Forschungssammlung

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Präparation einer Pflanze für ein Herbarium

Als Forschungssammlung bezeichnet man

  • jede systematische Sammlung von Gegenständen zur Erforschung der Natur oder der menschlichen Geschichte
  • sowie die Einrichtungen, Organisationen oder Teilorganisationen, die solche Sammlungen aufbauen, bewahren, systematisch erschließen und nutzbar und zugänglich machen. Oftmals forschen diese Organisationen auch selbst an der Sammlung.

Wichtige Gegenstände von Forschungssammlungen sind

Wichtige Ziele dieser Sammlungen sind die gesammelten Gegenstände für Forschungen greifbar und zugänglich zu machen, Referenzobjekte zu Vergleichszwecken bereitzuhalten sowie die Systematisierung und wissenschaftliche Benennung der gesammelten Objekte (Taxonomie).

In Deutschland definiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Begriff wissenschaftliche Sammlung wie folgt: „Gesamtheit von Objekten, die einen kulturellen und/oder wissenschaftlichen Wert aufweist und nach bestimmten thematischen Schwerpunkten zusammengestellt ist.“ Diese Definition schließt wissenschaftliche Schausammlungen und Lehrsammlungen mit ein.[1] In vielen Fällen dienen Sammlungen natürlich mehreren Zwecken, Forschungssammlungen an Universitäten also auch der Lehre und in Einzelfällen auch als Schausammlung der Öffentlichkeit.

Erschließung[Bearbeiten]

Die Erschließung der Sammlungen erfolgte geschichtlich zunächst über Verzeichnisse, Kataloge und Karteikarten, heute ergänzt durch oder ersetzt von Datenbanken mit Angaben wie wissenschaftliche Beschreibung, einschließlich Abbildung, Namen, Fundort, Fundumstände, Aufsammlungsalter, Fundalter, wissenschaftliche Auswertung, Verwandtschaftsbeziehungen, DNA und Isotopenanalysenergebnisse, Schadstoffanalysen, Literaturverweise, Zustand des Objektes, Besitzer- und Namenswechsel.[2]

Zur Unterstützung der Erschließung und Bearbeitung existieren bei vielen Sammlungen ergänzende Fachbibliotheken.

Organisation[Bearbeiten]

Forschungssammlungen werden insbesondere bei und von Museen, insbesondere Naturkundemuseen, botanischen Gärten, Universitäten und sonstigen Forschungseinrichtungen unterhalten. Es gibt aber auch eigenständige Forschungssammlungen, etwa die Zoologische Staatssammlung München mit über 20 Millionen toten und für Forschungszwecke präparierten Tieren. Auch Behörden wie z. B. geologische Landesämter oder Kriminalpolizeien unterhalten zum Teil Forschungssammlungen.

Museen und Naturkundemuseen[Bearbeiten]

Museen als Betreiber von Forschungssammlungen unterscheiden sich von reinen Forschungssammlungen dadurch, dass ein Teil der Sammlung in einer Schausammlung auch öffentlich gezeigt wird. Gezeigt wird in der Regel nur ein kleiner Bruchteil der Gesamtsammlung. Auch bei Museen mit großer Ausstellungsfläche wie dem Field Museum of Natural History in Chicago sind die ausgestellten Gegenstände nur ein sehr kleiner Teil der im Beispiel über 22 Millionen konservierte Organismen und sonstigen Sammlungsobjekte.

Größtes deutsches Naturkundemuseum ist das Museum für Naturkunde Berlin mit über 30 Millionen Objekten, darunter 9 Millionen Käfern und 275.000 Gläsern mit in Alkohol konservierten Tieren.[3]

Geologie[Bearbeiten]

Besondere Sammlungen:

Biologie[Bearbeiten]

Gesammelt werden Versteinerungen von Lebewesen, insbesondere Pflanzen und Tiere, lebende Pflanzen und Tiere die getötet und vor Verwesung geschützt werden z. B. durch Trocknung oder Präparation, aber auch lebende Pflanzen, Tiere, Bakterien und Viren.

Pflanzensammlungen werden als Herbarium bezeichnet. Lebende Pflanzen werden in botanischen Gärten, Bäume in Arboreten, Aquarien und teilweise in Samenbanken, sowie z. B. Algen von der Sammlung von Algenkulturen Göttingen (SAG)[11] gesammelt. Lebende Tiere werden in Zoos und Aquarien gesammelt.

Der Alte Botanische Garten der Universität Göttingen repräsentiert etwa eine Sammlung von 17.000 Arten.[12]

Besonders bekannt in Deutschland sind die Forschungssammlungen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main mit über 22 Millionen Naturobjekten. Senckenberg bietet zur Erschließung seiner Sammlungen die Datenbank SESAM an (siehe Weblinks).

Eine besondere Sammlung sind die Objekte der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen.

Die Macaulay Library ist das weltweit größte Archiv von Tierstimmen. Es umfasst mehr als 175.000 Audio-Aufnahmen von 75 Prozent aller Vogelarten. Es gibt auch eine ständig steigende Zahl von Insekten-, Fisch-, Frosch- und Säugetier-Aufnahmen. Das Video-Archiv umfasst über 50.000 Clips zu mehr als 3.500 Arten. Die Bibliothek ist Teil des Cornell Lab of Ornithology der Cornell University.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.universitaetssammlungen.de/index/arten
  2. http://www.dnfs.de/seite/die-sammlungen
  3. http://www.dnfs.de/seite/die-sammlungen
  4. http://tu-freiberg.de/ze/geowsam/misa/info.html
  5. http://tu-freiberg.de/ze/geowsam/lasa/info.html
  6. http://tu-freiberg.de/ze/geowsam/pesa/info.html
  7. http://tu-freiberg.de/ze/geowsam/pasa/info.html
  8. http://tu-freiberg.de/ze/geowsam/stsa/info.html
  9. http://tu-freiberg.de/ze/geowsam/lithothek.html
  10. http://www.universitaetssammlungen.de/sammlung/787
  11. http://www.epsag.uni-goettingen.de/cgi-bin/epsag/website/cgi/show_page.cgi?kuerzel=about
  12. http://www.uni-goettingen.de/de/108651.html

Weblinks[Bearbeiten]