Fortunato Chelleri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fortunato Chelleri (auch: Keller oder Kelleri) (* Mai/Juni (?) 1690 in Parma, Italien; † 11. Dezember 1757 in Kassel) war Kapellmeister und Komponist klassischer Musik.

Leben[Bearbeiten]

Chelleris Vater war ein aus Deutschland ausgewandeter Musikliebhaber, seine Mutter stammte aus der italienischen Musikerfamilie Bazzani (Bassani; siehe auch Giovanni Battista Bassani). Nach dem frühen Tod seiner Eltern kam er in den Haushalt seines Onkels Francesco Maria Bazzani in Piacenza. Dieser bildete Fortunato, der bereits in seiner Heimatstadt Chorknabe gewesen war, weiter zum Musiker und Komponisten aus. Ab 1708 komponierte Chelleri Opernmusik für verschiedene oberitalienische Bühnen und stand u.a. in Barcelona, Florenz und Venedig im Dienst wechselnder Adliger.

1722 holte ihn der musikbegeisterte und insbesondere von den neuen Tasteninstrumenten (Fortepiano, Hammerklavier) faszinierte Bamberger und Würzburger Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn (Fürstbischof 1719-1724) als Hofkapellmeister nach Würzburg, zeitgleich mit dem aus Venedig stammenden Musiker und Komponisten Giovanni Benedetto Platti. Nach dem Tode des Fürstbischofs 1725 wurde Chelleri in Kassel Hofkapellmeister des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel. Er folgte zwischen 1732 und 1734 dessen Sohn und Nachfolger Friedrich I., der zugleich König von Schweden war, an den Hof in Stockholm. Mit dem Titel und der wirtschaftlichen Absicherung eines Hofrates ausgestattet kehrte er nach Deutschland zurück und leitet bis zu seinem Tode 1757 in Kassel die Privatkapelle für Friedrichs Bruder Wilhelm VIII., der in Kassel die Landgrafschaft zunächst verwaltete und später selbst Landgraf wurde.

Werke[Bearbeiten]

Frühwerk, Opernmusik[Bearbeiten]

  • L'Innocenza giustificata (Uraufführung: Venedig 1711)
  • La caccia in Etolia (Uraufführung: Ferrara 1715) (Das Textbuch La Caccia in Etolia von Belisario Valeriano ist von Georg Friedrich Händel als Libretto für die Oper Atalanta bearbeitet worden.)
  • Amalasunta

Späteres Werk[Bearbeiten]

In seiner deutschen und schwedischen Zeit nach 1722 komponierte Chelleri nur noch Instrumental- und Kirchenmusik, darunter allerdings auch eine Reihe von Oratorien in italienischer Sprache. Aus dem Jahr 1742 stammt Chelleris einziges Cello-Konzert, komponiert für Graf Rudolf Franz Erwein von Schönborn und als Manuskript in der Schönborn'schen Musikaliensammlung in Wiesentheid erhalten. In eigenständigem Druck erschienen sind unter anderem Kompositionen für Tasteninstrumente sowie sechs Streichersymphonien. Als Partituren, als Einspielung

Diskografie[Bearbeiten]

auf Tonträger sind erhältlich:

  • Sinfonia B-Dur für Streicher und Basso continuo
  • 6 Sonate di galanteria (Kassel, o.J.)
  • Beatæ Mariæ Virginis, Oratorium in 2 Teilen (Würzburg, 1723) [Nachdruck hrsg. v. Alejandro Garri, Garri Editions, Mühlheim 2003]
  • Cello-Konzert G-Dur (1742), WD 531 (Sol Gabetta, Capella Gabetta, "Il Progetto Vivaldi 3", 2013)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]