Fordon

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Dieser Artikel behandelt den Stadtteil von Bydgoszcz/Bromberg. Zum deutschen Politiker siehe Rolf Fordon.
Wappen von Fordon

Fordon ist mit 76.800 Einwohnern der größte Stadtteil von Bydgoszcz (Bromberg).

Geographie[Bearbeiten]

Alt-Fordon

Lage[Bearbeiten]

Bis zum 1. Januar 1973 war es eine eigenständige Stadt, etwa zehn Kilometer östlich von Bydgoszcz und hatte 8.700 Einwohner. Alt-Fordon liegt an der Weichsel an einem Flussübergang. Nördlich und westlich von Alt-Fordon erstreckt sich der Stadtteil Neu-Fordon als eine von Wohnblocks geprägte Trabantenstadt.

Gliederung[Bearbeiten]

Panoramabild

Der Stadtteil ist in 16 Bereiche untergliedert:

  • Stary Fordon (Alt-Fordon)
  • Akademickie
  • Bajka
  • Bohaterów
  • Eskulapa
  • Kasztelanka
  • Łoskoń
  • Mariampol (Marienfelde)
  • Nad Wisłą (An der Weichsel)
  • Niepodległości
  • Pałcz
  • Powiśle
  • Przylesie
  • Szybowników
  • Tatrzańskie
  • Zofin (Sophienthal)

Geschichte[Bearbeiten]

Die Siedlung Wyszogród wurde das erste Mal im Jahre 1113 erwähnt. Sie war ein wichtiger Wehrposten. 1330 wurde sie vom Deutschen Orden zerstört. Die neue Siedlung wurde 2 km nordöstlich an der heutige Stelle von Fordon wieder aufgebaut. 1382 erhielt Fordon vom Herzog Wladislaus II. die Kulmer Stadtrechte und am 3. Juli 1424 vom polnischen König Władysław Jagiełło das Magdeburger Stadtrecht.

1772 kam Fordon nach der Ersten Teilung Polens an das Königreich Preußen. Zwischen 1891 und 1893 wurde bei Fordon die damals längste Brücke des Deutschen Reiches über die Weichsel gebaut. Anfang des 20. Jahrhunderts bauten die Juden eine Synagoge in Fordon. Im Jahr 1910 lebten in Fordon 726 Polen (ca. 26 %) und 2124 Deutsche (ca. 70 %)

Nach dem Ersten Weltkrieg kam Fordon gemäß dem Versailler Vertrag am 10. Januar 1920 wieder zu Polen. Die meisten deutschen Bewohner wanderten 1921 aus. Im Jahr 1923 lebten in Fordon 916 (34 %) Deutsche und 1608 Polen (61 %). Im Jahr 1939 wohnten in Fordon 4492 Polen (90,9 %), 418 Deutsche (8,5 %) und 30 Juden (0,6 %).[1]

Denkmal im Tal des Todes

Am Anfang des Zweiten Weltkrieges im Oktober und November 1939 wurden im Tal des Todes Massenhinrichtungen an ca. 5.000 Einwohnern aus Bydgoszcz und Umgebung durchgeführt. Opfer waren vor allem Lehrer, Beamte, Intellektuelle und Priester. Die Hinrichtungen wurden vom Volksdeutschen Selbstschutz, der von Ludolf-Hermann von Alvensleben kommandiert wurde, und dem Einsatzkommando 16 der Gestapo durchgeführt.

Während des Zweiten Weltkrieges errichteten die Deutschen in der Synagoge ein Kino, das bis 1988 in dem Gebäude untergebracht war. Danach verfiel dieses. 2005 wurde die Synagoge einer jüdischen Stiftung übergeben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Tadeusz Jaszowski, Edmund Pyszczyński: Fordońska Dolina Śmierci, Urząd Miejski w Bydgoszczy

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fordon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. http://www.mikolaj-bydgoszcz.home.pl/historia/hist10.htm

53.147518.167777777778Koordinaten: 53° 9′ N, 18° 10′ O