Foundry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung von Foundry im Sinne von Font Foundry befindet sich unter Schriftenhersteller

Der Begriff Foundry (auch englisch silicon foundry) bezeichnet ein im Bereich der Mikroelektronik tätiges Unternehmen, das in seinen Halbleiterwerken (englisch semiconductor fabrication plant, kurz:„fab“) Produkte für andere Halbleiterunternehmen herstellt, vgl. Fertigungsbetrieb. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Englischen und bedeutet Gießerei.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Entwicklung von mikroelektronischen integrierten Schaltkreisen (vgl. Chipentwurf) erfolgt häufig bei kleinen, spezialisierten Unternehmen. Sie umfasst unter anderem die funktionale Beschreibung und Synthese der Schaltung, wofür hauptsächlich vergleichsweise wenig kapitalintensive Rechentechnik und spezialisierte Computerprogramme benötigt werden.

Die Fertigung der integrierten Schaltkreise auf Halbleiterscheiben (sogenannten Wafern) erfolgt in entsprechenden Fabriken, deren Bau und Inbetriebnahme aufgrund der hohen technischen Anforderungen enorm kapitalintensiv ist (mehrere Milliarden Euro für den 22-nm- und 32-nm-Technologieknoten, Tendenz steigend). Der Betrieb ist nicht weniger aufwändig und nur bei guter Auslastung der Fertigungsanlagen rentabel, unter anderem auch aufgrund des hohen Kostendrucks und Preisverfalls in der Branche. Diesen Aufwand können sich für die Herstellung eigener Produkte nur wenige Großunternehmen leisten.

Das Geschäftsmodell einer Foundry ermöglicht auch kleineren Unternehmen, welche die Aufwendungen für eine eigene Fabrik nicht aufbringen können, hochspezialisierte und konkurrenzfähige Schaltungen zu entwickeln (siehe anwendungsspezifische integrierte Schaltung) und zu verkaufen. Die Herstellung der Schaltkreise erfolgt meist in Standardtechnologien, die relativ kostengünstig und weitverbreitet sind. Die notwendige Technologie wird in der Regel durch die Foundry bzw. deren Technologie-Kooperationspartner entwickelt. Kenndaten der zu verarbeitenden Bauelemente und Layout-Richtlinien werden den Unternehmen für den Entwurf zur Verfügung gestellt, so dass dieser bereits dort synthetisiert und durch Simulation getestet werden kann.

Neben den „Pure-play-Foundries“, die sich ausschließlich auf die Fertigung für andere Unternehmen spezialisieren, gibt es auch Unternehmen, die neben der Auftragsfertigung auch eigene Schaltungen entwickeln und produzieren und somit selbst als Halbleiterhersteller (englisch integrated device manufacturer, IDM) am Markt auftreten.

Markt[Bearbeiten]

Die größten Foundries sind die taiwanesische Firma TSMC sowie die US-amerikanische Firma Globalfoundries. Zu den europäischen Foundries zählen vor allem die österreichische ams AG, die französische Altis Semiconductor sowie die deutschen Foundries X-FAB und die LFoundry.

Die umsatzstärksten Foundries 2013[1]
Rang Firma Typ Land Umsatz 2013
in Mio. USD
1 TSMC Pure-play China RepublikRepublik China 19.850
2 Globalfoundries Pure-play Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 4.261
3 UMC Pure-play China RepublikRepublik China 3.959
4 Samsung Semiconductor IDM Korea SudSüdkorea 3.950
5 SMIC Pure-play China VolksrepublikChina 1.973
6 Powerchip Pure-play China RepublikRepublik China 1.175
7 Vanguard (VIS) Pure-play China RepublikRepublik China 713
8 Huahong Grace Pure-play China VolksrepublikChina 710
9 Dongbu HiTek Pure-play Korea SudSüdkorea 570
10 TowerJazz Pure-play IsraelIsrael 509
11 IBM IDM Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 485
12 MagnaChip IDM Korea SudSüdkorea 411
13 Win Semiconductors Pure-play China RepublikRepublik China 354

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IC Insights Research Bulletin: Top 13 Foundries Account for 91% of Total Foundry Sales in 2013, 28. Januar 2014