Forst an der Weinstraße

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Forst an der Weinstraße
Forst an der Weinstraße
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Forst an der Weinstraße hervorgehoben
49.4238888888898.1897222222222110Koordinaten: 49° 25′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Deidesheim
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 3,59 km²
Einwohner: 814 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67147
Vorwahl: 06326
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 017
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Bahnhof 5
67146 Deidesheim
Webpräsenz: www.forst-weinstrasse.de
Ortsbürgermeister: Bernhard Klein (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Forst an der Weinstraße im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Das Winzerdorf Forst an der Weinstraße ist eine Ortsgemeinde im vorderpfälzischen Landkreis Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz). Sie gehört der Verbandsgemeinde Deidesheim an. Forst an der Weinstraße ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt am hügeligen Westrand der Oberrheinischen Tiefebene an der Deutschen Weinstraße im pfälzischen Weinbaugebiet. Nachbarorte sind Wachenheim im Norden, Friedelsheim im Nord- und Niederkirchen im Südosten sowie Deidesheim im Süden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der salische Graf Johann, Neffe von Kaiser Heinrich IV. und von 1090 bis 1104 als Johann I. Fürstbischof von Speyer, übereignete im Jahre 1100 seine persönlichen Besitzungen im Speyergau, darunter auch Deidesheim, schenkungsweise dem Hochstift Speyer. Das ausgedehnte Waldgebiet nördlich von Deidesheim, das in Urkunden „Vorst“ bzw. „Forst“ genannt wurde, war von dieser Regelung ausgenommen und blieb der fürstbischöflichen Jagd vorbehalten. In diesem Forst liegen die Anfänge des Dorfes.

Am 10. Mai 1525, während des pfälzischen Bauernkrieges, führte Kurfürst Ludwig V. in Forst erfolglose Verhandlungen mit den aufständischen Bauern des Geilweiler und des Bockenheimer Haufens.

Als in den 1790er Jahren die Französische Revolution auf die deutschen Gebiete links des Rheins übergriff, wurde auch Forst vorübergehend Teil des französischen Staatsgebiets. 1816 wurde die vormalige linksrheinische Kurpfalz als Rheinkreis, später Rheinpfalz, dem Königreich Bayern angeschlossen, und bayerisch blieb die Pfalz dann bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

Religion[Bearbeiten]

Ende 2011 waren 50,8 Prozent der Einwohner katholisch und 29,5 Prozent evangelisch. 18 Prozent waren konfessionslos und 1,6 Prozent gehörten einer sonstigen Religion an.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Forst besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl CDU GRÜNE FWG Gesamt
2014 7 1 4 12 Sitze
2009 per Mehrheitswahl 12 Sitze
  • ;FWG;Freie Wählergruppe Forst e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Geteilt und unten gespalten, oben auf grünem Boden in Silber sieben grüne Bäume unterschiedlicher Länge, unten rechts in Blau ein durchgehendes silbernes Kreuz, unten links in Grün mit rotem Boden ein silbernes Gotteslamm mit goldenem Nimbus und Kreuzesfahne“.

Es wurde 1902 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1725. Das silberne Kreuz in Blau erinnert an die ehemalige Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer.[5]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Innerörtlich[Bearbeiten]

  • Nördliches Ungeheuer, Steinskulptur am nördlichen Ortseingang, von Steinbildhauer-Meisterin Janet Weisbrodt (Niederkirchen bei Deidesheim)
  • Katholische Kirche St. Margareta, erbaut 1716–1723, mit 40 Meter hohem Turm von 1767
  • Kriegerdenkmal, 1933 in den Kirchenhügel gebaut als offene Krypta mit dreiteiligem Kreuzgewölbe
  • Eichbrunnen
  • Pechsteinbrunnen
  • Hansel-Fingerhut-Brunnen
  • Südliches Ungeheuer, Steinskulptur am südlichen Ortseingang von Steinbildhauer-Meisterin Bettina Morio (Deidesheim)

Außerhalb der Wohnbebauung[Bearbeiten]

  • Lagenstein mit eingravierten Forster Weinlagen (Aussichtspunkt westlich des Dorfes)
  • Madonnen-Statue in der Weinlage Mariengarten (Aussichtspunkt westlich des Dorfes)
  • Hahnenböhler Kreuz in der Weinlage Hahnenböhl, als hölzernes Wetterkreuz 1803 errichtet und 1886 durch ein Kreuz aus Eisen ersetzt (Aussichtspunkt westlich des Dorfes)
  • Bismarckhöhle, westlich des Ortes nahe am Waldrand, 1885 geschaffen zu Ehren des 70. Geburtstages von Reichskanzler Otto von Bismarck. Die Gedenktafel am Eingang trägt eine Inschrift, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen den Namen „Bismarck“ ergeben:
Bringt Wetter dich
In Not,
So kehre bei mir ein.
Männiglich
Arm wie
Reich,
Christ oder Heid,
Künftig soll geschützet sein.

Feste[Bearbeiten]

  • Hansel-Fingerhut-Fest, seit 1722, Frühlingsfest mit Winterverbrennung (am Sonntag Laetare)
  • Weinkerwe beim Ungeheuer (am ersten Augustwochenende)
  • Erlebnistag Deutsche Weinstraße (am letzten Sonntag im August, überregional)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Fruchtbarkeit der Böden und das milde Klima veranlassten bereits die Römer, hier Mandeln, Feigen und Zitrusfrüchte anzupflanzen, speziell aber den Weinbau einzuführen. Forst liegt in der Region Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße und ist berühmt für seine Weinlagen, vor allem Forster Ungeheuer, Kirchenstück und Pechstein. Die Rebsorte Riesling dominiert mit einem Anteil von etwa 85 Prozent an den rund 180 Hektar Rebfläche. Die Erwerbstätigkeit ist in zunehmendem Maße auch durch Tourismus und Gastronomie geprägt.

Verkehr[Bearbeiten]

Forst ist ein Straßendorf. Die ursprünglich einzige Straße durchzieht den Ort von Nord nach Süd, heute mit einer Länge von etwa 1,2 Kilometer als Teilstück der Deutschen Weinstraße. Dies war früher zugleich die Bundesstraße 271, die Bad Dürkheim und Neustadt an der Weinstraße verbindet.

Eine erste kleine Umgehungsstraße wurde um 1970 direkt am östlichen Dorfrand gebaut; sie wurde inzwischen jedoch vom Ort „eingeholt“. In den 1990er Jahren wurde die B 271 für die gesamte Region einen Kilometer nach Osten verlegt und berührt die Weinorte nicht mehr. Über die B 271 und deren Anschluss Deidesheim besteht seitdem auch eine schnelle Anbindung von Forst an die Autobahn 65 (Anschlussstelle 11 Deidesheim), über die in etwa 25 Minuten Ludwigshafen oder in etwa 50 Minuten Karlsruhe erreicht werden kann. In nördlicher Richtung gelangt man auf der B 271 nach Bad Dürkheim und zur dortigen Anschlussstelle der Autobahn 650 (Bad Dürkheim–Ludwigshafen).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Sonstige Personen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Forst an der Weinstraße – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. ewois, Stand: 31. Oktober 2011
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3