Four Music

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Four Music Productions
Logo des Labels
Logo des Labels
Mutterunternehmen Sony Music Entertainment[1]
Aktive Jahre seit 1996[1]
Gründer Die Fantastischen Vier
Sitz Berlin
Website www.fourmusic.com

Four Music ist ein Berliner Plattenlabel, das 1996 durch Die Fantastischen Vier gegründet wurde und seinen Sitz zunächst in Stuttgart hatte. Seit 2005 ist das Unternehmen Four Music Productions GmbH eine Tochtergesellschaft von Sony Music Entertainment, Geschäftsführer sind Philip Ginthör und Edgar Berger. Unter Vertrag stehen verschiedene Hip-Hop-, Reggae- und Contemporary-R&B-Künstler, beispielsweise Casper, Clueso, Hurts, Marteria und Max Herre.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptsitz von Four Music

Auf der Popkomm 1996 gaben Die Fantastischen Vier bekannt, ein eigenes Label zu gründen.[1] Erster Geschäftsführer wurde ihr Entdecker Fitz Baum, der ebenfalls als Gesellschafter am Unternehmen beteiligt war. Four Music sollte sich bewusst von den etablierten Konkurrenten abheben und „von Künstlern für Künstler“ arbeiten und außerdem eine Plattform für Solo- und Nebenprojekte der Fantastischen Vier bilden.[2] Der Vertrieb des Labels lief in den ersten Jahren über Sony BMG, wo die Band unter Vertrag stand. Four Music hatte seinen Sitz zunächst in Stuttgart, verlegte ihn 2002 aber nach Berlin.[3] International wurde unter anderem in London ein Standort eingerichtet[4], wo das Sublabel FINE. ansässig ist.[5]

Die erste Veröffentlichung war ein Album der französischsprachigen Schweizer Band Sens Unik, es erschien zwei Wochen nach der Gründung des Labels.[2]. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Four Music aber erst zum Ende der 1990er Jahre durch Werke der Künstler Afrob, Freundeskreis, Gentleman und Blumentopf bekannt. In diesem Zusammenhang kommt Max Herre besondere Bedeutung zu, der dem Label im Jahr 1997 mit „A-N-N-A“ („Quadratur des Kreises“) von Freundeskreis die erste Gold-Auszeichnung bescherte.[6] Den zweiten Gold-Status errangen die Künstler Thomas D und Franka Potente mit „Wish“, dem Titelsong des Films Lola rennt.[7]

2001 wurde Clueso bei Four Music unter Vertrag genommen, dessen Debütalbum „Text und Ton“ sowohl mit deutsch- als auch englischsprachigen Titeln versehen war.[8] Anschließend trat er unter anderem im Vorprogramm der Fantastischen Vier und mit Herbert Grönemeyer auf.[9] Im selben Jahr legte Thomas D sein zweites Soloalbum vor, nach der Jahrtausendwende stieg die Zahl der Veröffentlichungen bei Four Music insgesamt stark an.[10] 2003 erhielt der Musiker Gentleman, welcher ebenfalls bei Four Music unter Vertrag stand, einen ECHO als „Bester nationaler HipHop/R&B-Künstler“.[11] Im selben Jahr begann das Unternehmen, seine Dienstleistungen für Künstler und Labels anzubieten.[12] Unter anderem wurde eine umfangreiche Kooperation mit Yo Mama aus Hamburg vereinbart.[13]

Gleichzeitig begann das Label mit dem Vertrieb von Werken über Universal Music[2]. Anfang 2005 wurde die Zusammenarbeit mit Sony BMG vollständig beendet, vor dem Hintergrund des bestehenden Vertrags der Fantastischen Vier gaben Vertreter der Band und des Labels anhaltende Kontroversen mit Sony BMG als Grund für die Entscheidung an.[14] Wenige Monate später legten beide Seiten den Streit überraschend bei[15], Sony BMG erwarb 50 Prozent der Anteile an Four Music. Der exakte Kaufpreis wurde nicht bekannt[16], allerdings sollte er nicht den bisherigen Gesellschaftern gezahlt sondern in deutsche Nachwuchskünstler investiert werden.[1] Zu diesem Zeitpunkt erwirtschaftete Four Music ein Ergebnis in achtstelliger Höhe und verkaufte mehr als 800.000 Platten.[6] Dennoch geriet das Unternehmen in eine wirtschaftliche Krise und wurde vollständig vom Mutterkonzern übernommen, ab 2007 waren die Fantastischen Vier keine Gesellschafter mehr.[17] Darüber hinaus waren Warner Music und Universal Music an einer Übernahme von Four Artists interessiert, jedoch kam es in diesem Fall aufgrund zu niedriger Gebote zu keinem Verkauf.[18]:31

Im September 2004 war Four Music mehrere Wochen ununterbrochen in den ersten Plätzen der deutschen Charts präsent: Zunächst stieg Gentleman mit „Confidence“ auf dem ersten Platz ein, der anschließend durch Max Herre und daraufhin von den Fantastischen Vier selbst mit dem Album „Viel“ abgelöst wurde.[6] Four Music beziehungsweise Four Artists organisierte die bislang größte Hallentournee der Fantastischen Vier, die unter anderem einen Auftritt in der Hamburger AOL Arena beinhaltete. 2005 erschien das erste Best-of-Album der Band[19], zahlreiche neue Künstler wurden gewonnen. Im nächsten Jahr sorgten unter anderem Joy Denalane mit dem Album Let Go und Clueso mit „Weit weg“ für Aufmerksamkeit[20], wobei letzteres über 13 Wochen den sechsten Platz in den deutschen Charts erreichte.[21] Außerdem gründete Four Music ein Sublabel mit der Bezeichnung BPX 1992, das den international bekannten Country-Musiker Lee Hazlewood unter Vertrag nahm.[22] Bela B. brachte bei BPX 1992 das Soloalbum „Bingo“ heraus, das direkt auf dem zweiten Platz der Charts einstieg.[23]

Nach über zehn Jahren hat Geschäftsführer und Mitgründer Fitz Braum im Jahr 2007 das Unternehmen verlassen, sein Nachfolger wurde Philip Ginthör von Columbia Records.[24] In den folgenden Jahren setzte sich der kommerzielle Erfolg des Labels fort: Clueso veröffentlicht 2008 mit „So sehr dabei“ erneut ein Studioalbum bei Four Music, das ihm später seine erste Gold-Auszeichnung einbrachte.[25] 2010 gibt Four Music das Album „Happiness“ und die Single „Wonderful Life“ des britischen Duos Hurts heraus, die beide sowohl Gold- als auch Platin-Status erreichen. Im selben Jahr unterschreibt Casper einen Vertrag bei dem Label. Aus dem Jahr 2010 stammt auch das Album „Zum Glück in die Zukunft“ von Marteria, das 2013 ebenfalls mit Gold ausgezeichnet wurde.[26] Eine Kontroverse entstand nach der Trennung des Rappers Massiv von Four Music, da dieser sein eigenes Label „Fight 4 Music“ genannt hatte. Sony BMG reichte Klage aufgrund der Ähnlichkeit beider Namen ein.[27] Mit Marteria in Zusammenarbeit mit Yasha und der Sängerin Miss Platnum und deren Titel Lila Wolken, der 2012 auf Anhieb auf dem ersten Platz der deutschen Single-Charts einstieg, erzielte das Label erneut Erfolge.[28]

Auch im Jahr 2014 sorgt Marteria erneut für Gold mit dem Album „Zum Glück in die Zukunft 2“ und auch mit der Singleauskopplung „Kids“. Das Album wurde am 31. Januar 2014 veröffentlicht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Album[Bearbeiten]

Datum Titel Interpret
8. Dezember 1999 Esperanto Freundeskreis Gold
21. November 2000 MTV Unplugged Die Fantastischen Vier Gold
8. Oktober 2003 MTV Unplugged Die Fantastischen Vier Platin
7. Januar 2004 Journey To Jah Gentleman Gold
30. September 2004 Confidence Gentleman Gold
30. September 2004 Viel Die Fantastischen Vier Gold
15. Oktober 2004 Viel Die Fantastischen Vier Platin
7. Oktober 2005 Confidence Gentleman Platin
14. Mai 2009 So sehr dabei Clueso Gold
16. Juni 2009 Weit weg Clueso Gold
21. Juni 2010 So sehr dabei Clueso Platin
22. Oktober 2010 Happiness Hurts Gold
7. Februar 2011 Happiness Hurts Platin
26. Januar 2012 XOXO Casper Platin
13. Februar 2012 Kokowääh (Music From The Original Motion Picture) Various Artists Gold
18. Februar 2012 Happiness Hurts Platin
30. September 2012 Zum Glück in die Zukunft Marteria Gold
8. Oktober 2013 Hinterland Casper Platin
31. Januar 2014 Zum Glück in die Zukunft 2 Marteria Gold

Single[Bearbeiten]

Datum Titel Interpret
20. Oktober 1997 A-N-N-A Freundeskreis Gold
1. Oktober 1998 Wish Franka Potente & Thomas D Gold
9. September 2010 Wonderful Life Hurts Gold
20. November 2010 Wonderful Life Hurts Platin
13. April 2011 Stay Hurts Gold
7. November 2012 One Day / Reckoning Song (Wankelmut Remix) Asaf Avidan Platin
11. Januar 2013 Lila Wolken Marteria, Yasha & Miss Platnum Platin
19. Februar 2013 Wonderful Life Hurts Gold
6. Dezember 2013 Kids (2 Finger an den Kopf) Marteria Gold

(Quelle: Bundesverband Musikindustrie[29])

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember 1998 initiierte Four Music in Kooperation mit dem Musiksender VIVA das Benefizkonzert „Beats 4 Life“, im Rahmen dessen beispielsweise die Künstler Fettes Brot, Smudo, 5 Sterne DeLuxe und Such a Surge auftraten.[30] Die Veranstaltung wurde auch in den folgenden Jahren fortgeführt.[31] Four Music beziehungsweise Four Artists richtete im Jahr 2000 gemeinsam mit MTV Germany erstmals die HipHop Open auf dem Stuttgarter Pragsattel aus[32], das etwa 14.000 Zuschauer anzog und zum größten Festival dieses Genre in Deutschland wuchs.[33] Zwischenzeitlich wechselte der Veranstaltungsort nach Mannheim.[34] Außerdem führte das Label unter dem Titel „Four Abend“ eine Serie von Veranstaltungen unter anderem in Berlin, Köln und München sowie Wien und anderen Städten durch[35], dort traten zum Beispiel OK Kid und Chakuza auf.[36]

Künstler[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben stehen bei Four Music folgende Künstler unter Vertrag:[37][38]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  „Fanta 4“-Label geht an Sony. In: Frankfurter Allgemeine. 31. Juli 2005 (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/musik-fanta-4-label-geht-an-sony-1255089.html).
  2. a b c  Thomas Winkler: Es geht auch anders. In: Die Tageszeitung. 29. September 2004 (http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/09/29/a0232).
  3. Four Music verlässt Stuttgart. In: hiphop.de. 11. Juni 2002, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  4.  Thomas Schulz: Vier gewinnt. In: Der Spiegel. 13. Dezember 2004 (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-38546716.html).
  5. Die ersten # 1 Alben für Four Music. Four Music, abgerufen am 27. November 2013.
  6. a b c Alexander Mühlauer: Kreuzberger Lauschgift. In: Frankfurter Allgemeine. 24. Mai 2005, abgerufen am 25. November 2013.
  7. Soloalben und Goldschallplatten. Four Music, abgerufen am 4. Dezember 2013.
  8. Text und Ton. last.fm, abgerufen am 2. Dezember 2013.
  9. Zwischen Haaren und HipHop: Damals Frisör, heute Popsänger. In: Spiegel Online. 17. Juli 2008, abgerufen am 30. November 2013 (Fotostrecke).
  10. Four Music gibt Vollgas. Four Music, abgerufen am 12. Dezember 2013.
  11. Mellow Mark gewinnt einen Echo! In: rap.de. 17. Februar 2003, abgerufen am 16. November 2011.
  12. Four Music bietet Serviceleistungen für externe Bands. In: Musikmarkt. 6. Juni 2003, abgerufen am 6. Dezember 2013.
  13. Fourmusic kooperiert mit Yo Mama. In: hiphop.de. 11. Juni 2003, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  14. Sony BMG übernimmt die Hälfte von Four Music. In: MusikWoche. 30. Juli 2005, abgerufen am 19. November 2013.
  15. Sony BMG steigt nach Streit bei Four Music ein. In: Netzeitung. 9. August 2005, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  16.  SonyBMG kauft sich Deutschpop-Kompetenz. In: Der Spiegel. 1. August 2005 (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41261011.html).
  17. Johanna Adorján: Die Fantastischen Vier: "HipHop ist eine alte, spießige Bewegung". In: Spiegel Online. 1. April 2007, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  18.  Vier gewinnt. Die Geschichte einer großartigen Plattenfirma. In: Backspin. 2013, S. 22-33.
  19. Neue Gesichter, bekannte Gesichter. Four Music, abgerufen am 1. Dezember 2013.
  20. Alexander Kempf: Vom Jammerossi zum Jung-Liedermacher. In: Stern. 7. Juni 2006, abgerufen am 4. Dezember 2013.
  21. Clueso. In: Musicline. Abgerufen am 2. Dezember 2013 (Chartquellen).
  22. BPX 1992 und Four nehmen Hazlewood unter Vertrag. In: MusikWoche. 10. Oktober 2006, abgerufen am 29. November 2013.
  23. Bela B. In: Musicline. Abgerufen am 2. Dezember 2013 (Chartquellen).
  24. Jürgen Ruopp: Neue Leitung für Four Music – Fitz Braum geht. In: Musikmarkt. 7. August 2007, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  25. Renzo Wellinger: Four Music überreicht erste Gold-Auszeichnung an Clueso. In: Musikmarkt. 16. Juni 2009, abgerufen am 1. Dezember 2013.
  26. Kristof Jansen: Marteria bekommt Gold für "Zum Glück in die Zukunft". In: hiphop.de. 15. Juli 2013, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  27. Sony BMG verklagt Fight 4 Music. In: hiphopholic.de. 9. Oktober 2009, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  28. Anna Gmeiner: "Lila Wolken" stürmt die Charts: Platz 1. In: rap.de. 25. September 2012, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  29. Gold-/Platin-Datenbank. Bundesverband Musikindustrie, abgerufen am 16. Dezember 2013.
  30.  Jazz Rock Pop. In: KulturSpiegel. 30. November 1998 (http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-7087225.html).
  31. Beats 4 Life mit großen Namen. In: laut.de. Abgerufen am 6. Dezember 2013.
  32. History. Mixery HipHop Open, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  33. HipHop Open. Landeshauptstadt Stuttgart, abgerufen am 2. Dezember 2013.
  34. Oliver Marquart: Das HipHop Open ist zurück. In: rap.de. 3. Januar 2012, abgerufen am 7. Dezember 2013.
  35. Columbia Four Music schickt den Four Abend auf Tour. In: Musikwoche. 12. März 2013, abgerufen am 12. Dezember 2013.
  36. Four Abend mit OK Kid, Chakuza u.a. In: Fritz. Rundfunk Berlin-Brandenburg, 27. Dezember 2012, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  37. Künstler. Four Music, abgerufen am 18. Dezember 2013.
  38. Kontra K unterschreibt bei Four Music. 16bars.de, abgerufen am 27. Mai 2014.

52.53053513.386513Koordinaten: 52° 31′ 50″ N, 13° 23′ 11″ O