Fränkisches Keuper-Lias-Land

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Fränkisches Keuper-Lias-Land
Fläche 9004,2 km² [1]
Systematik nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Großregion 1. Ordnung 07–23 →
Schichtstufenland beiderseits des Oberrheingrabens
Großregion 2. Ordnung 08–16 →
Südwestdeutsches Stufenland
Großregion 3. Ordnung 10–11 →
Schwäbisch-Fränkisches Keuper-Lias-Land
Haupteinheitengruppe 11 →
Fränkisches Keuper-Lias-Land
Naturraumcharakteristik
Landschaftyp Schichtstufenlandschaft, Keuper- und Liasstufe.
Höchster Gipfel Hesselberg, Zeugenberg der Fränkischen Alb (689,4 m)
Geographische Lage
Koordinaten 49° 27′ 0″ N, 10° 48′ 0″ O49.4510.8Koordinaten: 49° 27′ 0″ N, 10° 48′ 0″ O
Fränkisches Keuper-Lias-Land (Südwestdeutsches Stufenland)
Fränkisches Keuper-Lias-Land
Lage Fränkisches Keuper-Lias-Land
Bundesland Bayern, Thüringen

Das Fränkische Keuper-Lias-Land ist eine naturräumliche Haupteinheitengruppe des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes in Oberfranken, Mittelfranken und, zu geringeren Teilen im thüringischen Landkreis Hildburghausen im Norden. Er bildet innerhalb der Großregion 2. Ordnung des Südwestdeutschen Stufenlandes zusammen mit dem sich südwestlich anschließenden Schwäbischen Keuper-Lias-Land eine Großregion 3. Ordnung.

Wie der Name bereits verrät, fasst der Begriff Landschaften des Keuper (darunter die bekannten Teile des Keuperberglands Haßberge, Steigerwald und Frankenhöhe) und des Lias (Schwarzer Jura) in Franken zusammen. Darüber hinaus gehört das Vorland der Fränkischen Alb, an dem zum Teil Dogger (Brauner Jura) ansteht, zur Haupteinheitengruppe. Auch gehören Teile des ehemaligen Vulkangebiets Heldburger Gangschar zur Landschaft.

Die mit 689 m höchste Erhebung der Haupteinheitengruppe ist der singuläre Hesselberg unmittelbar nördlich des Schwaben- und Frankenalb trennenden Kraters des Nördlinger Rieses.

Lage und Grenzen[Bearbeiten]

Das Fränkische Keuper-Lias-Land wird im Norden und Westen durch die von Muschelkalk geprägten Gäulandschaften der Mainfränkischen Platten begrenzt, an die sich im Südwesten die Neckar- und Tauber-Gäuplatten anschließen. Im Südwesten folgt das landschaftlich und geologisch ähnliche Schwäbische Keuper-Lias-Land.

In östliche Richtungen geht die Landschaft in die Malm-Hochfläche der Fränkischen Alb über, im Nordosten folgt das Oberpfälzisch-Obermainische Hügelland (vor allem aber das Obermainische Hügelland) als Pufferzone zwischen Frankenalb und Oberpfälzisch-Bayerischerem Wald.

Im Fränkischen Keuper-Lias-Land liegen, vergleichsweise zentral, unter anderem der Verdichtungsraum Nürnberg mit Fürth und Erlangen sowie, nördlich davon, die Städte Bamberg und im nordnordöstlichen Grenzgebiet Coburg.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Das Fränkische Keuper-Lias-Land wird als Teil der Großlandschaft Südwestdeutsches Schichtstufenland naturräumlich wie folgt in Haupteinheiten (dreistellig) aufgeteilt: [2][1][3]
(in Klammern je die anstehenden Gesteine Keuper (K), Lias (L), und Dogger (D))

  • 11 (=D59) Fränkisches Keuper-Lias-Land
    • 110 Vorland der südlichen Frankenalb (L, D) bis 689 m (Hesselberg), am Schloßberg 606,7 m, am Flüglinger Berg 641,3 m
    • 111 Vorland der mittleren Frankenalb (L, D) bis 595 m (Dillberg), am Buchberg 591 m
      • 111.0 Freystädter Albvorland
        • 111.00 Freystädter Albvorland westlich der Schwarzach
        • 111.01 Schwarzachtal
        • 111.02 Freystädter Albvorland östlich der Schwarzach (bis Unterrieden)[5]
      • 111.1 Neumarkter Becken
        • 111.10 Nördliches Neumarkter Becken
        • 111.11 Neumarkter Kiefernforst
        • 111.12 Südliches und westliches Neumarkter Becken
        • 111.13–17 Zeugenberge
      • 111.2 Altdorfer Albvorland
    • 112 Vorland der nördlichen Frankenalb (L, D)
    • 113 Mittelfränkisches Becken (K)
      • 113.0 Dinkelsbühler und Feuchtwanger Hügelland[7]
        • 113.00 Dinkelsbühler Hügelland
        • 113.01 Königshofener Heide
      • 113.1 Feuchtwanger Becken
      • 113.2 (alt) Feuchtwanger Hügelland[8]
      • 113.2 Ansbacher Hügelland
        • 113.20 Südliches Ansbacher Hügelland
        • 113.21 Ansbacher Talkessel
        • 113.22 Nördliches Ansbacher Hügelland
      • 113.3 Südliche Mittelfränkische Platten
        • 113.30 Orngau – Gunzenhausener Altmühltal
        • 113.31 Bibert-Schwabach-Rezat-Platten
        • 113.32 Cadolzburger Höhenzug
        • 113.33 Südliches Vorland des Spalter Hügellandes (mit Brombachgrund)
        • 113.34 Östliches Vorland des Spalter Hügellandes
        • 113.35 Rednitzaue
      • 113.4 Spalter Hügelland
        • 113.40 Südliches Spalter Hügelland
        • 113.41 Nördliches Spalter Hügelland
        • 113.42 Spalter Talkessel
      • Zeugenberge
      • 113.5 Nürnberger Becken mit Sandplatten
        • 113.50 Rother Sandplatten
        • 113.51 Reichelsddorfer Schotterterrasse
        • 113.52 Lorenzer Wald
        • 113.53 Stadtgebiet Nürnberg–Fürth
        • 113.54 Altdorfer Dünengebiet
        • 113.55 Knoblauchsland
        • 113.56 RöthenbacherSandplatte und Pegnitzaue
        • 113.57 Sebalder Stadtwald
    • 114 Frankenhöhe (K) bis 554 m
      • 114.0 Südliche Frankenhöhe
        • 114.00 Crailsheimer Hardt
        • 114.01 Zwergwörnitzbecken
        • 114.02 Wörnitzbecken
        • 114.03 Sulzachrandhöhen
      • 114.1 Mittlere Frankenhöhe
        • 114.10 Rothenburger Hardt
        • 114.11 Erlbacher Becken
        • 114.12 Gerstenfelder Becken
        • 114.13 Colmberger Becken
        • 114.14 Bucher Höhe
      • 114.2 Nördliche Frankenhöhe
        • 114.20 Hohenecker Höhen
        • 114.21 Petersberg-Virnsberg-Höhen
        • 114.22 Colmberghöhen
        • 114.23 Oberes Zenntal
        • 114.24 Oberes Rezattal
        • 114.25 Lehrberger Tallandschaft
    • 115 Steigerwald (K) bis 499 m
      • 115.0 Südlicher (Vorderer) Steigerwald
      • 115.1 Mittlerer Steigerwald
      • 115.0 Nördlicher Steigerwald
        • 115,00 Schwanberg
        • 115.01 Frankenberg
    • 116 Haßberge (K) bis 512 m
      • 116.0 Südliche Haßberge
        • 116.00 Südliche Haßbergstufe und Dachfläche
        • 116.01 Breitbrunner Hügelland
        • 116.02 Priegendorfer Baunach-Randhöhen
      • 116.1 Mittlere Haßberge (Bettenburger Quersenke)
      • 116.2 Nördliche Haßberge
        • 116.21 Nördliche Haßbergstufe mit Haßbergrücken
        • 116.22 Bundorfer Forst
    • 117 Itz-Baunach-Hügelland (K, L) bis 467 m

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b E. Meynen und J. J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands Band 2 - Bundesanstalt für Landeskunde, zweite Lieferung Remagen 1955, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960
  2. Kartendienste des BfN
  3. Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1991. → Online-Karten
    • Blatt 141: Coburg (Heinz Späth 1987; 42 S.)
    • Blatt 152: Würzburg (Horst Mensching, Günter Wagner 1963; 45 S.)
    • Blatt 153: Bamberg (Karl Albert Habbe 2004, in Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft 2003/2004, S. 55-102; 48 S. – noch nicht komplett eingeflossen)
    • Blatt 162: Rotenburg o. d. Tauber (Wolf Dieter Sick 1962; 58 S.)
    • Blatt 163: Nürnberg (Franz Tichy 1973; 33 S.)
    • Blatt 164: Regensburg (Dietrich Jürgen Manske 1981; 64 S.)
    • Blatt 171: Göppingen (Hansjörg Dongus 1961; 54 S.)*
    • Blatt 172: Nördlingen (Ralph Jätzold 1962; 39 S.)*
  4. Das außerhalb der reihe erschienene Blatt Bamberg führt unter 110.4 Staufer Vorberge.
  5. Der Klammerzusatz ist, ohne Klammern, Teil der Bezeichnung auf Blatt Nürnberg.
  6. Einheit laut Blatt Bamberg (2004); auf Blatt Coburg (1987) wird dieses noch unter 117.02/03 zum Itz-Baunach-Hügelland gerechnet!
  7. Bezeichnung auf Blatt Nürnberg; auf Blatt Rothenburg steht unter dieser Ziffer Dinkelsbühler Hügelland
  8. In das schon 1962 erschienene Blatt Rothenburg ragen, durch das Feuchtwanger Becken abgetrennt, zwei Segmente des Hügellandes, die mit zwei verschiedenen Nachkommastellen versehen wurden. Das 1973 erschienene Blatt Nürnberg, auf dem zwar nicht die beiden namensgebenden Städte, jedoch der Großteil der Landschaft liegt, übernimmt diese Aufteilung jedoch nicht und ordnet alle Unterlandschaften 113.0 unter, wobei die ins Blatt Rothenburg ragenden Teile zu 113.00 gehören.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Landschaftssteckbriefe des BfN (auf "11" beginnende, fünfstellige Kennziffern bezeichnen Teile des Fränkischen Keuper-Lias-Landes)