Fortuna Babelsberg

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Fortuna Babelsberg
Logo SG Fortuna Babelsberg2.jpg
Voller Name Fortuna Babelsberg e.V.
Gegründet 1990
Vereinsfarben schwarz-weiß
Stadion Sportanlage Am Stern
Plätze 1.000
Homepage www.fortunababelsberg.de
Liga Landesklasse Mitte Brandenburg
2013/14 7. Platz
Heim
Auswärts

Fortuna Babelsberg ist ein Fußballclub im Potsdamer Stadtteil Am Stern.

Geschichte[Bearbeiten]

1946 bis 1990[Bearbeiten]

Historisches Logo der BSG DEFA Babelsberg
Historisches Logo von Rotation Babelsberg

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der darauf folgenden Auflösung aller Vereine musste sich der Sport wieder neu organisieren. In Babelsberg entstand so 1946 unter anderen die Sportgruppe Babelsberg, die von ehemaligen Mitgliedern mehrerer bisheriger Vereine gegründet wurde. Zu ihnen gehörten die SpVgg Potsdam 03, die 1948 auch in der SG Karl Marx Babelsberg eine direkte Fortsetzung fand und der VfL Eintracht 06 Babelsberg, der 1906 als Concordia 1906 Babelsberg gegründet worden war.[1][2] 1948 erreichte die Sportgruppe Babelsberg einen ersten Erfolg, als sie als brandenburgischer Vizemeister an der Endrunde um die Ostzonenmeisterschaft teilnahm. Dort unterlag sie jedoch in der ersten Runde Einheit Meerane.[3] 1949 errang die Mannschaft die brandenburgische Fußballmeisterschaft gegen die BSG Franz Mehring Marga. Während in der Endrunde der Ostzonenmeisterschaft erneut die Meeraner in der ersten Runde die Endstation bedeuteten, sicherte die Meisterschaft auch die Qualifikation für die Oberliga, die höchste Spielklasse der DDR.[1] Nach der Umstellung des DDR-Sports auf Betriebssportgemeinschaften (BSG) bildete sich die bisherige Sportgruppe im September 1949 in die BSG „Märkische Volksstimme“ Babelsberg um. Die Potsdamer SED-Zeitung Märkische Volksstimme fungierte dabei als so genannter Trägerbetrieb. Nach Gründung zentraler Sportvereinigungen wurden die Babelsberger der Sportvereinigung Rotation (Verlags- und Druckwesen) unterstellt, und die BSG trat fortan unter dem Namen Rotation Babelsberg auf.

In der Saison 1950/51 wurde Rotationsstürmer Johannes Schöne mit 38 Treffern Torschützenkönig der Oberliga[4], ein Rekord, der nicht mehr gebrochen wurde. Mit drei Einsätzen in der Fußballnationalmannschaft der DDR im Jahre 1954 ist Schöne auch der erfolgreichste der drei Nationalspieler, die Rotation Babelsberg stellte. Bereits 1952 kam Karl-Heinz Wohlfahrt auf zwei Länderspiele, 1956 folgte Willi Marquardt mit einem Einsatz für die DDR-Nationalmannschaft.[1] 1953/54 erreichte die Mannschaft mit Platz 5 ihre beste Platzierung in der Oberliga. Erfolgreich waren auch die Nachwuchsmannschaften von Rotation. So holte die Jugendmannschaft 1955 den FDGB-Pokal, die Junioren wurden 1956 DDR-Landesmeister.[2] Nach neun Jahren in der höchsten Spielklasse stieg Rotation am Ende der Saison 1958 in die DDR-Liga ab.[1]

In den folgenden Spielzeiten belegte die BSG die Plätze 3 und 10. Zu Beginn der Saison 1961/62 musste die 1. Mannschaft zum neu gegründeten SC Potsdam delegiert werden, der anschließend den Ligaplatz der BSG Rotation einnahm. Ursache war der Anfang 1961 unternommene Versuch, die Talentförderung im DDR-Sport zu verbessern. Deshalb wurden neben den schon bestehenden Sportklubs neue Sportklubs in den Städten Neubrandenburg, Frankfurt (Oder) und auch Potsdam gegründet. Um eine Fußballsektion aufzubauen, wurde ein Großteil der Rotations-Spieler zum Sportclub Potsdam delegiert. Da das Ziel Aufstieg in die Oberliga nicht erreicht werden konnte, wurde die Fußballsektion des SC im Januar 1966 wieder aufgelöst und die Mannschaft in die BSG Motor Babelsberg eingegliedert.

Im Januar 1961 zum SC Potsdam delegierte Stammelf:

Wendorff
Rössel, Pillau, Pollaene
Jacob, Pooch
Benkert, Aldermann, Kochale, Borowietz, Geserich

Die BSG Rotation musste ab 1961 anstelle ihrer bisherigen 2. Mannschaft in der drittklassigen II. DDR-Liga weiterspielen.[5] Mit Abschaffung der II. Liga 1963 fand sich Rotation Babelsberg in der Bezirksliga Potsdam wieder.[1] In der Folge bestimmte ein ständiger Auf- und Abstieg zwischen Bezirksliga und Bezirksklasse, 1984 sogar der Abstieg in die Kreisklasse, das sportliche Geschehen.[2] Zwischenzeitlich war die BSG Rotation am 3. Mai 1969 in BSG DEFA Babelsberg umbenannt worden.[1] Nach dem 1986 angeordneten Umzug vom Karl-Liebknecht-Stadion auf den Stern-Sportplatz im gleichnamigen Wohngebiet stieg man in der Saison 1986/87 wieder in die Bezirksklasse auf.[2]

1990 bis heute[Bearbeiten]

Mit der politischen Wende von 1990 konnten die Betriebssportgemeinschaften in ihrer bisherigen Form nicht weiter bestehen. Mitglieder der bisherigen BSG DEFA gründeten daraufhin den Verein Fortuna Babelsberg. Der ersten Mannschaft gelang 1992 zunächst der Aufstieg in die Landesliga Brandenburg, zwei Jahre später sogar in die höchste brandenburgische Spielklasse, die Verbandsliga.[2] Nach fünf Jahren stieg die Mannschaft wieder in die Landesliga ab, aus der sie 2012 in die Landesklasse abstieg.

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

  • Rekordspieler der Oberligamannschaft Rotation
    • Johannes Schöne; 214 Spiele von 1950 bis 1958 (Torschützenkönig)
    • Karl-Heinz „Schupo“ Tietz; 203, 1949/56
    • Werner Giesler; 191, 1949/57
    • Harry Adam; 190, 1950/58
    • Karl-Heinz „Schrippe“ Schröder; 139, 1949/57
    • Klaus Selignow; 139, 1951/58
    • Hans Wolfrum; 133, 1949/54
    • Erwin Giesler; 115, 1949/57
    • Werner Hagen, 104, 1952/57
    • Gerhard Jeronimus; 102, 1949/58
    • Heinz Schuster; 102, 1950/55

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Rotation Babelsberg in: Hardy Grüne (2001): Vereinslexikon. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7. Kassel: AGON Sportverlag, S. 32. ISBN 3-89784-147-9
  2. a b c d e Geschichte, Website der Fortuna Babelsberg (6. Januar 2008)
  3. Hardy Grüne (1996): Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890 bis 1963. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1., S. 283-290. Kassel: AGON Sportverlag, ISBN 3-928562-85-1
  4. Grüne 1996, S. 318
  5. Rotation Babelsberg II in: Hardy Grüne (2001): Vereinslexikon. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7. Kassel: AGON Sportverlag, S. 32. ISBN 3-89784-147-9

Quellen[Bearbeiten]

  • Hardy Grüne (1996): „Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890 bis 1963.“, Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs Band 1, S. 283-290, AGON Sportverlag Kassel, ISBN 3-928562-85-1
  • Hardy Grüne (2001): Vereinslexikon, Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs Band 7, S. 32. AGON Sportverlag Kassel, ISBN 3-89784-147-9
  • Hanns Leske (2007): Enzyklopädie des DDR-Fußballs, Verlag Die Werkstatt, ISBN 978-3-89533-556-3