Foundry

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung von Foundry im Sinne von Font Foundry befindet sich unter Schriftenhersteller

Der Begriff Foundry (auch englisch silicon foundry) bezeichnet ein im Bereich der Mikroelektronik tätiges Unternehmen, das in seinen Halbleiterwerken (englisch semiconductor fabrication plant, kurz:„fab“) Produkte für andere Halbleiterunternehmen herstellt, vgl. Auftragsfertigung. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Englischen und bedeutet Gießerei.

[Bearbeiten] Hintergrund

Die Entwicklung von mikroelektronischen integrierten Schaltkreisen (vgl. Chipentwurf) erfolgt häufig bei kleinen, spezialisierten Unternehmen. Sie umfasst unter anderem die funktionale Beschreibung und Synthese der Schaltung, wofür hauptsächlich vergleichsweise wenig kapitalintensive Rechentechnik und spezialisierte Computerprogramme benötigt werden.

Die Fertigung der integrierten Schaltkreise auf Halbleiterscheiben (sogenannten Wafern) erfolgt in entsprechenden Fabriken, deren Bau und Inbetriebnahme aufgrund der hohen technischen Anforderungen enorm kapitalintensiv ist (mehrere Milliarden Euro für den 22-nm- und 32-nm-Technologieknoten, Tendenz steigend). Der Betrieb ist nicht weniger aufwändig und nur bei guter Auslastung der Fertigungsanlagen rentabel, unter anderem auch aufgrund des hohen Kostendrucks und Preisverfalls in der Branche. Diesen Aufwand können sich für die Herstellung eigener Produkte nur wenige Großunternehmen leisten.

Das Geschäftsmodell einer Foundry ermöglicht auch kleineren Unternehmen, welche die Aufwendungen für eine eigene Fabrik nicht aufbringen können, hochspezialisierte und konkurrenzfähige Schaltungen zu entwickeln (siehe anwendungsspezifische integrierte Schaltung) und zu verkaufen. Die Herstellung der Schaltkreise erfolgt meist in Standardtechnologien, die relativ kostengünstig und weitverbreitet sind. Die notwendige Technologie wird in der Regel durch die Foundry bzw. deren Technologie-Kooperationspartner entwickelt. Kenndaten der zu verarbeitenden Bauelemente und Layout-Richtlinien werden den Unternehmen für den Entwurf zur Verfügung gestellt, so dass dieser bereits dort synthetisiert und durch Simulation getestet werden kann.

Neben den „Pure-play-Foundries“, die sich ausschließlich auf die Fertigung für andere Unternehmen spezialisieren, gibt es auch Unternehmen, die neben der Auftragsfertigung auch eigene Schaltungen entwickeln und produzieren und somit selbst als Halbleiterhersteller (englisch integrated device manufacturer, IDM) am Markt auftreten.

[Bearbeiten] Markt

Die größten Foundries sind die taiwanesischen Firmen TSMC und UMC in Hsinchu sowie Globalfoundries in Singapur, den USA und Deutschland. In Deutschland operieren die X-FAB Semiconductor Foundries AG und die LFoundry sowie in Österreich die austriamicrosystems.

Die umsatzstärksten Foundries 2011[1]
Rang Firma Typ Land Umsatz 2011
in Mio. USD
1 TSMC Pure-play China RepublikRepublik China 14.600
2 UMC Pure-play China RepublikRepublik China 3.760
3 Globalfoundries Pure-play Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 3.580
4 Samsung Semiconductor IDM Korea SudSüdkorea 1.975
5 SMIC Pure-play China VolksrepublikChina 1.315
6 TowerJazz Pure-play IsraelIsrael 610
7 Vanguard (VIS) Pure-play China RepublikRepublik China 519
8 Dongbu HiTek Pure-play Korea SudSüdkorea 500
9 IBM IDM Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 445
10 MagnaChip IDM Korea SudSüdkorea 350
11 SSMC Pure-play SingapurSingapur 345
12 Hua Hong NEC Pure-play China VolksrepublikChina 335
13 Win Semiconductors Pure-play China RepublikRepublik China 300
14 X-FAB Pure-play DeutschlandDeutschland 285

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Tabelle: 2011 Major IC Foundries. In: Mark LaPedus: UMC Seeks to Shed Image as ‘Fast Follower’. SemiMD, 10. Februar 2012.
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