Frömmstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Frömmstedt
Frömmstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frömmstedt hervorgehoben
51.25944444444411.039444444444160Koordinaten: 51° 16′ N, 11° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kindelbrück
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 12 km²
Einwohner: 524 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99638
Vorwahl: 036375
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 012
Adresse der Verbandsverwaltung: Puschkinplatz 1
99638 Kindelbrück
Webpräsenz: www.froemmstedt.de
Bürgermeister: Hans-Peter Sölter (SPD)
Lage der Gemeinde Frömmstedt im Landkreis Sömmerda
Alperstedt Andisleben Beichlingen Bilzingsleben Büchel Buttstädt Buttstädt Eckstedt Ellersleben Elxleben Eßleben-Teutleben Frömmstedt Gangloffsömmern Gebesee Griefstedt Großbrembach Großmölsen Kölleda Großneuhausen Großrudestedt Günstedt Guthmannshausen Hardisleben Haßleben Henschleben Herrnschwende Kannawurf Kindelbrück Kleinbrembach Kleinmölsen Kleinneuhausen Kölleda Mannstedt Markvippach Nöda Olbersleben Ollendorf Ostramondra Rastenberg Riethgen Riethnordhausen (bei Erfurt) Ringleben (bei Gebesee) Rudersdorf Schillingstedt Schloßvippach Schwerstedt Sömmerda Sprötau Straußfurt Udestedt Vogelsberg Walschleben Weißensee Werningshausen Witterda Wundersleben ThüringenKarte
Über dieses Bild

Frömmstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Kindelbrück hat.

Geografie[Bearbeiten]

Frömmstedt liegt am Nordrand des Thüringer Beckens.

Geschichte[Bearbeiten]

Die bisherigen Feiern zur ersturkundlichen Erwähnung der Gemeinde Frömmstedt, alle „25 Jahre“, stützen sich auf ein Urkunden – Extrakt aus dem Jahr 1126.

Wahrscheinlich aus einer Aufzeichnung von Friedrich Bernhard von Hagke, ehemaliger Landrat des Kreises Weißensee und Archivar, stammt der Hinweis auf die besagte Urkunde. In dieser Urkunde wird auf eine Schenkung der „Gräfin Kunigunde von Beichlingen an das Kloster Oldisleben berichtet“.

In der Thüringer Allgemeinen (TA) vom 26. Januar 2013 wird auf eine Quelle verwiesen, nach der die Gemeinde Frömmstedt vor 925 Jahre erstmals erwähnt sein soll. Diese Quelle, die „Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae“ von Otto Dobenecker, ist der Gemeinde seit 7. Juli 1987 bekannt.

Dr. Helmut Claus, damaliger Direktor der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein in Gotha, stellt in seinem Schreiben fest, dass die Ersterwähnung von Frömmstedt in den Zeitraum zwischen dem 31. März 1084 und 1088 fällt. Er schreibt dazu, „Die Urkunde, in der Ihr Ort erwähnt wird, ist leider nicht eindeutig datiert, sie erwähnt lediglich Kaiser Heinrich IV. und den Abt Winther von Lorsch.“ Weiter schreibt er, „Aus dem Zusammentreffen beider Regierungs- bzw. Amtszeiten kann die genannte Zeitspanne erschlossen werden.“

Auch die Sage um die „frommen Herren von Keppler“ als vermeintliche Namensgeber der Gemeinde Frömmstedt, bei Friedrich Bernhard von Hagke erwähnt, datiert in den Zeitraum der „ersten Kreuzzüge (1096–1099)“, daher ist es nicht auszuschließen, dass die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt bereits existierte.

Der Gemeinde Frömmstedt liegt seit dem 24. Juni 1993 eine Ablichtung der „Regesta“ von Otto Dobenecker über den besagten Zeitraum vor. Die Gemeinde Frömmstedt müsste nun mehr entscheiden welche Erwähnung als Anlass genommen wird ein Jubiläum zu feiern.

Frömmstedt gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Weißensee. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Ort zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Weißensee im Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.[2]

Beim Einmarsch der US-Amerikaner am 11. April 1945 kamen neun deutsche Soldaten ums Leben, die auf dem Kirchhof beerdigt wurden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1994 - 595
  • 1995 - 601
  • 1996 - 598
  • 1997 - 598
  • 1998 - 584
  • 1999 - 599
  • 2000 - 602
  • 2001 - 617
  • 2002 - 606
  • 2003 - 610
  • 2004 - 601
  • 2005 - 585
  • 2006 - 583
  • 2007 - 569
  • 2008 - 569
  • 2009 - 572
  • 2010 - 557
  • 2011 - 542
  • 2012 - 529
  • 2013 - 524

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Frömmstedt setzt sich aus acht Mitgliedern der Wählergruppe SPD/Frömmstedter Wählergemeinschaft (FWG) zusammen (Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Hans-Peter Sölter (SPD/FWG) wurde am 27. Juni 2004 gewählt.

Bürgermeister seit 1990 waren Maik Eßer (SPD) von 1990 bis 1999 und Dieter Jaschke (SPD) von 1999 bis 2004.

Als Bürgermeister vor 1990 sind zurzeit bekannt: Gerhardt Kalkbrenner (LDPD), Fritz Kunschke (LDPD), Hans Schadzik (LDPD).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau eine steigende goldene Spitze, darin eine stilisierte Pyramide aus schwarzen unregelmäßigen Steinen, silbern verfugt, vorn ein wachsendes silbernes Schwert, hinten einen silbernen Kelch.

Die von Lehrer Dittmann und seinen Schülern anlässlich des 100. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig 1913 errichtete Findlingspyramide am Kirschberg, welche 1992 durch Beschluss des Kreistages Sömmerda als geologisches Naturdenkmal unter Schutz gestellt wurde, steht mit ihrer Wiedergabe im Mittelpunkt des zukünftigen Gemeindewappens von Frömmstedt. Aus der Etymologie kommt das dargestellte Schwert, welches sich auf die Sage der frommen Ritter von Keppler beruft, die als früheste Besitzer des Dorfes genannt werden. Der Kelch im Wappenschild weist auf die Bindung und reichen Einkünfte hin, welche die Klöster Capelle, Göllingen und Oldisleben aus Frömmstedt bezogen haben. 1951 führte die Gemeinde bereits einen Kelch im Siegel.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist Blau - Gelb - Blau (1:2:1) gestreift und trägt das Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche[Bearbeiten]

Die St.-Johannes-Kirche (Lage→51.25960192861111.039215922222) wurde 1344 erstmals urkundlich erwähnt (Domarchiv Erfurt). Zur DDR-Zeit, in den 1980er Jahren, stürzte das Dach ein und das Kirchenschiff wurde zur Ruine. Nach der "Wende" wurde das Kirchenschiff in veränderter Form wiederhergestellt, die Südseite des neuen Dachs mit Solarpanelen bedeckt.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Findlingspyramide

Bilder aus Frömmstedt[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges mussten acht Arbeitskräfte aus Polen in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Der Landkreis Weißensee im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 280, ISBN 3-88864-343-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frömmstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien