Forseti

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Dieser Artikel behandelt die Gottheit Forseti; für die gleichnamige Band, siehe Forseti (Band).
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Forseti zu Gericht sitzend (1881) von Carl Emil Doepler

Forseti (anord. „Vorsitzender am Thing“, „Vorsitzender“; isl. u. fär. „Präsident“; fries. Fosite) ist in der nordischen Mythologie der Gott für Recht und Gesetz („Gerechter Richter“), der Vorsitzende der Thing-Versammlung.

Mythos[Bearbeiten]

Forseti ist einer des Göttergeschlechts der Asen, Sohn des Balder und der Nanna. Seine Residenz ist der von Gold und Silber glänzende Saal Glitnir (Glastheim), wo er als oberster Richter Asgards täglich Recht spricht unter Göttern und Menschen.

Auszug aus der Grímnismál:
Glitnir ist die zehnte;
auf goldnen Säulen ruht.
Des Saales Silberdach
Da thront Forseti den langen Tag
Und schlichtet allen Streit.[1]

Die Thing-Versammlungen sind häufig Forseti und Tyr geweiht, wobei Forseti mehr als Schlichter eines Konfliktes gilt. Tyr, welcher meist den Streit und den Kampf befürwortet steht Forseti als Moderator zwischen zwei Parteien gegenüber. Forseti sieht in erster Linie das Gute in den Menschen und sorgt für die Einhaltung von Gesetzen und Regeln im Staat oder auch in Familien und Gemeinschaften. Forseti ist als Sohn des Lichtgottes aber nicht nur ein Schlichter, welcher nur auf Frieden beharrt, sondern er sieht einen Streit auch als Reinigung, nach welchem Neues entstehen wird, wenn beide Parteien den Frieden einvernehmlich akzeptieren. Eine Differenz kann nur von beiden Streitparteien beigelegt werden und nicht nur von einer.

Nach den christlichen Heiligenlegenden des Willebrord und Ludger befand sich auf der Insel Helgoland ein Heiligtum des friesischen Gottes Fosite, eine Quelle aus der schweigend geschöpft wurde. Hier weidete das heilige Vieh Fosites, das niemand schlachten durfte. Nach dem Gott hieß Helgoland damals Fositesland. Das Heiligtum soll durch den Missionar Ludger zerstört worden sein.

Durch Falschlesung alter Schriften erschien dann in Karten von Helgoland ein templum Fostae vel Phosetae, der dann latinisiert zu einem templum Vestae wurde. Daraus schöpften Romantiker und neopagane Kreise eine Göttin Fosta, die aber in alten Schriften nirgends Erwähnung findet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Grímnismál – Quellen und Volltexte
 Commons: Forseti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Jordan: Die Edda: Die heiligen Lieder der Ahnen. 2008, ISBN 3-86663-027-1.