Formula Student Germany

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Logo der Formula Student Germany

Die Formula Student Germany (FSG) ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb für Studenten, der seit 2006 jährlich vom Formula Student Germany e.V. unter der Schirmherrschaft des Verein Deutscher Ingenieure e. V. nach Regeln ähnlich denen der Formula SAE[1] ausgerichtet wird.

Jedes Jahr im Spätsommer treffen sich Studenten aus aller Welt für fünf Tage am Hockenheimring, um in Formel-1-Atmosphäre ihre selbstkonstruierten Rennwagen miteinander zu messen und dabei Fachleuten aus Industrie und Wirtschaft deren Leistungsfähigkeit zu zeigen.

Inhalt des Wettbewerbs ist es, in Teamarbeit einen einsitzigen Formelrennwagen zu konstruieren und zu fertigen, um damit gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. Bei der Formula Student gewinnt aber nicht das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten.

Der Anspruch der Formula Student ist die Ergänzung des Studiums um intensive Erfahrungen mit Konstruktion und Fertigung sowie mit den wirtschaftlichen Aspekten des Automobilbaus. Im Sinne dieser Zielsetzung sollen die Studenten annehmen, eine Produktionsfirma habe sie engagiert, um einen Prototyp zur Evaluation herzustellen. Die Zielgruppe des Fahrzeuges ist der nicht-professionelle Wochenendrennfahrer. Für dieses Ziel muss der Rennwagen beispielsweise sehr gute Fahreigenschaften hinsichtlich Beschleunigung, Bremskraft und Handling aufweisen; gleichzeitig soll er wenig kosten, zuverlässig und einfach zu betreiben sein. Zusätzlich wird sein Marktwert durch andere Faktoren wie Ästhetik, Komfort und den Einsatz üblicher Serienteile gesteigert.

Die Herausforderung für die Teams besteht darin, einen Prototyp zu konstruieren und zu bauen, der diesen Anforderungen am besten entspricht. Zur Ermittlung des besten Fahrzeugs bewertet eine Jury aus Experten der Motorsport-, Automobil- und Zulieferindustrie in den statischen Disziplinen die Konstruktion, Kosten- und Businessplan jedes Teams. Zusätzlich beweisen die Studenten auf der Rennstrecke in verschiedenen dynamischen Disziplinen, wie sich ihre selbstgebauten Boliden in der Praxis bewähren.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

In den USA rief die Society of Automotive Engineers (SAE) 1981 die Formula SAE® ins Leben, an der jedes Jahr rund 120 Studententeams aus der ganzen Welt teilnehmen. Seit 1998 veranstalten SAE und IMechE (Institution of Mechanical Engineers) in England die Formula Student, zu der jährlich etwa 100 Teams anreisen. In Australien kommen jährlich rund 25 Teams zur Formula SAE-Australasia zusammen. Auch in Italien, Japan, Brasilien und Österreich treten heute studentische Teams gegeneinander an. Die Wettbewerbe werden bis auf wenige Modifikationen nach denselben Regeln ausgetragen, so dass Teams mit ihren Rennwagen an mehreren Veranstaltungen teilnehmen können.[2]

Motivation[Bearbeiten]

Durch die Teilnahme am Wettbewerb sammeln angehende Ingenieure Erfahrungen mit Teamwork, Zeit- und Projektmanagement im Allgemeinen und mit Konstruktion, Fertigung und den wirtschaftlichen Aspekten des Automobilbaus im Speziellen und verbessern so ihre fachlichen Qualifikationen. Die Wettbewerbssprache ist Englisch. Das Ziel des Wettbewerbs Formula Student Germany ist es, die Sichtbarkeit dieses meist außercurricularen Engagements bei deutschen Firmen und Universitäten zu verbessern und damit die Berufschancen teilnehmender Studenten zu steigern. Dies ist möglich, da die Studenten durch den Konkurrenzdruck zu einer professionellen Arbeitsweise gezwungen werden und dabei Gebrauch von Werkzeugen machen, wie sie auch im industriellen Einsatz sind.[3][4] Sowohl zu den Sponsoren des Wettbewerbs als auch zu den Sponsoren des eigenen Teams entstehen in der Regel wertvolle Kontakte und potentielle Arbeitgeber können sich schon früh ein gutes Bild von dem möglichen zukünftigen Bewerber machen.

Für die Unternehmen der Motorsport-, Automobil- und Zulieferindustrie dient die Formula Student Germany als Indikator für die Ausbildungsqualität von Ingenieuren. Über Sponsoring, Awards und die Entsendung von Jurymitgliedern bestehen Möglichkeiten, mit den engagierten Studenten persönliche Kontakte zu knüpfen.[5]

Formula Student Combustion and Formula Student Electric[Bearbeiten]

Bis 2009 bezeichnete Formula Student Germany den studentischen Konstruktionswettbewerb mit ausschließlich verbrennungsmotorischen Fahrzeugen. Seit der Einführung der Formula Student Electric 2010 bezeichnet Formula Student Germany allgemein den Konstruktionswettbewerb, der zum Ziel hat einen einsitzigen Formelrennwagen zu konstruieren. Beim Wettbewerb können die Studenten in zwei unterschiedlichen Klassen antreten. Die Klasse für verbrennungsmotorisch angetriebene Fahrzeuge heißt seit 2010 Formula Student Combustion (Combustion = Verbrennung), die Klasse, in der Fahrzeuge mit einem elektrischen Antrieb antreten, ist die Formula Student Electric (Electric = elektrisch).

Formula Student Combustion (FSC)[Bearbeiten]

Logo der Formula Student Combustion

Die Formula Student Combustion bezeichnet die Klasse mit verbrennungsmotorischen Antrieben innerhalb der Formula Student Germany. Die Vorschriften, die es bezüglich der Konstruktion und des Aufbaus des Fahrzeugs gibt, sind die offiziellen Formula-SAE-Regeln sowie ergänzend die FSC-Regeln. Die wichtigsten Einschränkungen bezüglich des Antriebsstrangs sind:

  • 4-Takt-Ottomotor
  • max. 610 cm3 Hubraum
  • kreisförmiger Luftmengenbegrenzer hinter dem Drosselsystem mit einem Durchmesser von
  • 20 mm bei Benzin-betriebenen Verbrennungsmotoren
  • 19 mm bei E85-betriebenen Verbrennungsmotoren

Formula Student Electric (FSE)[Bearbeiten]

Logo der Formula Student Electric

Die Formula Student Electric erweitert die Formula Student Germany um das Thema Elektromobilität. Aufgabe der teilnehmenden Teams ist es, ein rein elektrisch angetriebendes Fahrzeug zu konstruieren. Abgesehen von kleinen Modifikationen bei der technischen Abnahme, um den Anforderungen der Elektrofahrzeugen gerecht zu werden, orientiert sich die FSE an den offiziellen Formula-SAE-Regeln des jeweiligen Jahres.

Notwendigkeit[Bearbeiten]

Es wird davon ausgegangen dass elektrische Antriebe die Mobilität der Zukunft vermutlich entscheidend mitbestimmen werden. Die industrielle Entwicklung von Elektroautos läuft auf Hochtouren. Die Formula Student Electric nimmt diesen Trend auf und stellt die Hochschulteams vor die Aufgabe, innovative Lösungsansätze in diesem neuen Bereich zu erarbeiten.

Das absehbare Ende der fossilen Rohstoffe, sowie die immer größer werdende ökologische Notwendigkeit emissionsreduzierter bzw. emissionsfreier Antriebe fördern diesen Trend. Ein solcher Technologiewechsel kann nur dann erfolgreich und nachhaltig erreicht werden, wenn Ingenieure, Informatiker und Spezialisten anderer Fachrichtungen mit einer modernen, umfassenden und interdisziplinären Ausbildung auf diese Aufgabe vorbereitet werden, eine Aufgabe, die die Formula Student Electric verfolgt.

100% elektrisch[Bearbeiten]

Der Fokus auf rein elektrische Antriebe anstelle auf Hybridantriebe sorgt für eine reduzierte Komplexität. Dies ermöglicht Teams auch ohne große finanzielle Mittel eine erfolgreiche Teilnahme.

Mit ihrer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen stellen Hybridantriebe zudem lediglich eine Zwischenlösung auf dem Weg zum emissionsfreien Antrieb dar. Mit der Beschränkung auf rein elektrische Antriebe konfrontiert die Formula Student Electric zukünftige Ingenieure deshalb gezielt mit der Zukunftsfrage nach größtmöglicher Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die Fahrzeuge der Formula Student Electric orientieren sich ebenfalls maßgeblich am Regelwerk der Formula SAE, so dass die Fahrzeuge eine identische Grundstruktur wie in der Formula Student Combustion haben. Um den Teams den Einstieg in die neue Klasse zu erleichtern wurde im ersten Jahr der FSE erlaubt, Chassis’ aus den letzten Jahren (2007 oder neuer) zu verwenden. Seit 2011 müssen die verwendeten Chassis dem aktuellen Regelwerk entsprechen.

Die maßgeblichen Unterschiede zwischen FSE und FSC Fahrzeugen finden sich im Bereich des Antriebsstranges.

Motoren[Bearbeiten]

Das Regelwerk der Formula Student Electric macht hinsichtlich der Art (Gleichstrom, Wechselstrom) und Anzahl der Motoren keine Einschränkungen, lediglich die maximale Spannung ist auf 600 V DC begrenzt. Die maximale Leistung, die zu einem beliebigen Zeitpunkt aus den Akkumulatoren entnommen werden darf, beträgt 80 kW[6]. Die Einhaltung dieser Begrenzung wird durch Messungen mit dem Energy Meter, einer portablen Einheit zur Bestimmung der genutzten Energie, sichergestellt.

Energiespeicherung[Bearbeiten]

Als Energiespeicher dürfen alle Arten von Akkumulatoren und Kondensatoren, aber keine Hochtemperaturbatterien oder Brennstoffzellen verwendet werden.

Ablauf des Wettbewerbs[Bearbeiten]

Unabhängig von der Klasse müssen die Teams während des Wettbewerbs zunächst eine technische Abnahme bestehen, bevor die Fahrzeuge zur Teilnahme an den dynamischen Disziplinen zugelassen werden.

Scrutineering (Technische Abnahme)[Bearbeiten]

Alle teilnehmenden Fahrzeuge müssen das Scrutineering bestehen, bevor sie zur Teilnahme an den fahrerischen Wettbewerben zugelassen werden. Die Inhalte der technischen Abnahme wie auch die sicherheitsrelevanten Vorschriften bezüglich der Konstruktion von Chassis und Fahrwerk, sowie der Ausführung des Antriebsstrangs sind in den Regeln der Formula SAE und den ergänzenden Ausführungen der Formula Student Germany festgehalten und werden während der technischen Abnahme überprüft. Für die Fahrzeuge der FSC, ist die Reihenfolge der einzelnen Schritte der technischen Abnahme:

  1. Tech and Safety (Technik und Sicherheit)
  2. Tilt Table (Kipptisch)
  3. Noise Test (Geräuschmessung unter definierten Voraussetzungen)
  4. Brake Test (Bremstest)

Fahrzeuge mit einem elektrischen Antriebsstrang müssen teilweise andere und ergänzende Bestandteile der technischen Abnahme bestehen. Die Gesamtheit der Schritte der technischen Abnahme für FSE Fahrzeuge sind:

  1. Electrical Scrutineering (elektrische Sicherheit)
  2. Tech and Safety (Technik und Sicherheit)
  3. Tilt Table (Kipptisch)
  4. Rain Test (Regentest)
  5. Brake Test (Bremstest)

Tech and Safety (Technik und Sicherheit) – FSC und FSE[Bearbeiten]

Tech and Safety
Tilt Table
Noise Test
Brake Test

Alle sicherheitsrelevanten Bau- und Zubehörteile des Rennwagens, die durch das Regelwerk vorgeschrieben werden, werden überprüft. Dazu gehört die Rahmenstruktur, die Radaufhängung, Lenkung, Bremsen und Felgen sowie die Reifen. Auch Details wie die Verlegung der Kraftstoffleitungen, die Befestigung des Ansaugsystems oder das korrekte Funktionieren der Notschalter werden geprüft. Im Anschluss muss das Fahrzeug eine Reihe weiterer Checks durchlaufen. Erst wenn alle Tests der technischen Abnahme bestanden sind, wird ein Fahrzeug für die Teilnahme an den dynamischen Disziplinen zu gelassen.

Da die Autos in den vergangenen Jahren immer kleiner und kompakter wurden, machten sich Zweifel breit, ob ein verletzter Fahrer bei einem Unfall noch aus dem Fahrzeug geborgen werden könnte. Laut Regelwerk muss ein 95-Prozent-Mann in das Auto passen, d. h. ein Mann, der in Größe und Gewicht nur von 5 % der männlichen Bevölkerung übertroffen wird. Deshalb wurden 2009 neue Regeln für die Cockpitdimensionierung eingeführt auf Grundlage der FIA-Regeln für die Formel 1. Die Einhaltung dieser Maße wird bei der technischen Überprüfung der Fahrzeuge mithilfe von zwei Schablonen (Cockpit Templates) überprüft. Eine der Schablonen muss durch die Cockpitöffnung passen, die andere muss durch den Fußbereich des Fahrers bis zu den Pedalen durchgeführt werden können.

Zusätzlich müssen alle Fahrer zeigen, dass sie in „ready-to-race condition“, d. h. volleingekleidet und angeschnallt, das Auto innerhalb von 5 Sekunden verlassen können.

Tilt Table (Kipptisch) – FSC und FSE[Bearbeiten]

Beim Tilt Table Test wird überprüft, ob keine Betriebsflüssigkeiten austreten und die Regeln zum Überrollschutz erfüllt werden. Die Fahrzeuge müssen startklar, mit allen Flüssigkeiten und vollgetankt zum Test gebracht werden. Ebenso müssen alle Komponenten am Rennwagen angebracht sein. Das Fahrzeug, in dem der größte Fahrer sitzen muss, wird fixiert und bis zu einem Winkel von 45 Grad geneigt. Bei diesem Winkel dürfen kein Treibstoff oder andere Flüssigkeiten (Öl, Kühlflüssigkeit, …) austreten. Danach wird der Winkel auf 60 Grad erhöht. Dieser Winkel entspricht einer Querbeschleunigung von 1,7 g. Wenn dabei die oberen Räder auf dem Boden bleiben, besteht der Rennwagen den Tilt Table Test.

Noise Test (Geräuschmessung) – nur FSC[Bearbeiten]

Der Noise Test überprüft, ob das Fahrzeug den Vorschriften für die Einhaltung des Lärmpegels entspricht. Dazu wird bei laufendem Motor im Leerlauf bei einer durch die Bauart des Motors vorgeschriebenen Drehzahl die Lautstärke gemessen. Der Lärmpegel darf nicht höher als 110 dBA sein.

Brake Test (Bremstest) – FSC und FSE[Bearbeiten]

Der Bremstest dient dazu zu überprüfen, ob das Bremssystem in der Lage ist, alle vier Räder des Fahrzeugs gleichzeitig zu blockieren und dadurch das Fahrzeug zu einem kontrollierten Stillstand zu bringen.

Die FSE-Fahrzeuge können den elektrischen Antrieb auch zum Bremsen verwenden. Um eine einwandfreie Funktion des Bremssystems bei einem Fehler im Hochspannungssystem zu beweisen muss der Fahrer nach dem Beschleunigen das Hochvoltsystem deaktivieren und anschließend mit vier blockierenden Rädern zum Stehen kommen.

Electrical Scrutineering (elektrische Sicherheit) – nur FSE[Bearbeiten]
Electrical Scrutineering
Rain Test

Bei der Überprüfung der Fahrzeuge der FSE wird eine Überprüfung der elektrischen Sicherheit vorangestellt. Während des Electrical Scrutineering wird die elektrische Sicherheit des Fahrzeugs überprüft, d.h. alle durch das Regelwerk vorgeschriebenen Maßnahmen werden auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Dazu gehören u.a. die Isolationsüberwachung, die korrekte Funktionsweise des Signallichtes, das die Aktivität des Hochvoltsystems (Tractive System Active Light) anzeigt und das Geräusch, das die Fahrbereitschaft des Fahrzeugs anzeigt (Ready To Drive Sound). Es werden aber auch allgemeine Sicherheitsaspekte wie z.B. mechanisch einwandfrei verlegte Leitungen überprüft.

Isolation[Bearbeiten]

Während des Wettbewerbs werden sowohl Officials als auch Teammitglieder die Fahrzeuge der Formula Student Electric immer wieder bewusst oder unbewusst berühren. Um zu jeder Zeit die Sicherheit aller Beteiligten garantieren zu können setzt die Formula Student Electric ein Isolationsüberwachungssystem ein. Dieses System überwacht kontinuierlich, ob die Isolation des Hochvolt-Systems intakt ist. Im Fall einer fehlerhaften Isolation wird dies durch das System erkannt und das Hochvolt-System wird automatisch abgeschaltet. Im Rahmen des E-Scrutineering werden verschieden Isolationsfehler simuliert und nur im Fall eines korrekten Abschaltverhaltens wird dem Rennwagen die Freigabe erteilt.

Antriebssystem aktiv[Bearbeiten]

Das Elektroantriebssystem eines FSE Fahrzeuges arbeitet nahezu geräuschlos. Um dennoch signalisieren zu können, ob das Hochvoltsystem im Fahrzeug aktiv ist trägt jedes Fahrzeug eine gut sichtbare Leuchte unter der Spitze des Überrollbügels. Diese leuchtet im Hochvoltbetrieb und dient den Helfern somit als „visuelles Motorgeräusch“ und als Warnung vor der Hochspannung.

„Drive by Wire“ Sicherheit[Bearbeiten]

Alle FSE Fahrzeuge sind „drive-by-wire“-Fahrzeuge. Der Befehl für mehr oder weniger Drehmoment wird hierbei nicht mechanisch sondern über ein elektrisches Signal gegeben. Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten befinden sich in jedem Gaspedal zwei unabhängige Sensoren. Ein Steuergerät überwacht ständig beide Sensoren und ergreift im Falle signifikanter Abweichungen automatisch Maßnahmen, um trotz eines defekten Sensors die Sicherheit des Fahrzeugs zu gewährleisten.

Anstelle der Geräuschmessung, die bei den FSC-Fahrzeugen durchgeführt wird, werden die FSE-Fahrzeuge auf ihre elektrische Sicherheit im Fall von Feuchtigkeit und Regen überprüft.

Rain Test (Beregnungstest) – nur FSE[Bearbeiten]

Regen kann bei Elektrofahrzeugen zu kritischen Situationen führen. Um den Betrieb auch während Niederschlägen vorbehaltlos erlauben zu können müssen sich die FSE Fahrzeuge einem künstlichen Regenschauer unterziehen. Während der relativ starken, künstlichen Beregnung des Fahrzeuges wird kontrolliert, ob die verwendeten Komponenten ausreichend isoliert und gegen Regen geschützt sind. Wenn die Isolationsüberwachung während des Tests anschlägt, gilt der Test als nicht bestanden, da aufgrund von eindringendem Wasser ein Isolationsfehler aufgetreten ist.

Disziplinen[Bearbeiten]

Die Formula Student Germany wird in 3 statischen und 5 dynamischen Disziplinen ausgetragen. Die zu absolvierenden Disziplinen sind unabhängig vom Antriebsstrangkonzept der Fahrzeuge.

Bei den statischen Disziplinen stellen die studentischen Teams den Juroren in Diskussionen und Präsentationen die verschiedenen Aspekte ihres Fahrzeugs vor.

Die konstruktiven Lösungen der Studenten, das Verständnis der eigenen Konstruktion sowie die Ansprüche der fiktiven Zielgruppe werden im Engineering Design bewertet.

In der Cost Analysis müssen die Studenten ihre kalkulierten Produktions- und Montagekosten vortragen und verteidigen und mögliche Alternativen aufzeigen und diskutieren.

Während der Business Plan Presentation muss ein Geschäftsmodell vorgestellt werden, das potentielle Investoren davon überzeugen soll, den vorgestellten Prototyp profitabel als Kleinserie zu fertigen.

Engineering Design
Cost Analysis
Businessplan Presentation

Die dynamischen Disziplinen testen die Fahrzeuge hinsichtlich Längs- und Querbeschleunigungspotential, im Handling und hinsichtlich ihrer Haltbarkeit und Effizienz. Zu diesen Disziplinen werden die Fahrzeuge erst zugelassen, wenn alle Bestandteile der technischen Abnahme bestanden wurden.

Beim Skid Pad (Acht-Fahren) wird die erreichbare Querbeschleunigung während einer konstanten Kreisfahrt ermittelt. Dazu werden zwei überlappende Kreisringe mit einem Innendurchmesser von 15,25 m und einer Spurweite von 3 m jeweils zweimal durchfahren. Zur Wahrung der Chancengleichheit im Falle von Wetterumschwüngen wird der Test gegebenenfalls auf einer bewässerten Fahrbahn ausgeführt.

Die Acceleration (Beschleunigungtest) ermittelt das Beschleunigungsvermögen des Fahrzeugs aus einem stehenden Start auf einer Gerade von 75 m Länge.

Im Autocross muss das Fahrzeug durch einen ca. 800 m langen Handling-Kurs gesteuert werden, der Geraden, Haarnadelkurven, Schikanen und Slalomstrecken enthält.

Während der Endurance (Langstreckenstests) sollen die Fahrzeuge insbesondere ihre Haltbarkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Über eine Strecke von 22 km, die vom Aufbau an den Handling-Kurs angelehnt ist, jedoch höhere Geschwindigkeiten zulässt, wird darüber hinaus der Energieverbrauch gemessen, der anschließend zur Bewertung der Effizienz herangezogen wird.

Die Energy Efficiency (Energieeffizienz) bewertet den Energieverbrauch während des Dauerbelastungstest unter Gewichtung des minimalen Verbrauches sowie der kürzesten Dauer für den Dauerbelastungstest der Mitbewerber.

Skid Pad
Acceleration
Autocross
Endurance

Insgesamt werden 1000 Punkte vergeben. Grundlage der Aufteilung ist das Regelwerk der FSC [7] bzw. der FSE [8]. Die Punkte werden nach einem im Regelwerk definierten Schlüssel vergeben. Das beste Team in einer Disziplin erhält dort gewöhnlich die volle Punktzahl; in den statischen Disziplinen ist es allerdings das Recht der Juroren auch dem besten Team nicht die maximal mögliche Punktzahl zu geben. Die Leistung der anderen Teams wird in Relation zur Leistung des besten Teams bewertet. Die Punkte teilen sich wie folgt auf:

Static Events 325
Engineering Design 150
Cost Analysis 100
Business Presentation 75
Dynamic Events 675
Skidpad 75
Acceleration 75
Autocross 100
Endurance 325
Fuel Economy 100
Gesamt 1000

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Formula Student Germany 2013[Bearbeiten]

Vom 30. Juli bis zum 4. August 2013 fand die 8. Formula Student Germany am Hockenheimring statt.

Bis einschließlich 2009 war der Wettbewerb nur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zugelassen. Nach der Einführung der Formula Student Electric 2010 werden in diesem Jahr zum vierten Mal auch Fahrzeuge mit einem elektrischen Antriebsstrang teilnehmen. Deshalb finden nicht ein sondern zwei Wettbewerbe, FSC und FSE, parallel statt. Zur Formula Student Combustion waren 2013 insgesamt 74 Teams zugelassen, zur Formula Student Electric 40 Fahrzeuge.

Ergebnisse der Formula Student Germany der Jahre 2006–2009[Bearbeiten]

Von 2006 bis 2009 bezeichnete Formula Student Germany den studentischen Konstruktionswettbewerb mit ausschließlich verbrennungsmotorischen Fahrzeugen.

2006 [9] 2007 [10] 2008 [11] 2009 [12]
Engineering Design Metropolia Motorsport (FH Helsinki Metropolia) TUfast (TU München) Lions Racing Team (TU Braunschweig) DUT Racing (TU Delft)
Cost Analysis US Motorsport (U Strathclyde) LUMotorsport (Loughborough U) Squadra Corse (Politecnico di Torino) DUT Racing (TU Delft)
Business Plan Presentation DUT Racing (TU Delft) Rennteam Uni Stuttgart DUT Racing (TU Delft) DHBW Engineering (DHBW Stuttgart)
Skidpad DUT Racing (TU Delft) RIT Racing Team (Rochester Institute of Technology) Oxford Brookes Racing Rennteam Uni Stuttgart
Acceleration Metropolia Motorsport (FH Helsinki Metropolia) Raceyard Kiel (FH Kiel) Rennteam Uni Stuttgart Raceyard Kiel (FH Kiel)
Autocross UQ Racing (University of Queensland) DART racing (TU Darmstadt) Lions Racing Team (TU Braunschweig) Rennteam Uni Stuttgart
Endurance UQ Racing (U Queensland) Rennteam Uni Stuttgart DUT Racing (TU Delft) Rennteam Uni Stuttgart
Fuel Economy/Fuel Efficiency Swansea University Race Engineering Swansea University Race Engineering (Swansea U) DUT Racing (TU Delft) DUT Racing (TU Delft)
Gesamt TU Graz Racing Team Rennteam Uni Stuttgart DUT Racing (TU Delft) Rennteam Uni Stuttgart

Ergebnisse der Formula Student Germany seit 2010[Bearbeiten]

FSC 2010 [13] FSE 2010 [14] FSC 2011 [15] FSE 2011 [16] FSC 2012 [17] FSE 2012 [18] FSC 2013 [19] FSE 2013[20]
Engineering Design Global Formula Racing AMZ Racing Team (ETH Zürich) Global Formula Racing (Oregon State University) AMZ Racing Team (ETH Zürich) ETS Montréal DUT Racing (TU Delft) KA-RaceIng (Karlsruher Institut für Technologie) AMZ Racing Team (ETH Zürich)
Cost Analysis Riteh Racing Team (U Rijeka) Stuba Green Team (Slowakische Technische Universität Bratislava) RIT Racing Team (Rochester IT) DUT Racing (TU Delft) University of Strathclyde DUT Racing (TU Delft) Rennteam Uni Stuttgart ETSEIB E-Motorsport (UPC Barcelona)
Business Plan Presentation Racetech Racing Team (TU Freiberg) GreenTeam Uni Stuttgart (U Stuttgart) Team Bath Racing (Bath U) KA-RaceIng (Karlsruher Institut für Technologie) Global Formula Racing (DHBW Ravensburg) WHZ Racing Team (WH Zwickau) Global Formula Racing (US) (Corvallis OSU) WHZ Racing Team (Zwickau UAS)
Skidpad WHZ Racing Team (WH Zwickau) GreenTeam Uni Stuttgart (U Stuttgart) UToronto Racing (Toronto U) AMZ Racing Team (ETH Zürich) Missouri University of Science and Technology TU Eindhoven The University of Akron Zips Racing (Akron U) Formula Student Team Darmstadt II (TU Darmstadt)
Acceleration MRacing (U Michigan - Ann Arbor) GreenTeam Uni Stuttgart (U Stuttgart) RIT Racing Team (Rochester IT) Global Formula Racing (Ravensburg DHBW) Rennteam Uni Stuttgart DUT Racing (TU Delft) Dynamics - UAS Regensburg DUT Racing (TU Delft)
Autocross DUT Racing (TU Delft) GreenTeam Uni Stuttgart (U Stuttgart) Global Formula Racing (Oregon State U) TuFast Racing Team (TU München) Global Formula Racing (DHBW Ravensburg) AMZ Racing Team (ETH Zürich) Global Formula Racing (Oregon State U) KA-Raceing (Karlsruher Institut für Technologie)
Endurance DUT Racing (TU Delft) GreenTeam Uni Stuttgart (U Stuttgart) Global Formula Racing (Oregon State U) DUT Racing (TU Delft) Rochester Institute of Technology AMZ Racing Team (ETH Zürich) Global Formula Racing (US) (Corvallis OSU) DUT Racing (TU Delft)
Energy Efficiency DUT Racing (TU Delft) Fast Forest (Hochschule Deggendorf) Team wob-racing (Fachhochschule Wolfenbüttel) TU Graz e-Power Racing Team ETS Montréal Elbflorace (TU Dresden) Global Formula Racing (Oregon State U) WHZ Racing Team (Zwickau UAS)
Gesamt DUT Racing (TU Delft) GreenTeam Uni Stuttgart Global Formula Racing (Oregon State U) DUT Racing (TU Delft) Rennteam Uni Stuttgart DUT Racing (TU Delft) Global Formula Racing (Oregon State U) DUT Racing (TU Delft)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Formula SAE
  2. http://students.sae.org/competitions/formulaseries/cdshistory.htm
  3. PDF bei www.etas.com
  4. http://www.dspace.de/shared/data/pdf/dspace_magazine/2010-2/deutsch/dSPACE-Magazin_Formula-Student_2010-02_de.pdf
  5. http://www.ftd.de/auto/trends/:trend-formula-student-jobboerse-an-der-rennstrecke/60088666.html (Version vom 13. September 2011 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  6. Formula Student Electric Rules 2013 (PDF; 238 kB), Formula Student Germany, abgerufen am 12. Januar 2013
  7. http://www.formulastudent.de/events/event-2011/rules-important-documents/
  8. http://www.formulastudent.de/fse/2012/rules/
  9. http://www.formulastudent.de/events/event-2006/results/
  10. http://www.formulastudent.de/events/event-2007/results/
  11. http://www.formulastudent.de/events/event-2008/results/
  12. http://www.formulastudent.de/events/event-2009/results/
  13. http://www.formulastudent.de/events/event-2010/results/
  14. http://www.formulastudentelectric.de/events/event-2010/results/
  15. http://www.formulastudent.de/events/event-2011/results/
  16. http://www.formulastudentelectric.de/events/event-2011/results/
  17. http://www.formulastudent.de/events/event-2012/results/
  18. http://www.formulastudentelectric.de/events/event-2012/results/
  19. http://www.formulastudent.de/fsc/2013/results-fsc-2013/
  20. http://www.formulastudent.de/fse/2013/results-fse-2013/