Frédéric von Anhalt

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Frédéric Prinz von Anhalt auf der Funkausstellung Berlin

Frédéric Prinz von Anhalt (* um 1943[1] in Bad Kreuznach als Hans-Robert Lichtenberg)[2] ist der Adoptivsohn von Marie Auguste Prinzessin von Anhalt. Er erlangte durch seine Ehe mit Zsa Zsa Gábor und durch Auftritte in verschiedenen deutschen Reality-TV-Formaten Bekanntheit.

Werdegang[Bearbeiten]

Hans-Robert Lichtenberg wurde als Sohn des Kriminalrats Ferdinand Lichtenberg und dessen Frau Barbara geboren. Mit 14 Jahren besuchte er eine Berufsfachschule und machte anschließend eine Berufsausbildung zum Bankkaufmann. Kurz nach Abschluss der Lehre eröffnete er mehrere Sauna-Betriebe.

Durch Vermittlung von Honorarkonsul Hans-Hermann Weyer lernte er Marie Auguste Prinzessin von Anhalt, die damals 81-jährige Tochter des vorletzten Herzogs von Anhalt Eduard kennen. Aus finanziellen Gründen adoptierte sie Lichtenberg im Februar 1980 für eine monatliche Leibrente von umgerechnet ca. 1000 Euro. Aufgrund der Adoption erhielt Lichtenberg nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch den Familiennamen Prinz von Anhalt, änderte gleichzeitig seinen Vornamen, und heißt seither Frédéric Prinz von Anhalt. Sein öffentliches Suggerieren, gebürtiges Mitglied der Adelsfamilie von Anhalt zu sein, führte in der Folge zu Spannungen mit dieser.

Bekannt wurde er im Jahr 1986 durch seine Heirat mit Zsa Zsa Gábor. Die Hochzeit und die Ehe selbst nutzte er für Schlagzeilen in der Boulevard-Presse.

Im Mai 2001 gab Frédéric Prinz von Anhalt bekannt, dass er sich von seiner Ehefrau Zsa Zsa scheiden lassen wolle, da eine 19-jährige Studentin ein Kind von ihm erwarte. Die Scheidung solle außergerichtlich erfolgen. „30 bis 40 Millionen US-Dollar bleiben dabei für mich hängen“, so Prinz von Anhalt. Durch den Tod der beiden Schwestern und der Mutter seiner Frau seien insgesamt 200 Millionen Dollar „reingekommen“. Nach kalifornischem Recht stünde ihm davon sogar die Hälfte zu.[3] Zur Scheidung kam es jedoch nicht.

Im Jahr 2005 trat Prinz von Anhalt in der ProSieben-Reality-Show Die Burg auf. Dort geriet er wegen Urinierens in das Badewasser von Kader Loth in die Schlagzeilen und wurde anschließend von dieser verklagt; Loth verlor jedoch den folgenden Rechtsstreit.

Nach dem Tod von Anna Nicole Smith im Februar 2007 behauptete Prinz von Anhalt, möglicherweise der Vater der fünf Monate alten Tochter Smiths, Dannielynn Hope, zu sein.[4] Im Vaterschaftsstreit reichte er im Februar 2007 bei einem Gericht im kalifornischen Santa Monica eine Vaterschaftsklage ein. Nach einem Bericht des Onlinedienstes TMZ gab er an, dass er im Januar 2006 eine sexuelle Beziehung mit Smith gehabt habe, etwa als das Kind gezeugt worden war. Zugleich kündigte er an, dass er die Verantwortung für das Mädchen übernehmen wolle, sollte seine Vaterschaft bewiesen sein. Am 10. April 2007 wurde jedoch durch ein Gericht auf den Bahamas bekanntgegeben, dass er nicht der Vater sei. Durch eine DNA-Analyse wurde Larry Birkhead als Vater ermittelt.[5] Im März 2007 reichte er Klage gegen den US-Nachrichtensender Fox News Channel bei einem Gericht in Los Angeles ein. Er forderte zehn Millionen US-Dollar als Entschädigung für Beleidigungen des Radio- und TV-Kommentators Bill O'Reilly, der ihn im Zuge der Spekulationen um die Vaterschaft des Kindes von Anna Nicole Smith als „Betrüger“ bezeichnete.[6]

Im Januar 2010 gab Prinz von Anhalt seine Absicht bekannt, für das Amt des Gouverneurs im US-Bundesstaat Kalifornien zu kandidieren. Zu seinen Wahlversprechen zählten u. a. die Legalisierung von Marihuana und Prostitution in Kalifornien sowie deren Besteuerung, um dem Bundesstaat aus der Finanzkrise zu helfen.[7][8] Anfang August 2010 gab Prinz von Anhalt das Ende seiner politischen Absichten bekannt. Grund soll die Pflegebedürftigkeit Zsa Zsa Gábors sein.[9]

Frédéric Prinz von Anhalt hat mehrere erwachsene Personen adoptiert, die seitdem auch den Nachnamen Prinz von Anhalt tragen. Ende 2011 sollen es weltweit bereits 60 solcher Personen gewesen sein.[10]

Kinderwunsch mit Zsa Zsa Gábor[Bearbeiten]

Im Frühjahr 2011 wurde über die Medien verbreitet, dass Frédéric Prinz von Anhalt mit seiner stark pflegebedürftigen, 94-jährigen Ehefrau noch ein leibliches Kind haben wolle. Früheren Berichten zufolge habe er in einer Spezialklinik Samen gespendet und wolle dann mit Hilfe einer Spenderinnen-Eizelle und einer Leihmutter ein Kind austragen lassen. Berichten zufolge sei Zsa Zsa Gábors zu dem Zeitpunkt 64-jährige Tochter Francesca aus der Ehe mit Conrad Nicholson Hilton schockiert über den Plan.[11]

Frédéric Prinz von Anhalts neuerer Plan sei jedoch, Eizellen, die seine Frau vor mehr als vierzig Jahren habe einfrieren lassen, mit seinem Samen befruchten zu lassen. Eine frühere Sekretärin seiner Ehefrau habe ihm mitgeteilt, dass Gabor Ende der 1960er Jahre bei einem Arzt in Beverly Hills für einen späteren Babywunsch vorgesorgt hätte. Prinz von Anhalt sei nun auf der Suche nach diesen Eizellen.[12][13] Am 6. Mai 2011 wurde bekannt, dass Zsa Zsa Gábor zwei Tage zuvor unter Atemnot und mit einer akuten Lungenentzündung erneut ins Krankenhaus eingeliefert wurde.[14]

Haftstrafe[Bearbeiten]

Im September 2010 erklärte Hans-Ulrich Esken, Richter am Amtsgericht Dortmund, er habe Frédéric Prinz von Anhalt, als dieser noch „bürgerlicher Saunabetreiber“ gewesen sei, zu einer Haftstrafe verurteilt. Grund dieser Verurteilung sei gewesen, dass dieser in Dortmund „Kindergruppen zum Klauen geschickt habe“.[15]

Frederic-von-Anhalt-Stiftung[Bearbeiten]

Am 12. Dezember 1995 wurde in Sachsen-Anhalt die in Dessau-Roßlau angesiedelte Frederic-von-Anhalt-Stiftung gegründet.[16] Die Stiftung wird von einem mit Prinz von Anhalt befreundeten Anwalt verwaltet. Stiftungszweck ist die Gewährung von Hilfsleistungen für Kinder und Jugendliche, insbesondere bei Bedürftigkeit in der medizinischen Versorgung und Betreuung.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geb.-Jahr
  2.  Prinzessin von Berlin. In: Der Spiegel. Nr. 51, 1996, S. 99 (16. Dezember 1996, Sonst auch mit den bürgerlichen Vornamen Robert oder Hans-Georg erwähnt, online).
  3. Wegen Untreue: Zsa Zsa Gabor will sich scheiden lassen. In: Der Spiegel, 10. Mai 2001.
  4. Jahrelanges Verhältnis. Frédéric von Anhalt hält sich für Vater von Smiths Tochter. In: RP-Online, 7. Februar 2007.
  5. Stephen M. Silverman: DNA Test: Birkhead Is Dannielynn's Father. In: People Magazine, 3. April 2007.
  6. Rufschädigung. Frederic von Anhalt verklagt US-Fernsehsender. In: Spiegel Online, 15. März 2007.
  7. Frederic von Anhalt will die freie Liebe für Kalifornien. In: Spiegel Online, 26. Januar 2010.
  8. Peter Wütherich: Mit Fantasieuniform und Marihuana. Ein Prinz will Gouverneur werden. In: AFP/n-tv.de, 22. April 2010.
  9. Gabor muss im Hospital bleiben. In: Focus Online, 10. August 2010.
  10. Focus online am 6. Dezember 2011. Corinna von Anhalt über Prinz Frederic: „Er ist ein Clown in einem Fantasiekostüm“
  11. Zsa Zsa Gabor: 94-Jährige will mit Frederic von Anhalt ein Kind. In: Focus, 15. April 2011.
  12. Prinz von Anhalt und der Kinderwunsch: Frederic sucht Zsa Zsas Eizellen. In: stern.de, 20. April 2011.
  13. Irrer Babyplan nimmt Gestalt an: Zsa Zsa Gabor ließ sich in den 60ern Eizellen einfrieren/Frederic von Anhalt: „Meine Frau hat eben vorgesorgt“. In: bild.de, 18. April 2011.
  14. Zsa Zsa Gabor: Ärzte kämpfen erneut um ihr Leben. In: promipool.de, 6. Mai 2011.
  15. Prinzen-Promis und Politiker vor Gericht. In: Der Westen.
  16. Übersicht der anerkannten Stiftungen des Landes Sachsen-Anhalt des privaten Rechts. Siehe Frederic-von-Anhalt-Stiftung unter Nr. 47; Stand vom 1. Januar 2008.