Forstakademie Mariabrunn

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Die k. k. Forstakademie Mariabrunn war eine der ersten forstwissenschaftlichen Hochschulen in Österreich. Sie befand sich im Kloster Mariabrunn bei Wien, heute Hadersdorf-Weidlingau (Wien 14).

Das ehemalige Kloster Mariabrunn. Südansicht von der Hubertuswarte

Geschichte[Bearbeiten]

Die k.k. Forst-Lehranstalt zu Mariabrunn wurde 1813 gegründet. Nachdem 1828 die Unbeschuhten Augustiner-Eremiten das Kloster aufgegeben hatten, kam die bereits bestehende kaiserliche Forstakademie in das Klostergebäude. Sie unterstand dem k.k. Ackerbau-Ministerium.

Daneben bestand im oberungarischen Schemnitz (heute: Banská Štiavnica, Slowakei) von 1824 bis 1904 eine Berg- und Forstakademie, seit 1867 unter der Aufsicht der königlich-ungarischen Regierung in Budapest.

Ab dem Schuljahr 1868/69 wurde, bei gänzlich umgestaltetem Unterricht, die k.k. Forstlehranstalt Mariabrunn als Hochschule geführt, die für den Eintritt in das Studium eine gute obere Mittelschulbildung und einige Bekanntschaft mit dem Walde voraussetzte.[1]

1875 wurde im Auftrag der k.k. Regierung das Studium an der k.k. Forstakademie in Mariabrunn in die Hochschule für Bodenkultur in Wien übergeleitet, deren forstliche Sektion im 8. Bezirk, Skodagasse 17, errichtet wurde. Mit der Überleitung wurde Wilhelm Exner, zuvor Professor an der Forstakademie, dann ihr letzter Direktor und später einer der bekanntesten Technologen Österreichs, betraut.

Heute befindet sich im Klostergebäude das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft des Landwirtschaftsministeriums mit einem kleinen Forstmuseum.

An die Lehranstalt erinnern heute im 14. Wiener Gemeindebezirk die Straßennamen Forstschulstraße, Mariabrunner Straße, Josef-Schlesinger-Straße, Karl-von-Böhmerle-Gasse, Josef-Ressel-Straße und Oskar-Simony-Straße. An ihren letzten Direktor erinnert die Wilhelm-Exner-Gasse im 9. Bezirk.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Josef Ressel (1793–1857), Erfinder, studierte 1814–1817 in Mariabrunn
  • Rudolf von Feistmantel (1805–1871), Forstwirt, studierte 1825–1827 in Mariabrunn
  • Adalbert Stifter (1805–1868), Maler und Schriftsteller, war 1837–1841 an der Forstlehranstalt angestellt
  • Franz Großbauer Edler von Waldstätt (1813–1887), Professor für Forstnaturkunde an der k.k. Forstlehranstalt Mariabrunn von 1839 bis 1876 [2]
  • Wilhelm Exner (1840–1931), Professor in Mariabrunn ab 1868, Leiter ab 1875
  • Arthur von Seckendorff-Gudent (1845–1886), Professor in Mariabrunn ab 1870
  • Edmund Mach (1846-1901), Agrikulturchemiker und Önologe
  • Josef Schlesinger (1831–1901), ordentlicher Professor für Mathematik, Geometrie und Mechanik ab 1871
  • Julius Wiesner (1838–1916), Botaniker, ordentlicher Professor von 1870 bis 1873

Literatur[Bearbeiten]

  • Zur Gedenkfeier der Gründung der Forst-Lehranstalt Mariabrunn 1813 und der k. k. Hochschule für Bodenkultur in Wien 1872. Herausgegeben vom Professoren-Kollegium der k. k. Hochschule für Bodenkultur in Wien. Hof-Verlagsbuchhandlung Carl Fromme, Wien 1913, S. 103-104 (mit Bild), OBV.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufnahme in die k. k. Forstakademie in Mariabrunn. In: Amtsblatt zur Wiener Zeitung, Nr. 186/1868, 7. August 1868, S. 1095, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz.
  2. Großbauer von Waldstätt Franz. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 77.

48.20755555555616.2295Koordinaten: 48° 12′ 27″ N, 16° 13′ 46″ O