Ford-Pinto-Motor

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Der Ford-Pinto-Motor, kurz Pintomotor, ist eine vor allem im englischen Sprachraum verbreitete Bezeichnung für einen Ottomotor mit vier Zylindern, der in vielen Autos der Ford Motor Company Verwendung fand und nach dem Ford Pinto benannt ist, für den er ursprünglich entwickelt wurde. In Europa wurde er 1970 zuerst im Mk.3 Ford Cortina und im Ford Taunus eingebaut und ersetzte die V4-Motoren Essex und Köln. Bei Ford trug der Pintomotor die offizielle Bezeichnung OHC (Overhead Camshaft).

Ausführungen[Bearbeiten]

Der Motor war mit 1,3, 1,6, 1,8, 2,0 und 2,3 Litern Hubraum verfügbar, wobei der 2,3-Liter-Motor, als Lima OHC bekannt, ausschließlich in Nord- und Südamerika angeboten wurde. Für den Markt in Nordamerika war der Lima OHC auch mit Turbolader verfügbar.

Verwendung Pintomotor in Europa:

Verwendung Pintomotor Nord- und Südamerika:

Eine im Hubraum auf 2,5 Liter vergrößerte Version des Lima OHC mit verbesserten Zylinderköpfen zur Kraftstoffeffizienz und Abgasverringerung wurde zwischen 1998 und 2001 im Ford Ranger und Mazda B 2500 für Nordamerika eingebaut.

Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Der Motorblock ist auch die Basis für den Cosworth-16V-Motor. Die englische Firma Cosworth entwickelte in Eigenregie einen Vierventilkopf für den Motorblock des OHC. Dieser Zylinderkopf wurde von Ford im Hinblick auf Motorsportaktivitäten in die Serienproduktion übernommen. Der ausschließlich mit Turboaufladung angebotene Motor wurde im Sierra RS Cosworth, Sierra RS500 und Escort RS Cosworth angeboten. Mit diesem Motor erreichte Ford unzählige nationale und internationale Einzelsiege und Meisterschaften im Tourenwagen- und Rallyesport. Die größten Erfolge waren der Start-Ziel-Sieg beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 1987 für Klaus Ludwig, Klaus Niedzwiedz und Steve Soper und der erste Platz in der Fahrerwertung der DTM 1988, ebenfalls für Klaus Ludwig.

Von Bedeutung beim Pintomotor war, dass es der erste Ford-Motor mit riemenangetriebener obenliegender Nockenwelle war. Wegen verschärfter Emissionsgesetze wurde Ende der 1980er der DOHC entwickelt und zunächst parallel dazu angeboten. Der später angebotene DOHC 16V, der unter anderem im Escort RS2000 16V verwendet wurde, hat mit dem ursprünglichen OHC wenig gemeinsam. Der DOHC 16V hat einen eigenständigen Motorblock und anstatt eines Zahnriemens eine Steuerkette. Die 2,3-Liter-Variante des DOHC 16V findet auch heute noch im Ford Transit Verwendung.