Fröndenberg/Ruhr

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Fröndenberg/Ruhr
Fröndenberg/Ruhr
Deutschlandkarte, Position der Stadt Fröndenberg/Ruhr hervorgehoben
51.4730555555567.7672222222222180Koordinaten: 51° 28′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Unna
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 56,21 km²
Einwohner: 20.698 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 368 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58730
Vorwahlen: 02373, 02303, 02377, 02378
Kfz-Kennzeichen: UN, LÜN
Gemeindeschlüssel: 05 9 78 012
Stadtgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstraße 2
58730 Fröndenberg/Ruhr
Webpräsenz: www.froendenberg.de
Bürgermeister: Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD)
Lage der Stadt Fröndenberg/Ruhr im Kreis Unna
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hamm Kreis Coesfeld Kreis Soest Kreis Warendorf Märkischer Kreis Bergkamen Bönen Fröndenberg/Ruhr Holzwickede Kamen Lünen Schwerte Selm Unna WerneKarte
Über dieses Bild

Fröndenberg/Ruhr ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Unna. Bis zum 1. Juni 2003 führte die Stadt Fröndenberg/Ruhr den offiziellen Namen Stadt Fröndenberg.

Geographie[Bearbeiten]

Fröndenberg liegt im Süden des Kreises Unna und grenzt im Norden an die Stadt Unna, im Osten an die Gemeinde Wickede (Ruhr), im Süden an die Stadt Menden (Sauerland), im Westen an die Gemeinde Holzwickede. Die Ruhr bildet die Grenze zu Menden (Sauerland) und zugleich im Fröndenberger Stadtgebiet die Grenze des Kreises Unna zum Märkischen Kreis.

Fröndenberg liegt im Übergangsgebiet vom Ruhrgebiet im Nordwesten zur Soester Börde im Osten und zum Sauerland im Süden.

Von Westen nach Osten durchzieht der Haarstrang das Stadtgebiet, der nach Süden steil zum Ruhrtal und nach Norden sanft zum Hellweg abfällt. Der Henrichsknübel ist mit 245 Metern die höchste Erhebung der Stadt Fröndenberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Fröndenberg/Ruhr besteht aus folgenden vierzehn Ortsteilen:

Altendorf, Ardey, Bausenhagen, Bentrop, Dellwig, Frohnhausen, Frömern, Fröndenberg, Langschede, Neimen, Ostbüren, Stentrop, Strickherdicke und Warmen

Zur Kernstadt Fröndenberg gehören die Ortslagen Hohenheide und Westick.

Geschichte[Bearbeiten]

Früher Bergbau in Fröndenberg[Bearbeiten]

Die ältesten Grabungen nach Kohle werden auf 1575 datiert. Mit Stollen wurde erst im 18. Jahrhundert begonnen, als das Kloster Scheda sechs Jahre lang im Strickherdicker Siepen abbauen ließ.

Von 1820 bis 1847 nutzte die Zeche Frohe Ansicht denselben Stollen und ließ weitere bauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aufgrund der Kohleknappheit mittels eines Schrägschachtes unter den alten Stollen wieder Kohle abgebaut. 1953 wurde das Bergwerk dann nach einem Unglück mit einem Toten und mehreren Verschütteten endgültig stillgelegt.[2]

Außerdem gab es in Fröndenberg im Tal des Voßacker-Baches die Zeche Zum wilden Mann, die wahrscheinlich bis 1857 Kohle förderte. Die Kohlevorräte waren aber vergleichsweise gering, sodass die Stollen rasch aufgelassen wurden.

Ein Wanderweg der Geotope erschließt die Örtlichkeiten. Der frühe Bergbau in Fröndenberg, das dortige Kettenschmiedemuseum, das Laufwasserkraftwerk Langschede und das nahegelegene Wasserwerk Halingen/Fröndenberg in Menden gehören zu den Themenrouten der Route der Industriekultur.

Möhnekatastrophe im Mai 1943[Bearbeiten]

Durch die Zerstörung der Möhnetalsperre in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 flossen große Wassermassen aus dem Stausee in die Möhne und damit auch durch das etwa 20 km flussabwärts unter der Talsperre liegende Ruhrtal bei Fröndenberg. Die Flutwelle erreichte die Stadt in den äußersten Ortsteilen etwa zwei Stunden nach Zerstörung der Talsperre gegen 02.45 Uhr. Auf der heutigen Bahnhofstraße stand das Wasser beim Scheitelpunkt der Flutwelle am 17. Mai gegen 04.00 Uhr etwa 1,80 m hoch. Durch das Wasser wurden die Straßen- und die Eisenbahnbrücke über der Ruhr zerstört. Die inzwischen durch einen Neubau ersetzte alte Ruhrbrücke in Langschede hielt bis auf einige Beschädigungen dem Druck stand. Im Bahnhof wurden Lokomotiven und Waggons entgleist, zusammengeschoben und lagen teilweise auf der Seite. In Dellwig gab die Kuhbrücke unter der Last nach. Elf Häuser wurden im Stadtgebiet völlig zerstört, weitere 200 schwer bis leicht beschädigt. In den beiden großen Fabrikationen UNION und Himmelmann ruhte der Betrieb für 18 bzw. 90 Tage. Am 1. Juli wurde eine Behelfsbrücke für den Eisenbahnverkehr zwischen Fröndenberg und Menden eröffnet, die benachbarte Straßenbrücke am 18. August.[3] Durch die Flutwelle starben 36 Einwohner der Stadt.[4]

An die Möhnekatastrophe erinnern heute nur noch eine Pegelmarke an einem Wohnhaus unweit des neuen Seniorenzentrums in der Karl-Wildschütz-Straße und die nur eingleisig wiederaufgebaute Eisenbahnbrücke.

Jüngere Stadtgeschichte[Bearbeiten]

Zu Anfang der 1980er Jahre unterschied sich das Ortsbild der Fröndenberger Stadtmitte deutlich von seinem heutigen Aussehen. Fröndenberg profitierte von den drei Sparten Kettenindustrie, Papierindustrie und die Produktion von Fahrradteilen. Namentlich sind dies vor allem die Firmen UNION (Ketten und Fahrradteile) und Weig-Himmelmann (Papierindustrie) gewesen, die jahrzehntelang Silhouette, Arbeitsplatzangebot und Image der Stadt prägten.

Die Firma UNION wurde 1899 als Fa. Wilhelm Feuerhake & Co. gegründet. Sie profitierte vom Aufstieg des Fahrrades als billiges, bequemes und schnelles Fortbewegungsmittel. Dafür produzierte man hier Speichen, Nippel und Pedale. Dabei lag die Firma in einem Areal etwa zwischen dem heutigen Marktplatz und der Von-Tirpitz-Straße. Ende der 1970er Jahre wurde der Platz zum Expandieren zu knapp, weshalb ein Umzug einige Kilometer weiter westlich auf das Gelände der ehemaligen Gummifabrik Atlantic an der Ardeyer Straße beschlossen wurde. Die Gebäude der Fabrik in der Stadtmitte sprengte man 1981 und überbaute das zwischenzeitlich als Sanierungsgebiet ausgesprochene Areal schließlich durch das heutige Wohn- und Geschäftsviertel sowie großzügige Parkplätze. Gleichzeitig wurde 1991 die Ortsumgehung mittels des Überwurfs am Bahnhof fertiggestellt und verkehrliche Missstände im Bereich Alleestraße und dem ehemaligen Bahnübergang (der noch heute als Fußgängerübergang erhalten ist) damit behoben. Die Firma UNION wurde 1994 geschlossen.

Auf der anderen Seite der Bahn entstand 1854 am Ruhrufer die Papierfabrik Himmelmann. Nach einer Firmenübernahme wurde diese Fabrik, der zweite wichtige Arbeitgeber nach der UNION, 1982 geschlossen. Zehn Jahre lang standen auf dem Himmelmann-Gelände noch die Fabrikgebäude. 1992 wurden Teile der Fabrik im Zuge von Dreharbeiten für den Film Schtonk u.a. mit Götz George gesprengt. Anschließend ist auch dieses Gelände eingeebnet worden. Nach anfänglichen Planungen zu einem Freizeitpark wurde schließlich ein frei zugänglicher Landschaftspark realisiert. Das ehemalige Strohlager der Himmelmann-Fabrik wurde zum Kettenschmiedemuseum Fröndenberg und zum Veranstaltungszentrum "Kulturschmiede". Teile der Wände ohne Dach bilden das sogenannte Forum. Markantestes Objekt ist der 14 Meter hohe Hochleistungs-Trichterstoff-Fänger ("Fröndenberger Trichter"), der als Industrierelikt erhalten geblieben ist und durch Markus Lüpertz saniert und signiert wurde.[5][6]. Ende 2010 erfolgte die Umbenennung des Landschaftsparks Ruhrufer zum an das Werk angelehnten Himmelmannpark. Seitdem stehen an den Eingängen blaue Stahl-Stelen in Form eines F (für "Fröndenberg"). 2011 wurde unweit des Stauwehrs an der Ruhr der sogenannte Ruhrbalkon offiziell eröffnet, der sich in der Form eines Schiffsbugs als Aussichtsplattform einige Meter über die Ruhr erstreckt.[7]

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Am 1. April 1902 wurde die Gemeinde Fröndenberg aus den bisherigen Gemeinden Dorf Fröndenberg, Stift Fröndenberg und Westick bei Fröndenberg gebildet.[8] Sie gehörte zum Landkreis Hamm und wechselte am 17. Oktober 1930 in den nunmehrigen aus dem alten Kreis Hamm gebildeten Kreis Unna. Seit dem 28. Oktober 1952 ist Fröndenberg eine Stadt.[8] Am 1. Januar 1968 wurden Altendorf, Bausenhagen, Frohnhausen, Frömern, Langschede, Neimen, Ostbüren, Stentrop, Strickherdicke und Warmen eingemeindet.[9] Ein Teil der ehemaligen Gemeinde Bentrop kam am 1. Juli 1969 hinzu.[9] Seit dem 1. Januar 1975 gehört Fröndenberg zum in seiner Ausdehnung völlig veränderten Kreis Unna.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998: 22.740
  • 1999: 22.951
  • 2000: 22.995
  • 2001: 23.054
  • 2002: 23.201
  • 2003: 23.074
  • 2004: 22.962
  • 2005: 23.128
  • 2006: 22.694
  • 2007: 22.458
  • 2008: 22.266
  • 2009: 22.135
  • 2012: 20.698

Politik[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Fröndenberg/Ruhr besteht aus den 34 gewählten Ratsmitgliedern sowie dem Bürgermeister. Die Sitze verteilen sich seit der Kommunalwahl vom 30. August 2009 folgendermaßen auf die Parteien:

  • SPD: 12 Sitze
  • CDU: 12 Sitze
  • GRÜNE: 4 Sitze
  • FDP: 3 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft: 3 Sitze

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975[Bearbeiten]

In der Liste[10][11][12][13][14] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.

Jahr SPD CDU Grüne1 FDP FWG CWG FBL
1975 49,4 42,5 8,1
1979 48,6 43,6 7,8
1984 48,2 38,0 6,4 7,4
1989 51,6 35,5 7,1 5,7
1994 43,9 38,9 11,2 3,9 2,2
1999 38,5 44,3 7,1 5,5 4,5
2004 36,4 40,2 9,0 7,0 7,3
2009 36,0 33,2 12,7 9,3 8,8

Fußnote

1 Grüne: B’90/Grüne

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Fröndenberg unterhält Städtepartnerschaften seit dem 4. Mai 1964 mit Bruay-la-Buissière (Frankreich), seit dem 6. Mai 1989 mit Winschoten (Niederlande) und seit dem 1. Juni 1991 eine Städtefreundschaft mit Hartha in Sachsen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen der Stadt stellt in goldenem Feld über einem in drei Reihen rot-silber geschachteten Balken wachsend das Brustbild des heiligen Mauritius, des Patron der Stiftskirche Fröndenberg, dar [15].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Haus Schoppe

Ruinen[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • In einem Gebäude der ehemaligen Papierfabrik befindet sich heute das Kettenschmiedemuseum.
  • Im Obergeschoss des alten Abteigebäudes (Stiftsgebäude) befindet sich das vom örtlichen Heimatverein betreute Heimatmuseum der Stadt.

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Seit 2002 ist die Stadt Fröndenberg im Kulturprojekt Hellweg – ein Lichtweg vertreten. Dadurch konnte im Jahr 2005 eine lichtakustische Skulptur des Künstlers Tilman Küntzel namens "Lighting Blue(s)" in der Innenstadt realisiert werden, die ein Video des sprudelnden Ruhrwassers - mit entsprechenden Geräuschen begleitet - von unten auf eine Glasplatte projiziert. Sie wurde direkt vor der Eröffnung beschädigt, ist dennoch im Sommerhalbjahr in Betrieb und kann besichtigt werden.

Ein zweiter künstlerisch gestalteter Brunnen befindet sich im Hindenburghain im Stadtteil Westick. Auf die Betonschale des außer Betrieb genommenen Brunnens wurde eine große Sonnenuhr gemalt. Der Mensch muss zum Ablesen der Uhrzeit interaktiv in den Brunnen steigen, um z.B. mit gestrecktem Arm als Schattenwerfer zu fungieren[16]. Der marode Zustand des Brunnens war bereits mehrfach Gegenstand von Bürgerdiskussionen, soll aber verschiedenen Angaben zufolge beabsichtigt sein.

Am Radwanderweg Ruhr steht ebenfalls in Westick seit 2009 die Skulptur "Winnie" des Künstlers Peter Trautner.

Bäder[Bearbeiten]

In Fröndenberg gibt es zwei Freibäder. Das Löhnbad liegt nördlich des Stadtzentrums und wurde 1999 renoviert. Das zweite Freibad liegt in Dellwig. Betrieben werden beide Bäder von den Stadtwerken Fröndenberg/Ruhr. Im Februar 2011 gaben die Stadtwerke Fröndenberg bekannt, aus wirtschaftlichen Gründen das Freibad im Ortsteil Dellwig ab der Saison 2011 nicht mehr weiter betreiben zu wollen.[17] Daraufhin gründete sich ein Aktionsbündnis zum Erhalt des Freibades im Ortsteil Dellwig. Zu den Freibädern kommen in Fröndenberg noch zwei Lehrschwimmbecken, in der Overbergschule und in der Sonnenbergschule in Langschede.

Sport[Bearbeiten]

Sportlich tritt Fröndenberg nicht nur durch gute sportliche Leistungen wie die des Vizeweltmeisters Erik Zabel auf: In Radsport-Kreisen berüchtigt ist die Eule (Berg), ein 1200 m langer, durchschnittlich 7,7 % steiler Berg als sportliche Herausforderung. Die Eule bildete lange Jahre die entscheidende Klippe beim bis in die 1990er Jahre hochrangigen Straßen-Radrennen „Rund um Dortmund“ 1999 fuhren die Radsportprofis auf der Deutschlandtour über die „Eule“. Dieses Ereignis wiederholte sich am 2. August 2006 sowie am 24. Juni 2008. Innerhalb der Veranstaltung 2008 war die „Eule“ auch Bestandteil der 15. Polizeilandesmeisterschaft NW im Radsport.

Innerhalb des Stadtgebietes von Fröndenberg existieren sechs nennenswerte (Rad-)Wanderwege. Der bekannteste ist der Ruhrtalradweg, der von der Quelle der Ruhr in Winterberg bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Duisburg verläuft. Er durchquert zunächst Neimen und Westick, wechselt für einige Kilometer das Ufer der Ruhr und erreicht die Stadt Menden. Bei Langschede erfolgt eine erneute Ruhrquerung. Von dort aus verläuft der Radweg parallel zur Bahnstrecke Richtung Schwerte weiter. Dabei liegt Fröndenberg in etwa auf der Mitte des Weges[18].

Die zweite große Route ist der Westfalenwanderweg von Hattingen nach Altenbeken, der die Ortsteile Frömern, Hohenheide, Stentrop und Bausenhagen durchquert[19]. Ein weiterer Radfernweg ist die 480 Kilometer lange Kaiser-Route, die Fröndenberg aus Aachen kommend in Altendorf, Dellwig, Ardey, der Innenstadt und Neimen Richtung Paderborn durchquert.

Mit der Zabel-Route wurde ein Trainingsrundkurs des Fröndenberger Radsportlers ausgewiesen. Er verläuft vom Rathaus Fröndenberg durch Westick und entlang der Ruhr bis Wickede mit Alternativroute über Gut Scheda („Familienrunde ohne Bergwertung“) und dann auf dem Stadtgebiet von Menden wieder zurück zum Ausgangspunkt[20].

Daneben existieren zwei weitere nennenswerte kürzere Wanderwege: Zum einen der Wanderweg der Geotope, ein Rundwanderweg vom Bahnhof Ardey über Kessebüren, Frömern und dem Golfplatz, der sich mit erdgeschichtlichen und topographischen Besonderheiten befasst. Dabei werden die Zechen des Frühen Bergbaus am Thabrauck sowie die Zeche Wilder Mann, Findlinge und ein Steinbruch betrachtet [21].

Etwas kürzer ist der Meditationsweg zwischen der Oase Stentrop und der Dorfkirche Bausenhagen. Am Rande dieses Weges laden sogenannte „Ausblicke“ zum Innehalten und Meditieren ein.[22]

Zudem verfügt die Stadt über zwei 18-Loch-Golfplätze [23][24].

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Justizvollzugskrankenhaus NRW

In Fröndenberg liegt das Justizvollzugskrankenhaus NRW. Dieses ist eines der größten seiner Art in Europa und bietet den etwa 18.500 in NRW inhaftierten Straftätern eine ärztliche Versorgung. Das Krankenhaus ist der größte Arbeitgeber der Stadt. Die medizinische Versorgung der übrigen Einwohner Fröndenbergs findet in den Krankenhäusern der benachbarten Städte Unna und Menden statt.

Verkehr[Bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten]

Von Westen nach Osten verläuft die 1870 in diesem Abschnitt[25] erbaute Kursbuchstrecke 435 Obere Ruhrtalbahn von Hagen nach Warburg. Auf dem Stadtgebiet hielten die Züge bis 1983 auch in Langschede [26] und bis 1979 in Warmen[27], heute bildet in Fröndenberg der Bahnhof in der Stadtmitte die einzige Station an der Strecke. Hier halten Züge der Nahverkehrslinien RE 17 "Sauerland-Express" (Hagen-Warburg bzw. zweistd. nach Kassel-Wilhelmshöhe) und RE 57 "Dortmund-Sauerland-Express" (Dortmund-Bestwig bzw. zweistd. nach Winterberg). Sie ergänzen östlich von Fröndenberg gegenseitig den Stundentakt bis Bestwig und bieten eine schnelle und direkte Anbindung an das Ruhrgebiet.

Nach Norden verläuft vom Bahnhof Fröndenberg auch die 1899[28] eingeweihte Bahnstrecke Fröndenberg–Unna, von Süden kommt die 1872 im ersten Abschnitt eröffnete Bahnstrecke Letmathe–Fröndenberg und überquert südlich des Bahnhofs die Ruhr. Auf diesen beiden Strecken, die zusammen als Kursbuchstrecke 437 geführt werden, verkehrt die Bahnlinie RB 54 Hönnetal-Bahn von Unna nach Neuenrade. Mit den Haltepunkten Ardey und Frömern liegen an der Strecke nach Unna zwei weitere Haltepunkte auf dem Stadtgebiet Fröndenbergs[29], der Haltepunkt Fröndenberg-West im Bereich des Drahtwerkes ist seit 1962 stillegelegt [30].

Nach der Zerstörung des Bahnhofsgebäudes von Fröndenberg wurde erst 1957 ein neues Empfangsgebäude[31] auf dem Mittelbahnsteig zwischen der Oberen Ruhrtalbahn und der nach Süden abzweigenden Strecke nach Menden errichtet. Ende September 2008 eröffnete im inzwischen seit Jahren leerstehenden Gebäude das Radhotel, das sich u.a. für die Radwanderer auf dem Ruhrtalradweg anbietet. Auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände befinden sich heute eine Bushaltestelle, ein P&R-Parkplatz, ein Lebensmittel-Discounter, ein Getränkemarkt sowie eine Geschäftszeile mit Imbiss, Taxizentrale, Blumenladen und Bäckerei.

Straße[Bearbeiten]

Autobahnanschlüsse gibt es nördlich über die ehemalige Bundesautobahn 443 (heute Bundesstraße 233 Iserlohn–Werne) an die Autobahnen 44 (Dortmund–Kassel) und 1 (Köln–Bremen), südlich in Hemer an die A 46 (Hagen–Hemer) und östlich in Wickede (Ruhr) an die A 445 (Werl–Arnsberg).

Durch Fröndenberg verlaufen die folgenden Bundes- (B) und Landesstraßen (L):

  • Die B 233 führt von Werne (ab der B 54) über Bergkamen, Kamen und Unna. Sie durchquert Fröndenberg in Nord-Süd-Richtung im Westen der Stadt. Dabei führt sie durch Strickherdicke und Langschede. Schließlich endet sie in Iserlohn an der A 46.
  • Die L 673 beginnt an der L 675 in Hagen. Sie führt nördlich der Ruhr über Schwerte in West-Ost-Richtung durch das gesamte Stadtgebiet Fröndenbergs. Nach der Durchquerung Wickedes endet sie im Enser Ortsteil Bremen an der B 516.
  • Die L 679 führt von Unna über Frömern und das Stadtzentrum Fröndenbergs bis nach Menden. Dort endet sie an der B 7.
  • Die L 881 beginnt an der L 844 im Hammer Stadtteil Bockum-Hövel. Sie führt über Herringen, Bönen – dort mit einer Unterbrechung -, Unna-Westhemmerde und Bausenhagen nach Frohnhausen. Dort endet sie an der L 673.

Medien[Bearbeiten]

In Fröndenberg erscheint der Hellweger Anzeiger und die Westfälische Rundschau, beide mit einem Lokalteil für die Stadt. Der Hellweger Anzeiger betreibt in der Stadtmitte eine eigene Lokalredaktion. Die Radio-Lokalsender der Nachbarstädte können empfangen werden: Antenne Unna, Radio MK, Radio Hagen und Radio Dortmund 91,2, im Norden Radio Lippe Welle Hamm und Hellwegradio – Kreis Soest.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

  • Obwohl die Stadt eher klein ist, besitzt sie zwei Golfplätze.
  • Fröndenberg besitzt vier Telefonvorwahlen: 02378, 02373, 02377 und 02303.
  • Eine der ersten Gesamtschulen Nordrhein-Westfalens steht in Fröndenberg.
  • Die Orte Warmen, Neimen und Fronhausen finden Erwähnung auf dem hidden Track der CD "Wo der Pfeffer wächst" der Wise Guys.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Klemp: „Richtige Nazis hat es hier nicht gegeben“. Nationalsozialismus in einer Kleinstadt am Rande des Ruhrgebiets. LIT Verlag, Münster 1997, ISBN 3-8258-3324-0, 2. überarb. Aufl. 2000.
  • Fröndenberg-Ausblick. Das Magazin für die ganze Ruhr-Stadt, hg. v. Stadt Fröndenberg/Ruhr, Unna: Horschler, seit 2006.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. http://www.lwl.org/westfaelischer-heimatbund/pdf/Heimat%20in%20Westf_6_05.pdf
  3. Stadt Fröndenberg: Fröndenberg und seine Stadtteile. 16./17. Mai 1943. Möhnekatastrophe. Die große Flut. Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-768-2
  4. Freizeitatlas, Bereich "Geschichte"
  5. Freizeitatlas und Stadtinformationssystem, Rubrik Geschichte (siehe "Weblinks")
  6. Artikel zum Himmelmannpark unter http://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/himmelmannpark.html (Private Seite)
  7. Der Westen, Bilderstrecke: Ruhrbalkon, Fröndenberg, 20. April 2011
  8. a b  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 234.
  9. a b  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 63 und 94.
  10. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009
  11. Wahlprofil des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW
  12. Wahlergebnisse 1999 (PDF; 5,9 MB)
  13. Wahlergebnisse 2004 (PDF; 7,0 MB)
  14. Wahlergebnisse 2009 (PDF; 3,5 MB)
  15. § 2 der Hauptsatzung der Stadt Fröndenberg
  16. Freizeitatlas und Stadtinformationssystem, Rubrik Sehenswürdigkeiten (siehe "Weblinks")
  17. Bericht über die Ankündigung der Freibad-Schließung
  18. Flyer „Halbzeit in Fröndenberg - Zeit für eine Rast“. Herausgegeben von der Stadt Fröndenberg
  19. Flyer "Erwandern Sie Westfalen! Von Hattingen nach Altenbeken den WestfalenWanderWeg erwandern." Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft WestfalenWanderWeg. Online unter http://www.westfalenwanderweg.de/
  20. Flyer „Start Frei! Die Zabel-Route“. Herausgegeben von der Stadt Fröndenberg
  21. Flyer „Unterwegs in Fröndenberg/Ruhr - Wanderweg der Geotope“. Herausgegeben von der Dorfgemeinschaft Ardey e.V.
  22. Flyer „Meditationsweg“ Online-Version: http://www.evangelisch-in-unna.de/index.php?id=1233
  23. Golfclub Gut Neuenhof
  24. Golfclub Unna-Fröndenberg
  25. Zöllner et al.: Die Obere Ruhrtalbahn und ihre Nebenstrecken 1990 - 2000. S.7-11, Podszun-Verlag Brilon 2002 ISBN 3-86133-296-5
  26. Wendel, B.: Die Hönnetalbahn und ihre Nachbarbahnen. S.20. Balve 1987 ISBN 3-89053-020-6
  27. Wendel, B.: Die Hönnetalbahn und ihre Nachbarbahnen. S.31. Balve 1987 ISBN 3-89053-020-6
  28. Zöllner et al.: Die Obere Ruhrtalbahn und ihre Nebenstrecken 1990 - 2000. S.51, Podszun-Verlag Brilon 2002 ISBN 3-86133-296-5
  29. Bahnhöfe der Hönnetalbahn http://www.mytrainsim.de/unna_neuenrade.html (Private Internetseite)
  30. NRW-Bahnarchiv von André Joost unter http://home.arcor.de/nrwbahnarchiv/
  31. Wendel, B.: Die Hönnetalbahn und ihre Nachbarbahnen. S. 31f. Balve 1987 ISBN 3-89053-020-6

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. In Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon Band 3. (Peit – Zz), Bad Münder 1961, S. 1495 wird für Eric Schildkraut abweichend das Geburtsdatum 6. November 1911 angegeben. IMDb, filmportal.de, der Artikel Eric Schildkraut und andere Quellen gehen vom 6. November 1906 als Geburtsdatum aus.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fröndenberg/Ruhr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Fröndenberg – Reiseführer