Fort Pannerden

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Fort Pannerden war eines der größten Forts der Niederlande.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fort Pannerden wurde von 1869 bis 1872 in der Gabelung von Pannerdens Kanal (Niederländisch: Pannerdensch Kanaal) und Waal, als eines der größten Forts der Niederlande, erbaut. Es sollte als Sperrwerk gegen einfallende Truppen dienen, die über Rhein und Waal zur Festung Holland, hinter der Nieuwe Hollandse Waterlinie, vorstoßen wollten. Außerdem sollte verhindert werden, dass der Pannerdens Kanal abgedämmt werden konnte und die Wasserlinie somit ohne genügend Wasser wäre. Schon einige Jahre später schien es, dass das Fort der fortschreitenden Waffentechnik (Einführung von gezogenen Geschützrohren und Sprenggranaten) nicht gewachsen war. Außerdem waren die preußischen Flussfahrzeuge "Rhein"und "Mosel" mit ihren 15 cm-Geschützen eine ernste Bedrohung. In der Zeit von 1885 bis 1890 wurde das Fort modernisiert; die ostwärts gerichtete Hauptbatterie wurde mit Panzerpfeilern von Gruson Magdeburg, Flusseisenblöcken aus Peine und französischen Panzerplatten ausgebaut. Diese Batterie erhielt fünf Kaliber 15 lang 25 cm Geschütze von Krupp auf hydraulischen Minimalschartenlafetten von Gruson. Die Reichweite dieser Batterie betrug über 7000 Meter mit 50 kg schweren Panzergranaten und einer Treibladung von 16 kg braunem prismatischem Geschützpulver. Neu gebaut wurden zwei kleinere, seitlich angeordnete Batterien, wofür die gleichen Hersteller das Panzermaterial lieferten. Bestückt waren diese Batterien jedoch mit je zwei holländischen 10 cm Hartbronzekanonen auf Gruson'schen Minimalschartenlafetten für Handbetrieb.

Während des Ersten Weltkriegs war das Fort voll besetzt, und obwohl die Drohung der auf den Elterberg aufgestellten 28 cm Kanonen beängstigend für die Fortbesatzung in den neutralen Niederlanden war, kam es nur vereinzelt zu Schüssen auf einen Zeppelin und Flugzeuge die sich offenbar verirrt hatten.

Zwischen den Weltkriegen wurde das Fort anfangs von einem Sergeanten, der mit seiner Familie in der Nachbarschaft wohnte, bewacht. Im Zweiten Weltkrieg wurden keine feindlichen Anstrengungen unternommen, den Kanal abzudämmen, und der Angriff erfolgte nicht über Wasser. Somit brauchte das Fort seinen Hauptaufgaben nicht nachzukommen. Aus dem bereits nach kurzer Zeit vollkommen eingeschlossenen Fort wurde zwar geschossen, u. a. mit einem 12,7-mm-Maschinengewehr auf Flugzeuge, aber gegen die bereits in Doornenburg aufgefahrene Artillerie und die angedrohte Bombardierung konnte das Fort – das im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg keine Flakausrüstung hatte – keinen Widerstand leisten, und es wurde von seinem Kommandanten, Hauptmann der Reserve Westerveld, an Leutnant Dr. Speck uebergeben. Nach dem Krieg wurden Teile des Forts als Baumaterial für den Wiederaufbau verwendet. Das Gelände wurde als Mülldeponie und das Fortgebäude als Kampfmittellagerplatz benutzt.

Neuzeit[Bearbeiten]

1959 wurde das Fort deklassifiziert in ein Festungswerk ohne Klasse. Am ersten Januar 1988 übernahm die staatliche Forstverwaltung das Fort. Nachdem die Stiftung Fort Pannerden die angefangenen Instandsetzungsarbeiten abbrechen musste, wurde es am 12. Juni 2000 besetzt. 2005 wurde das Fort dem Projekt der Nieuwe Hollandse Waterlinie angegliedert.

Nach einer Räumung und Wiederbesetzung des Forts kam es im Dezember 2006 zu einer Übereinkunft zwischen den Besetzern, der Stichting Fort Pannerden, und der Gemeinde Lingewaard. Die Besetzer werden Bewacher, dürfen aber nicht mehr dort wohnen. Es dürfen aber stets zwei Besetzer anwesend sein, die für Ordnung sorgen müssen und auch Führungen leiten.

Quelle[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

51.8808333333336.0272222222222Koordinaten: 51° 52′ 51″ N, 6° 1′ 38″ O