Foron

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Dieser Artikel befasst sich mit der Haushaltsgerätemarke Foron; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Foron (Begriffsklärung).
Typenschild und Bedienpanel einer Foron-Waschmaschine

Foron war eine Marke des ehemaligen Herstellers von Haushaltsgeräten („Weiße Ware“) EFS Hausgeräte.

Geschichte[Bearbeiten]

Foron entstand als Warenzeichen für die Produkte des VEB Kombinat Haushaltsgeräte Karl-Marx-Stadt, dem 28 Werke zugeordnet waren. Unter anderem gehörten zum Kombinat zwei Betriebe im Erzgebirge: der VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg (hervorgegangen aus den Kraußwerken Schwarzenberg) sowie der VEB dkk Scharfenstein.

Die Kraußwerke Schwarzenberg wurden 1887 von Louis Krauß in Neuwelt bei Schwarzenberg gegründet. 1902 gelang Krauß eine Erfindung, die für die Firma den weltweiten Durchbruch bedeutete: die erste Dampf-Waschmaschine der Welt in Ganzmetallausführung. Innerhalb der nächsten vier Jahre verkaufte sich dieser handbetriebene und kohlebeheizte Urtyp „System Krauß“ über 80.000-mal. In den darauf folgenden Jahren wuchs das Unternehmen zu einem der führenden metallverarbeitenden Betriebe heran. Ein weiterer weltweiter Erfolg wurde die Ganzmetallwaschmaschine „Turna“, die im Jahre 1935 auf den Markt kam und wahlweise mit Gas, Kohle oder auch elektrisch beheizt werden konnte.

Die „Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG“ (DKW) übernahmen das Werk Scharfenstein der Chemnitzer Maschinenbaufirma Moll. Man konzentrierte sich zunächst auf die Produktion von Kleinkühlgeräten – damals eine Marktlücke in Deutschland. Bereits 1929 wurde erstmals ein Haushalts- und Gewerbekühlschrank vorgestellt. Das Markenzeichen „DKW-Kühlung“[1] wurde zu einem weltweiten Begriff und 1931 das DKW-Tochterunternehmen „Deutsche Kühl- und Kraftmaschinen GmbH“ (DKK) als eigenständige Firma ins Handelsregister eingetragen. 1933 entwickelte man den ersten Kühlschrank mit eingebautem Kältesatz (Kompressionskältemaschine).

Der Zweite Weltkrieg jedoch brachte den Erfolgstrend beider Unternehmen zunächst zum Erliegen, 1945 folgten die Enteignung der Werke und die Demontage zur Wiedergutmachung der Kriegsschäden.

Nachfolger der Kraußwerke wurde 1948 der „VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg“: Er wurde nach Wiederaufnahme der Produktion zum DDR-Monopolisten und zum bedeutendsten Waschgerätehersteller Osteuropas. Zuletzt fertigten rund 3.000 Mitarbeiter im Werk 520.000 Geräte jährlich.

Scharfenstein 1937
Kühlschrankproduktion in Scharfenstein 1959
Werk des VEB DKK Scharfenstein (1968)

Im „VEB dkk Scharfenstein“ stieg man unterdessen in die Serienproduktion von Haushaltskühlschränken ein. Aufgrund der steigenden Stückzahlen wurde 1955 ein weiteres Werk eingeweiht, zwei weitere Fabriken kamen 1983 und 1988 hinzu. Die Firma hatte Exportpartner in 30 Ländern und fertigte zuletzt über eine Million Kühl- und Gefrierschränke pro Jahr.

Nach der deutschen Wiedervereinigung gingen beide Firmen in den Besitz der Treuhandanstalt in Berlin über, die die Unternehmen in der Nachfolgefirma Foron zusammenführte. Durch die Zusammenarbeit mit Greenpeace und dem Dortmunder Hygieneinstitut unter der Leitung von Harry Rosin gelang es 1992, den weltweit ersten FCKW- und FKW-freien Kühlschrank zu entwickeln, der die Gase Butan und Propan als Kältemittel verwendete. Im Gegensatz zu FCKW sind diese Gase weder ozonschädlich, noch tragen sie zur Klimaerwärmung bei. Anfangs wurde das Kühlverfahren von namhaften Konkurrenten als gefährlich und umweltfeindlich bezeichnet, um das eigene, stark klimaschädliche Kältemittel R134a am Markt zu platzieren.[2] In der Zwischenzeit wurde die neue Technologie von den meisten Herstellern übernommen und ist Standard bei umweltfreundlichen Kühlgeräten.

Seit 1993 etablierte sich Foron kontinuierlich zum Vollsortimenter und wurde 1996 von der holländischen Unternehmensgruppe ATAG übernommen. Im März 2000 kaufte die damalige Erwin Bonn GmbH Duisburg (EBD) den Vertrieb und den Kundendienst des Unternehmens auf. Seit diesem Zeitpunkt war Foron genau wie EBD eine Tochtergesellschaft der italienischen Antonio Merloni S.p.A. Fabriano, einem der bedeutendsten weltweit tätigen Hausgerätehersteller. Dieser kaufte ferner im Dezember 2000 die Marke Seppelfricke auf.

Unter dem Dach der EFS wurden die Marken EBD, Foron und Seppelfricke 2001 schließlich zusammengeführt. Im Handel waren die drei Marken jedoch eigenständig positioniert. 2006 präsentierte EFS die Produktlinienerweiterung Foron by Ardo, die mit qualitativ hochwertigen Produkten im exklusiven, italienischen Design das Programm von Foron erweitert. Seit Dezember 2009 ist die Firma EFS Hausgeräte GmbH in Insolvenz.[3]

Produkte[Bearbeiten]

Foron-Produkte werden in den Kategorien Waschen und Trocknen (Front- und Toplader, Ablufttrockner) sowie Kühlen und Gefrieren (Kühl- und Gefrierschränke, Kühl-Gefrierkombinationen, Gerätekombinationen) angeboten. Dabei stehen ungewöhnliche Produktideen im Mittelpunkt: So brachte Foron nicht nur den ersten FCKW-/FKW-freien Kühlschrank auf den Markt, sondern 2006 unter anderem auch den HomePub, die weltweit erste Kühl-Gefrierkombination mit integrierter Bierzapfanlage, die zudem mit dem Plus X Award in der Kategorie „Innovation“ ausgezeichnet wurde.

Ausstellung[Bearbeiten]

In einem Nebengebäude des ehemaligen VEB dkk Scharfenstein betreibt der Verein Historische Kleinkälte Scharfenstein e. V. seit 2007 ein Museum. Das Museum zeigt Erzeugnisse und Zeitdokumente aus über 80 Jahren Kleinkälte in Scharfenstein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite DKW Kühlung
  2. Webseite von Greenpeace: „Greenfreeze: Der FCKW-freie Kühlschrank“ vom 3. Oktober 2002
  3. Marita Jüngst: EFS meldet Insolvenz an, in: Rheinische Post vom 23. Dezember 2009, abgerufen am 29. August 2011.

Weblinks[Bearbeiten]