Formschneider

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Dieser Artikel behandelt den Beruf. Zum Büchsenmeister in Diensten der Reichsstadt Nürnberg siehe Johannes Formschneider.
Der Formschneider aus Jost Ammans Ständebuch, 1568

Formschneider oder auch Xylograph bzw. Xylograf ist ein fast ausgestorbener Beruf, der sich mit Herstellung von Druckformen für die Stoffdruckerei, für Papiertapeten und Spielkarten sowie den teils künstlerischen Holzschnitten beschäftigt. Der letzte seiner Zunft, Rudolf Rieß, hat seine Werkstatt in der Innenstadt von Nürnberg. Dort gibt er seit 2012 sein Wissen an Anke Vogler weiter, die die Werkstatt weiterführen wird. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Abbildungen in Katalogen und Büchern aus der Zeit, als es noch nicht möglich war, Fotos direkt zu drucken. Die auf die Holzplatte übertragenen Zeichnungen wurden von den Holzschneidern mit Messern, Grabsticheln, Hohl- und Rundeisen, Stechbeiteln sowie Knieeisen und Grundmeißeln so ausgeschnitten, dass die nicht zu druckenden Stellen aus der Holzplatte entfernt wurden. Während der Arbeit ruht das Werkstück meistens auf einem mit Sand gefüllten Polster.

Die historische Bedeutung des Holzstichs begründet sich durch die zunehmende Verbreitung des Buchdrucks, der eine hohe Nachfrage nach Illustrationen mit sich brachte. Der damals bereits verbreitete Holzschnitt, bei dem der Druckstock aus einem Längsholz besteht, erforderte mehr Arbeitsschritte (Schnitt in Faserrichtung und ein weiterer Schnitt in die Gegenrichtung) als das damals bereits bekannte Verfahren des Kupferstichs.

Doch die Druckplatten des Kupferstichs sind für den Buchdruck nicht geeignet. So entwickelte der englische Kupferstecher Thomas Bewick das neue Verfahren des Holzstichs, bei dem ähnlich wie beim Kupferstich gearbeitet wird, als Werkstück aber ein Hirnholz aus Buchsbaumholz verwendet wird. Erst der Holzstich ermöglichte die massenhafte Herstellung von fein detaillierten Illustrationen, die schnell eine große Verbreitung im Buchdruck fanden.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angaben der Deutschen Nationalbibliothek