom Land in die Stadt Zürich. Heute dient sie hauptsächlich dem Transport von Pendlern nach Zürich und von Ausflüglern in die Pfannenstiel-Region. Die Züge verkehren tagsüber im Viertelstundentakt und abends im Halbstundentakt. Zusätzlich fahren zu den Stosszeiten sogenannte Eilzüge, welche von Forch bis Rehalp und umgekehrt ohne Halt unterwegs sind und die Reisezeit von 35 Minuten auf 30 Minuten verkürzen.

Des Öfteren wurde über eine Verlängerung der Forchbahn bis Zürich Hauptbahnhof diskutiert, ohne dass die Pläne aber realisiert wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

Strassenpartie im Zollikerberg um 1915
Depot und Bahnhof Forch

In Esslingen hatte die Forchbahn ursprünglich Anschluss an die 1909 eröffnete, ebenfalls meterspurige Uster–Oetwil-Bahn (UOe), mit der die Forchbahn den Bahnhof gemeinschaftlich unterhielt. Die Uster–Oetwil-Bahn wiederum hatte in Langholz Anschluss an die 1903 eröffnete Wetzikon–Meilen-Bahn (WMB). Eine Fusion der drei Bahnen kam nie zustande. Die Uster–Oetwil-Bahn stellte ihren Betrieb 1949 ein, ein Jahr später wurden die Gleise abgebrochen und die Wetzikon–Meilen-Bahn ebenfalls stillgelegt.

Am 5. Oktober 1941 kollidierten zwischen den Station Forch und Scheuren an einer unübersichtlichen Stelle zwei Züge in voller Fahrt. Der Wagenführer des einen Zuges fand den Tod, der andere erlitt nur leichtere Verletzungen. Drei Fahrgäste wurden schwer und acht leicht verletzt.[1]

In den 1950er-Jahren erfolgten grössere Modernisierungsarbeiten, bei denen grosse Teile der Strecke von der Strasse auf einen separaten Gleiskörper verlegt wurden. 1966 wurde der Güterverkehr auf der Strecke eingestellt.

In den 1970er-Jahren folgten weitere Ausbauschritte, welche die Forchbahn heute massgeblich prägen: 1970 wurden der Neubau der Depotanlage Forch, der zugehörigen Station Forch und des Forch-Tunnels unter der gleichzeitig erstellten Forch-Autostrasse (A52) eröffnet. Ein Jahr später wurde beschlossen, den Ortskern von Zumikon zu untertunneln, mit den Bauarbeiten dazu wurde 1973 begonnen und 1975 wurde während des Baus entschieden den Tunnel noch zu verlängern. Der 1758 Meter lange Tunnel Zumikon mit den beiden Tunnelhaltestellen Zumikon und Maiacher wurde 1976 eröffnet und unterfährt das Gemeindegebiet von Zumikon fast vollständig.

Die 1974 erstellte Betriebsplanung wies für die nächsten zwei Dekaden einen Bedarf von etwa zehn neuen Doppelwagenzügen (zwei kurzgekuppelte Vierachswagen) aus. Das Konzept für das neue Rollmaterial hatte man mit den VBZ und deren Lieferanten ausgearbeitet und basierte auf dem neuen VBZ-Tramtyp Be 4/6 «Tram 2000». Das Forchbahn-Derivat "FB 2000" bestand aus zwei kurzgekuppelten Be 4/4-Triebwagen, die im Gegensatz zum sechsachsigen VBZ-Pendant über kein Gelenk, beidseitige Türen und einen breiteren Wagenkasten verfügen. Gleichzeitig mit den ersten neuen VBZ-Trams wurde 1976 die ersten drei Be 8/8-Doppelzüge in Betrieb genommen. Bis 1986 folgten weitere drei Doppelzüge und vier passende, vierachsige Steuerwagen. Von diesen Wagen wiederum wurde die aktuelle Fahrzeuggeneration der Strassenbahn Neuenburg abgeleitet.
Der Fahrzeugtyp wurde 1994 ein letztes Mal in Form von acht frei zusammenstellbaren Be 4/4-Halbzügen geliefert.

Seit Betriebsaufnahme des Zürcher Verkehrsverbunds 1990 gehört auch die Forchbahn dazu und ist als S 18 in das Netz der S-Bahn Zürich integriert.

2004 erhielt die Forchbahn dreizehn neue Niederflurfahrzeuge von Stadler Rail (Be 4/6-Halbzüge). Die sechs alten BDe 4/4-Triebwagen und einige Steuerwagen wurden nach Madagaskar verschenkt, wo sie – ausgerüstet mit Dieselmotoren – bei der wiederbelebten Stadtbahn von Antananarivo zum Einsatz kommen sollten. Beim Steuerwagen 107 war die Kupplungsanlenkung so stark beschädigt, dass er bei der Firma Hügler AG in Dübendorf verschrottet wurde.

2009 wurde der Stadelhoferplatz umgebaut, so dass der Verkehr von Forchbahn und Tram über separate Schienen und Wendeschlaufen abgewickelt werden kann.

Rollmaterial[Bearbeiten]

  • BDe 4/4 10 (1948) Partytram
  • BDe 4/4 11–14 (1959), 15–16 (1966) ausser Dienst
  • Bt 101 (1959) ausser Dienst
  • Bt 102–108 (1967/1968) ausser Dienst
  • Be 8/8 21/22–31/32 (1976–1986)
  • Bt 201–204 (1981/1982)
  • Be 4/4 51–58 (1994)
  • Be 4/6 61–73 (2004/2005)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Forchbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zusammenstoss bei der Forchbahn. In: Liechtensteiner Volksblatt. 7. Oktober 1941, S. 2, abgerufen am 20. Oktober 2013 (PDF; 342 kB).