Forschungszentrum Borstel

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Forschungszentrum Borstel
Ort Sülfeld (Ortsteil Borstel)
Bundesland Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 49′ 12″ N, 10° 11′ 48″ O53.8210.196666666667Koordinaten: 53° 49′ 12″ N, 10° 11′ 48″ O
Geschäftsführender Direktor Stefan Ehlers[1]
Betten 90
Mitarbeiter 520
Gründung 1947
Website www.fz-borstel.de
Klinik im Forschungszentrum Borstel (Rückseite)

Das Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften (FZB) ist eine Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft, die sich der interdisziplinären biomedizinischen Forschung auf dem Gebiet der Pneumologie, d. h. der Lungen- und Bronchialerkrankungen, verschrieben hat. Im Mittelpunkt stehen dabei Untersuchungen zu Fragen der Infektion, der Allergie und des Asthma sowie der chronischen Entzündungen der Lunge.

Das Forschungszentrum Borstel wurde 1947 als Tuberkulose-Forschungsinstitut Borstel gegründet.[2] 1963 wurde es in eine Stiftung bürgerlichen Rechts umgewandelt. Den Namen Tuberkulose-Forschungsinstitut trug es bis 1965. Das FZB ist mit etwa 520 Mitarbeitern größter Arbeitgeber des Ortes Borstel (Gemeinde Sülfeld, Kreis Segeberg). Der Jahresetat des FZB beträgt ca. 26 Millionen Euro, davon sind etwa 8 Millionen Euro aus Drittmitteln.

Struktur des Forschungszentrums[Bearbeiten]

Das Forschungszentrum Borstel ist in drei Bereiche untergliedert, die jeweils einem Direktor zugeordnet sind:

Programmbereich Infektionen
Leitung: Ulich Schaible
Programmbereich Asthma und Allergie
Leitung: Heinz Fehrenbach
Medizin
Leitung: Peter Zabel

Zusammen mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und dem Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie (beide in Hamburg) bildet das FZB das Leibniz-Center for Infection (LCI). Dieses virtuelle Leibniz-Zentrum wurde im Oktober 2005 zur Stärkung der infektiologischen Grundlagenforschung und Förderung der Verwertungsmöglichkeiten von Forschungsergebnissen gegründet.

Neben dem reinen Forschungsbetrieb befindet sich auf dem Gelände des FZB mit der Medizinischen Klinik Borstel noch ein Krankenhaus, das sich auf die Behandlung von Erkrankungen der Lunge spezialisiert hat, dazu gehört neben Allergien insbesondere auch die Tuberkulose. Als Serviceeinrichtung befindet sich das Nationale Referenzzentrum für Mykobakterien, das auch als European Reference Laboratory und Supranational Reference Laboratory von der WHO anerkannt wird, am FZB.

Das Forschungszentrum und sein Herrenhaus[Bearbeiten]

Herrenhaus Borstel

Wahrzeichen des FZB ist das 1751 erbaute Borsteler Herrenhaus im Rokoko-Stil, das sich auf dem Gelände befindet. 1930 wurde das Gut in ein Kindererholungsheim umgewandelt und hatte seitdem eine wechselvolle Geschichte als Ausbildungsstätte für den weiblichen Arbeitsdienst unter den Nationalsozialisten und als Auffanglager für Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der Gründung des FZB 1947 diente das Herrenhaus als Laborgebäude, Bibliothek, Kantine und Repräsentationstätte. 2004 musste es wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Das Herrenhaus wurde für rund 7 Millionen Euro von 2003 bis 2007 renoviert und ab November 2007 werden wieder die ersten Räume „bewohnt” sein. Bereits jetzt wird das Herrenhaus wieder für Veranstaltungen genutzt und soll auch in Zukunft für Veranstaltungen, die nichts mit dem FZB zu tun haben, zur Verfügung stehen.

Wissenschaftliches Fehlverhalten[Bearbeiten]

Lageplan am Eingang

Innerhalb der Laborgruppe „Immunbiologie“ ist es in den Jahren 2001–2010 zu wissenschaftlichem Fehlverhalten gekommen. Die ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter E. Bulanova und V. Budagian manipulierten Abbildungen für insgesamt sechs Publikationen. Eine Untersuchungskommission kam zu der Auffassung, dass auch der Seniorautorin und Arbeitsgruppenleiterin Bulfone-Paus eine mangelnde Wahrnehmung der Aufsichtspflicht vorzuwerfen ist.[3] Inzwischen sind für weitere vier Veröffentlichungen Manipulationen eingeräumt worden und für weitere zwei Veröffentlichungen wurde vorsorglich ein Rückzug (Retraktion) beantragt und akzeptiert.[4][5] Im Dezember 2012 entschied der Hauptausschuss der DFG gegen Bulfone-Paus den Ausspruch einer schriftlichen Rüge, den Ausschluss von der Antragsberechtigung für drei Jahre sowie die Nichtinanspruchnahme als Gutachterin und den Ausschluss aus den Gremien der DFG für drei Jahre. Da jedoch Bulfone-Paus seit Beginn der Untersuchung durch die DFG bereits von sich aus ein Ruhenlassen ihrer Ämter sowie eine Nichtinanspruchnahme als Gutachterin und in den Gremien vorgeschlagen hatte, beschloss der Hauptausschuss, diesen Zeitraum auf die getroffenen Maßnahmen anzurechnen. Es solle nur der Ausspruch einer schriftlichen Rüge nachwirken.[6]. Prof. Bulfone-Paus übt am FZB seit Oktober 2013 keine Leitungsfunktionen aus.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Info zur Geschäftsführung, abgerufen am 4. Februar 2013
  2. siehe http://d-nb.info/gnd/30462-1
  3. Pressemitteilung des Forschungszentrum Borstel 2. Dezember 2010.
  4. Status Quo zum Sachstand wissenschaftlichen Fehlverhaltens am FZB. 13. Dezember 2010.
  5. Sixth Bulfone-Paus retraction accepted. Retraction Watch. Abgerufen am 1. Februar 2011.
  6. DFG-Pressemitteilung Nr. 62 vom 7. Dezember 2012, abgerufen am 4. Februar 2013