Forró

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Dieser Artikel beschreibt den brasilianischen Tanz Forró. Für die gleichnamige ungarische Gemeinde siehe Forró (Ungarn), für die rumänische Gemeinde mit dem gleichen ungarischen Namen siehe Fărău.
Valdir Santos (links) und seine Musiker spielen Forró auf Gitarre, Zabumba, Akkordeon und Triangel
Statuen von Forró-Musikern

Forró ist ein brasilianischer Musik- und Tanzstil aus dem Nordosten des Landes. Er ist mittlerweile in ganz Brasilien bekannt und populär; in den Städten des Nordostens wie Fortaleza, Recife oder Natal gibt es häufige Forró-Feste, die die ganze Nacht dauern. Das Wort Forró wird sowohl als Bezeichnung für einen bestimmten Rhythmus als auch als Oberbegriff für eine ganze Stilrichtung verwendet. Auch die Tanzfeste, bei denen diese Musik gespielt wird, werden als Forró bezeichnet.

Charakteristika[Bearbeiten]

Die typischerweise dominierenden Instrumente sind Zabumba, Sanfona und der Triangel.

Fünf Rhythmen werden unter dem Begriff Forró zusammengefasst: Forró selbst, Baião, Xaxado, der schnelle Arrasta-pé und der mit leichten shuffle-feel gespielte Xote (von schottisch). Interessant ist, dass man deutlich osteuropäischen Einfluss heraushören kann; so besteht enge Verwandtschaft zur Polka und auch Ähnlichkeit mit Sinti- und Roma-Musik.

Forró wird auf sehr sinnliche Art getanzt, der eigene Körper und jener des Tanzpartners haben praktisch vollflächige Berührung. Man bewegt sich synchron zueinander im charakteristischen Rhythmus der Musik. Der Ende der 1980er Jahre in Europa kurzzeitig populäre Lambada hat seine Tanzbewegung vom Forró geerbt.

Herkunft und Verbreitung[Bearbeiten]

  • Forró ist eine Verkürzung des aus der Bantu-Sprache stammenten Begriffs forrobodó, welcher ein Fest bezeichnete.

Die Volksetymologie erzählt, dass der Forró eine Verballhornung des englischen For all sei; er soll beim Bau der Great-Western-Eisenbahn durch eine englische Firma entstanden sein, die Tanzveranstaltungen zur Unterhaltung der Arbeiter organisierte, die dann eben For all, für alle, offen waren. Die des englischen nicht mächtigen Arbeiter haben das dann zu Forró gemacht. Obwohl Forró ursprünglich ein regionaler Musikstil der música nordestina ist und in den anderen Staaten Brasiliens eher von oben herab betrachtet wurde, hat er sich mittlerweile auf ganz Brasilien ausgebreitet, dies vor allem durch Migranten, die den armen Nordosten verlassen und in den Süden ziehen. In den großen Städten des Südens nach und nach Lokale eröffnet, wo die Migranten aus dem Nordosten ihre Kultur praktizieren konnten.

Das größte Fest des Nordostens, São João (Sankt Johannis), wird zur brasilianischen Wintersonnenwende am 24. Juni gefeiert. So wie zum Karneval in Rio der Samba gehört, gehören zum São João die Trios de Forró.

Auf die Música Popular Brasileira hat der Forró insofern Einfluss gehabt, als viele Stars der MPB auf Forró-Musikmaterial zurückgriffen und diese in ihr Repertoire aufnahmen. Ein Beispiel dafür ist Gilberto Gil, der mit Forró-Stücken schon einige Hits gelandet hat. Häufig werden dabei verschiedene Stile der música nordestina vermischt - neben dem Forró sind dies vor allem Maracatu, Frevo und Côco, aber auch Ciranda und Embolada. Dabei entstanden auch neue Stile und Ausprägungen wie Mangue Beat und Funkeado.

Musiker[Bearbeiten]

Der bekannteste Forró-Musiker ist wohl Luiz Gonzaga (1912-1989) aus Exu, im Bundesstaat Pernambuco. Er wird noch immer als O Rei do Baião bezeichnet. Ein weiterer bekannter Musiker dieser Generation war Jackson do Pandeiro. Inzwischen gibt es neben dem traditionell im Trio gespielten Forró auch eine Pop-Version dieser Musik, den forró universitário, wie z.B. von Elba Ramalho oder der Gruppe Falamansa. Andere bekannte Forró-Künstler sind oder waren Sivuca, Alceu Valença, Miltinho Edilberto oder Zé Ramalho.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Forró – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien