Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport

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Gebäude des ehemaligen FKS (rechter Bereich)

Das Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport (FKS) war eine wissenschaftliche Einrichtung der Leistungssportforschung der DDR im Bereich der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur effektiveren Erfüllung der leistungssportlichen Ziele der DDR wurde das FKS im April 1969 durch Vereinigung der Forschungsstelle und des größeren Teils des Instituts für Sportmedizin der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig gegründet. Das FKS war das einzige Institut für die Leistungssportforschung in der DDR und hatte bis zu seiner Auflösung 1990 über 600 Mitarbeiter.

Aufgaben, Struktur und Arbeitsweise[Bearbeiten]

Die Aufgabenstellung basierte primär auf dem Leistungssportbeschluss des DTSB vom 22. April 1969: „Die weitere Entwicklung des Leistungssports bis zu den Olympischen Spielen 1972“. Danach war die Forschung auf die Sportarten Boxen, Eisschnelllauf, Gewichtheben, Leichtathletik, Ringen, Rudern, Schlittensport, Schwimmen, Skisprung, Skilanglauf, Turnen, Volleyball zu konzentrieren.

Die Arbeit am FKS wurde über interdisziplinäre Forschungsgruppen gestaltet. Durch diese sehr praxiswirksame Arbeit wurden beispielsweise bis 1974 in allen Sportarten sportartspezifische Ergometer in Betrieb genommen. Dazu gehörten u. a. 1971 der Strömungskanal im Schwimmen und 1974 das kippbare Laufband für den Skilanglauf. In der Leistungssportforschung am FKS waren, verteilt in Projekten der Sportarten, etwa 20 Ärzte tätig.

Ab Mitte der 1970er Jahre wirkte die Sportmedizin relativ eigenständig in der Leistungsdiagnostik, Belastungssteuerung, Sportartenbetreuung, Rehabilitation. Die Zahl der am FKS beschäftigten Sportmediziner (Fachärzte für Sportmedizin und Weiterbildungsassistenten) nahm bis 1990 auf etwa 40 zu. In der Abteilung Endokrinologie (Dopingforschung), geleitet von einem Biologen, wirkte nur ein Arzt.

Entwicklung nach der deutschen Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Im Einigungsvertrag (Artikel 39) war die Fortführung des FKS in einer geeigneten Rechtsform festgelegt.

Nach einer Übergangsregelung („Warteschleife“) wurden 124 Mitarbeiter verschiedener Sportarten, darunter vier Ärzte, vom am 16. April 1992 in Leipzig gegründeten Institut für Angewandte Trainingswissenschaft übernommen. Prof. Dr. Dietrich Martin (Kassel), der führende westdeutsche Trainingswissenschaftler, wurde zum Übergangsdirektor ernannt, um die personelle Abwicklung bei Beibehaltung von entsprechenden Qualitätsstandards sicherzustellen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Beschluß des Präsidiums des DTSB vom 22. April 1969: Die weitere Entwicklung des Leistungssports bis zu den Olympischen Spielen 1972. Archiv des Bundesvorstandes des DTSB (P4/2/69)
  • W. Hollmann, K. Tittel: Geschichte der deutschen Sportmedizin. Druckhaus Gera, 2008, ISBN 978-3-9811758-2-0.