Fotografische Blende

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Objektiv mit maximal geöffneter Blende
Irisblende des Olympus Zuiko 1:1,8/50 mm (OM-System) in ganzen Schritten (f/1.8 - f/2.8 - f/4 - f/5.6 - f/8 - f/11 - f/16)
Objektiv mit verschieden weit geöffneter Irisblenden im Vergleich (Blendenzahl f/1.8 - f/2.8 - f/4 - f/5.6 - f/8 - f/11)
Irisblende mit 19 Blendenlamellen in einem großen Objektiv einer Mittelformatkamera

Die Blende ist eine (normalerweise mechanische) Vorrichtung an Kameras, mit deren Hilfe der Lichtdurchlass durch das optische System (Objektiv) verändert werden kann. Sie ist meist als Lamellenblende (auch Irisblende genannt) ausgeführt, bei der sich kreisförmig angeordnete Lamellen-Bleche so ineinander verschieben, dass der Lichtdurchlass enger oder weiter und so das einfallende Lichtbündel kleiner oder größer wird. Die Blende ist dabei so im Strahlengang positioniert, dass sie nur als Aperturblende und nicht als Gesichtsfeldblende wirkt. Von der Wahl der Blendenzahl hängen vor allem Belichtungszeit sowie Schärfentiefe ab. Die Blendenzahl gibt das Verhältnis von Brennweite zur Blendenöffnungsweite an.

Einfluss auf Belichtungszeit[Bearbeiten]

Die Blende wirkt sich unmittelbar auf die Stärke der Belichtung des Bildsensors, Films oder Fotopapiers aus: Je größer die Blendenzahl ist, desto kleiner ist die Blendenöffnung, und desto weniger Licht dringt durch das Objektiv. Das Objektiv lässt bei der Blendenzahl-Einstellung 5,6 vier mal weniger Licht durch als bei 2,8. So wird in Verbindung mit der Belichtungszeit die Belichtung des Films oder Aufnahmesensors geregelt (Verhältnis ist beschrieben unter Lichtwert). Allgemein gilt:

  • Je größer die Blendenzahl ist, desto länger ist die Belichtungszeit (denn desto kleiner ist die Blendenöffnung).
  • Je kleiner die Blendenzahl ist, desto kürzer ist die Belichtungszeit (denn desto größer ist die Blendenöffnung).

Eine Belichtungsautomatik, bei der die Belichtungszeit manuell eingestellt und die Blende durch die Kamera in Abhängigkeit von der verfügbaren Lichtmenge gesteuert wird, bezeichnet man als Blendenautomatik. Alternativ wird bei der Zeitautomatik die Blende vorgewählt und die Belichtungszeit von der Kamera gesteuert. Werden sowohl Belichtungszeit als auch die Blende nach einem fest programmierten Schema von der Kamera gesteuert, spricht man von einer Programmautomatik. Einige Kameras lassen die Veränderung der von der Programmautomatik vorgegebenen Zeit-Blendenzahl-Kombination über manuelle Bedienelemente zu.

Einfluss auf Schärfentiefe[Bearbeiten]

Andererseits beeinflusst die Blende die Schärfentiefe: Mit größerer Blendenzahl und damit kleinerer Blendenöffnung wird nicht nur die wirksame Lichtmenge verringert, auch die Unschärfekreise werden durch den spitzeren Lichtkegel kleiner. Folglich vergrößert sich der Bereich des Motivs, der noch als scharf aufgenommen wird, bis der zulässige Grenzwert (Zerstreuungskreisdurchmesser, hier 0,1 mm) erreicht wird. Der Bereich der scharfen Abbildung (Schärfentiefe) nimmt beim Schließen der Blende also zu. Daraus folgt:

  • Je größer die Blendenzahl ist, desto weiter ist die Schärfentiefe (denn desto kleiner ist die Blendenöffnung).
  • Je kleiner die Blendenzahl ist, desto enger ist die Schärfentiefe (denn desto größer ist die Blendenöffnung).

Im Sprachgebrauch der Fotografie wird der Begriff Blende oft auch als Kurzform für Blendenöffnung benutzt, und beispielsweise anstatt von großer Blendenöffnung von großer Blende gesprochen. Dieser Sprachgebrauch ist üblich, kann aber zu Missverständnissen führen, da eine große Öffnung einer kleinen Blendenzahl (und umgekehrt) entspricht.

Bei einigen einäugigen Spiegelreflexkameras kann der Fotograf mit Hilfe der Abblendtaste die Schärfentiefe kontrollieren. Die Kamera aktiviert dann die Arbeitsblende.

Blendenzahl und Blendenreihe[Bearbeiten]

Die Blende wird als Blendenzahl angegeben. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis von Brennweite zu Öffnungsweite der Optik (Objektiv). Die Lichtstärke des Objektivs entspricht dem Kehrwert der kleinsten Blendenzahl, also der größten relativen Öffnung. Diese wird oft als Bruchteil der Brennweite f, z. B. f/2, (englisch f-stop) angegeben. Größere Blendenzahlen bedeuten bei gleicher Brennweite demzufolge stärkere Abblendung, also einen geringeren Lichteinfall. Die Blendenzahl wird bei mechanischen Kameras am Objektivring, bei modernen elektronischen Kameras auch über Steuerelemente am Kameragehäuse (Body) eingestellt.

Bei Objektiven, die speziell für die Videografie ausgelegt sind, wird die Blende als sogenannter T-Stop angegeben (engl. Transmission Stop), dessen Werte tatsächlich gemessene Durchgangswerte sind, und nicht als relativ ungenaue, nur rechnerisch zu betrachtende Bruchteile der Brennweite.

Als Blendenreihe bezeichnet man eine Reihe von Blendenwerten, die jeweils die doppelte Menge Licht einlassen. Die benachbarten Werte einer Blendenreihe stehen, da sie sich auf den Durchmesser der Öffnung beziehen, immer im Verhältnis 1 : \sqrt{2} \approx 1 : 1{,}4, so dass die offene Fläche sich im Quadrat dieser Werte ändert. So kann die Verstellung der Blende um einen Wert eine entsprechend entgegengesetzte Verstellung der Verschlusszeit um einen Wert kompensieren.

Einfluss auf die Schärfe[Bearbeiten]

In der Regel bilden Objektive umso schärfer ab, je weiter die Blende geschlossen wird. Ab einer gewissen Blendenöffnung macht sich die Beugung der Lichtstrahlen an der Blende bemerkbar und kleine Beugungsscheibchen werden bemerkbar, die Schärfe nimmt dann wieder ab.

Siehe auch[Bearbeiten]