Fowler-Test

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Fowler-Test (ABLB-Test, Alternate Binaural Loudness Balance Test) ist eine audiometrische Methode der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, mit der das Lautheitsempfinden des Gehörs beider Ohren verglichen wird. Der Fowler-Test kann nur bei einer einseitigen oder einer erheblich seitenunterschiedlichen Schwerhörigkeit angewendet werden. Der Test erlaubt Rückschlüsse auf das Vorliegen eines Recruitments und damit auf den Ort der Schädigung bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit. Interessant ist, dass ursprünglich der Nachweis eines Recruitments als differenzialdiagnostisches Mittel zur Unterscheidung einer Schallempfindungsschwerhörigkeit von einer Schallleitungsschwerhörigkeit verwendet wurde, dass also ein Recruitment als Eigenschaft jeder Schallempfindungsschwerhörigkeit galt. Der Test wurde von Edmund P. Fowler 1937 veröffentlicht.[1]

Untersuchungsvorgang[Bearbeiten]

Zur Durchführung des Tests ist ein Tonaudiometer erforderlich, das automatisch einen Ton abwechselnd mit unterschiedlichem Lautstärkepegel auf beide Ohren anbieten kann. Es wird nun nach den Angaben des Probanden der Pegel so eingeregelt, dass der Proband auf beiden Ohren, also auf dem normal hörenden und dem schwerhörigen Ohr, den gleichen Lautheitseindruck hat. Dieser Vorgang wird mehrfach, ausgehend von verschiedenen Lautstärkepegeln, durchgeführt. Die Testdurchführung wurde von Fowler nicht expressis verbis erläutert, später wurde vorgeschlagen zuerst einen Ton 20 dB über der tonaudiometrischen Hörschwelle des schlechteren Ohres anzubieten und die entsprechende Lautheit auf dem gesunden Ohr einzupegeln. Das Ergebnis wird auf dem Tonaudiogrammformular eingetragen. Dieser Vorgang wird nun in 20-dB-Schritten wiederholt, es wird also als Nächstes ein Ton 40 dB über der Hörschwelle angeboten usw.

Untersuchungsergebnis[Bearbeiten]

Fowler-Test bei 500 Hz. Lautheitsausgleich bei 85 dB.

Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit, bei der ja das Innenohr völlig normal ist, bleibt das Verhältnis des Lautheitsempfindens bei der Hörschwelle auch bei überschwelligen Tönen immer gleich. Beträgt der Unterschied der Hörschwellen beispielsweise 40 dB, so bleibt dieser Unterschied auch über der Hörschwelle immer gleich. Bei einer Schallempfindungsstörung mit Recruitment ändert sich jedoch die Lautheitsbeziehung mit steigendem Pegel, der erforderliche Unterschied der Pegel für den gleichen Lautheitseindruck wird immer kleiner, bis bei einem bestimmten gleichen Pegel an beiden Ohren auch wieder der gleiche Lautheitseindruck besteht. Dies nennt man einen Lautheitsausgleich. Bei der grafischen Darstellung auf dem Tonaudiogrammformular entsteht dabei ein fächerartiges Bild (siehe Abbildung). Bei einer retrocochleären Schallempfindungsstörung, also bei einer Schädigung des Hörnervs, bleibt der Unterschied des Lautheitseindruckes jedoch (wie bei der Schallleitungsschwerhörigkeit) gleich oder wird sogar größer.

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Edmund Prince Fowler: The diagnosis of diseases of the neural mechanism of hearing by the aid of sounds well above threshold. In: The Laryngoscope. 47, 1937, ISSN 1531-4995, S. 289–300, doi:10.1288/00005537-193705000-00001.