Fouilloy (Somme)

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Fouilloy
Wappen von Fouilloy
Fouilloy (Frankreich)
Fouilloy
Region Picardie
Département Somme
Arrondissement Amiens
Kanton Corbie
Gemeindeverband Communauté de communes du Val de Somme.
Koordinaten 49° 54′ N, 2° 30′ O49.9002777777782.5044444444444Koordinaten: 49° 54′ N, 2° 30′ O
Höhe 28–98 m
Fläche 5,73 km²
Einwohner 1.874 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 327 Einw./km²
Postleitzahl 80800
INSEE-Code
Website www.valdesomme.com

Das australische Memorial zwischen Fouilloy und Villers-Bretonneux
.

Fouilloy (picardisch: Fouilloé) ist eine nordfranzösische Gemeinde mit 1874 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Somme in der Region Picardie. Die Gemeinde liegt im Arrondissement Amiens und im Kanton Corbie und ist Teil der Communauté de communes du Val de Somme.

Geographie[Bearbeiten]

Die im Tal am linken Ufer der Somme unmittelbar südlich von Corbie an den Départementsstraßen D1 von Amiens nach Péronne und D23 nach Villers-Bretonneux gelegene Gemeinde ist durch eine Brücke mit Corbie, mit dem es eine Siedlungseinheit bildet, verbunden. Das Mémorial national australien für die im Ersten Weltkrieg gefallenen australischen Soldaten liegt neben dem britischen Soldatenfriedhof auf einer Anhöhe im Gebiet der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

In Fouilloy wurden Reste einer gallo-römischen Villa entdeckt. Das Dorf wird in Handschriften des 7. Jahrhunderts genannt. Im Mittelalter war es eine befestigte Vorstadt von Corbie. Im 13. Jahrhundert bestand ein Leprosenhaus. Die königliche Propstei wurde 1430 nach Corbie verlegt. Während der Belagerung durch spanische Truppen 1636 wurde die Kollegiatskirche in Brand gesteckt. 1789 wurde Fouilloy eine von Corbie unabhängige Gemeinde.

Im Sommer 1914 war Fouilloy kurzzeitig von deutschen Truppen besetzt. Von 1915 bis 1918 war es einer der Hauptstützpunkte der britischen Truppen. Im April 1918 fanden auf den Höhen um die Gemeinde heftige Kämpfe statt.

Die im Ersten Weltkrieg erheblich zerstörte Gemeinde erhielt als Auszeichnung das Croix de guerre 1914–1918.

Einwohner[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010
1047 1391 1753 1658 1627 1734 1803 1866

Verwaltung[Bearbeiten]

Bürgermeister (maire) ist seit 2008 Claudine Renard.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mémorial australien
  • Mehrfach zerstörte Kirche Saint-Mathieu, jetzt ein Bau aus den 1950er Jahren
  • Kriegerdenkmal 1870/71 auf dem Friedhof und das Kriegerdenkmal 1914/1918 neben der Kirche
  • Schlossartige Mairie vom Ende des 19. Jahrhunderts
  • Mémorial australien und britischer Soldatenfriedhof auf der Anhöhe Richtung Villers-Bretonneux
  • Färberei in einer Mühle aus dem 19. Jahrhundert

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hugo de Folieto, auch Hugo von Fouilloy, französischer geistlicher Schriftsteller des 12. Jahrhunderts
  • Ansgar von Bremen, der in Skandinavien missionierte und 825 als Bischof von Bremen und Hamburg starb, wurde angeblich am 8. September 801 in Fouilloy geboren [1]
  • Évrard de Fouilloy, Bischof von Amiens (um 1145–1222), in Fouilloy geboren
  • Jules Lardière, Textilindustrieller, Bürgermeister von Fouilloy (1829–1876)
  • Georges Duhamel, Arzt und Schriftsteller, im Ersten Weltkrieg in Fouilloy tätig

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fouilloy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexandre Micha: Voyages dans l'au-delà, d'après des textes médiévaux, IVe-XIIIe Siècles, Klincksieck, Paris 1992, S. 75. Paul Guérin (päpstlicher Kämmerer von Leo XIII.): Les petits Bollandistes. Vies des saints de l'Ancien et du Nouveau Testament, Bd. 2, Bloud et Barral, Libreurs-éditeurs, Paris 1882, S. 230.