Fort San Sebastian (Ghana)

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Das Fort San Sebastian in dem Ort Shama im heutigen Ghana wurde 1523 als eine der ersten europäischen Handelsfestungen überhaupt an der sogenannten Goldküste errichtet. Seit 1979 steht das Fort auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbe.

Fort San Sebastian, vor 1890

Zwischen 1580 und 1640 war Portugal über eine Personalunion des Herrschers beider Königreiche mit Spanien vereint und somit mit den damals spanischen Niederlanden verfeindet. Als Portugal 1640 seine Unabhängigkeit von Spanien zurückerlangte, befand es sich automatisch im Bündnis mit den anti-spanischen Niederlanden. Dennoch griffen 1640 Truppen der niederländischen Westindischen Companie das portugiesische Fort San Sebastian an und eroberten es ohne große Mühe, da es zu diesem Zeitpunkt bereits wenig mehr als eine Ruine war. Die portugiesische Besatzung ergab sich ohne Gegenwehr. Die Westindische Kompanie hatte zu diesem Zeitpunkt zwar bereits Kenntnis von dem neuen Bündnis mit den Portugiesen erlangt, berief sich aber darauf, dass sie darüber noch keine offizielle Nachricht in ihr Hauptquartier in Elmina bekommen habe. 1664 belagerten die Briten vergeblich das Fort (nach anderen Quellen eroberten sie es kurzfristig, verloren es im selben Jahr aber wieder an die Niederländer). 1756 starb hier Deutschlands erster schwarzer Professor, Anton Wilhelm Amo.

Von dem ursprünglichen portugiesischen Fort ist wenig erhalten. Seine heutige Gestalt erhielt es überwiegend durch die Niederländer ab 1664. Der Hügel, auf dem sich die Festung erhebt, besteht aus weichem Lateritgestein, das von den hier starken Niederschlägen leicht ausgewaschen werden kann. In der Folge kam es häufig zu Schäden an dem Mauerwerk. Man versuchte dem mit Stützkonstruktionen am äußeren Mauerwerk entgegenzuwirken. Die auffällige und heute den gesamten Bau charakterisierende breite Treppe, die zum Eingangstor der Festung hinaufführt, ist das kaschierte Ergebnis dieser Bemühungen. 1872 wurde die von den Niederländern bereits aufgegebene Festung durch den sogenannten Sumatra-Vertrag, der den Austausch einiger Kolonialbesitzungen zwischen Großbritannien und den Niederlanden regelte, britisch. In den Jahren 1954–57 wurde sie restauriert.

Heutiger Zustand des Forts[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Van Dantzig: Forts and Castles of Ghana. Sedco Publishing Ltd., Accra 1980, ISBN 9964-72-010-6.

Weblinks[Bearbeiten]

5.0291111111111-1.6210611111111Koordinaten: 5° 1′ 45″ N, 1° 37′ 16″ W