Photoinitiator

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Bildung von Radikalen durch Belichtung von (1) einem α-Hydroxyketon, (2) einer Azoverbindung und (3) einem Acylphosphinoxid

Photoinitiatoren sind photoaktive Substanzen, die bei Belichtung mit UV-Licht Radikale bilden und eine Polymerisation von z. B. ungesättigten Acrylaten auslösen.

Sie sind Bestandteile von strahlungshärtenden Lack- und Harzformulierungen, die in Sekundenbruchteilen mit Bestrahlung durch UV-Licht ausgehärtet werden können. Sie werden zum Beispiel in der Diazotypie, der Stereolithografie und dem Multi Jet Modeling eingesetzt. Für Beschichtungen sind die größten Marktsegmente die Möbel- und Parkettlackierung sowie Druckfarben.

Auch in der LCD-Fertigung können Photoinitiatoren eingesetzt werden.[1]

Häufig industriell eingesetzte Photoinitiatoren leiten sich von α-Hydroxy-, α-Alkoxy- oder α-Amino-arylketonen oder auch von Acylphosphinoxiden ab. Vereinzelt finden sich auch Anwendungen für photolabile aliphatische Azoverbindungen, die sowohl thermisch als auch photochemisch zerfallen können.

Übersichten zu industriell eingesetzten Lack- und Harzformulierungen sowie den zugehörigen Photoinitiatoren mit ihren Strukturen und Eigenschaften sind über die technischen Broschüren der herstellenden oder vertreibenden Unternehmen leicht zu recherchieren.

Gesundheitliche Gefahren[Bearbeiten]

2009 haben mehrere Behörden für Lebensmittelsicherheit in trockenen Lebensmitteln z. B. Getreideprodukten Photoinitiatoren entdeckt. Auf Grund der sehr geringen Größe der Moleküle der Photoinitiator können diese von der Bedruckten Seite von Lebensmittelverpackungen auch durch mehrere Schichten Verpackung (z. B. Papier, Pappe oder Kunststoff) in die Lebensmittel übergehen. Die Grenzwerte wurden bei Kontrolluntersuchungen zwar zumeist unterschritten, da allerdings für jede Art von Photoinitiator ein eigener Grenzwert gegeben ist und keine Addition stattfindet, kann eine erhebliche Menge an Substanzen in den Lebensmitteln ohne Beanstandung vorhanden sein. Die gesundheitlichen Auswirkungen werden zumeist als kritisch angesehen. Zwei Photoinitiatoren Benzophenon und 4-Methylbenzophenon wurden in Tierversuchen als schädlich eingestuft, andere bisher nicht getestet. Diese beiden Stoffe können Geschwüre an Leber und Niere verursachen. Der zulässige Grenzwert liegt bei 0,6 Mikrogramm pro Kilogramm Lebensmittel. Der Grenzwert wurde bei einigen getesteten Lebensmitteln leicht überschritten.[2][3]

Quellen/Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Forschungspreis 2005 von Ciba Spezialitätenchemie für neue Photoinitiatoren-Technologie für LCDs
  2. SR-online: Druckchemie in Lebensmitteln
  3. Ausmaß der Migration von Druckfarbenbestandteilen aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel (PDF; 859 kB), 29. Mai 2011.