Früchte des Zorns (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Früchte des Zorns
Originaltitel The Grapes of Wrath
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1940
Länge 128 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Ford
Drehbuch Nunnally Johnson
Produktion Darryl F. Zanuck für Twentieth Century Fox
Musik Alfred Newman
Kamera Gregg Toland
Schnitt Robert L. Simpson
Besetzung

Früchte des Zorns (Originaltitel: The Grapes of Wrath) ist ein US-amerikanischer Film von Filmregisseur John Ford aus dem Jahr 1940 und beruht auf dem gleichnamigen Roman vom späteren Nobelpreisträger John Steinbeck aus dem Jahr 1939, für den er im folgenden Jahr den Pulitzer-Preis erhielt. Der Film wurde am 24. Januar 1940 in New York City uraufgeführt.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt während der Weltwirtschaftskrise in den USA. Tom Joad kommt nach mehrjähriger Haft nach einem Totschlag zurück zu seiner Familie, die eine Farm in Oklahoma hat. Das Farmhaus findet er unbewohnt vor. Er trifft auf den ehemaligen Prediger Casy und einen Nachbarn, der ihm die Geschichte der Farmer in der Zeit seiner Abwesenheit erzählt. Nach und nach wurden die Farmerfamilien von den Großgrundbesitzern von ihrem Land vertrieben. Auch seine Familie will Oklahoma endgültig verlassen. Auf Handzettel hin, auf denen gut bezahlte Arbeit als Landarbeiter in Kalifornien versprochen wird, macht sich die Familie wie hunderttausend andere mit einem schrottreifen Lastwagen auf den Weg nach Westen.

Neben den Eltern reisen die Großeltern, der Onkel, die erwachsenen Söhne Tom, Al, Noah, die schwangere Tochter Rose of Sharon (Anspielung auf die biblische Rose von Scharon) mit ihrem jungen Mann Connie sowie die Kinder Ruthie und Winfield und der Wanderprediger Jim Casy. Die Großeltern verkraften den Verlust der Heimat nicht und sterben bereits auf der beschwerlichen Fahrt. Der Sohn Noah und der Schwiegersohn Connie laufen davon. Der Vater verliert resignierend seine Führungsrolle immer mehr an die Mutter, die mit aller Kraft ein Auseinanderbrechen der Familie zu verhindern versucht.

In Kalifornien erwarten die Familie statt der erhofften gutbezahlten Arbeit wirtschaftliche Ausbeutung, Hunger und Anfeindung durch die ansässige Bevölkerung. Ein autonom verwaltetes Migrantenlager verschafft der Familie noch einmal eine kurze Erholung. Als schließlich Jim Casy, der sich Streikenden anschließt, von Hilfstruppen der Grundbesitzer erschlagen wird, begeht Tom aus Rache einen zweiten Totschlag. Schließlich übernimmt Tom das Gedankengut des Wanderpredigers, verlässt die Familie, auch um diese durch seine Tat nicht zu gefährden, und widmet sich dem Kampf für die Rechte der Migranten. Die Familie zieht weiter auf der Suche nach neuer Arbeit. Ma Joad spricht ein Plädoyer für die immer fortwährende Existenz der kleinen Leute: „Die reichen Familien sterben aus, doch wir bleiben, weil wir das Volk sind.“ (… ’cos we’re the people.)

Kritiken[Bearbeiten]

Lexikon des internationalen Films: „Verfilmung des sozialkritischen Romans von John Steinbeck durch John Ford. Eine scharfe Kritik an Auswüchsen des amerikanischen Kapitalismus und eine Dokumentation des unbeugsamen Lebenswillens der Menschen.“[1]

Filmzentrale.com: „Trotz der Nüchternheit der Darstellung ist Früchte des Zorns auch ein sentimentaler Film, ein Streifen, dessen Inhalt berührt, was nicht zuletzt auf der grandiosen Darstellung durch Fonda und Jane Darwell beruht, die für ihre Rolle zu Recht einen Oscar bekam. Gerade im Verhältnis zwischen Tom und seiner Mutter kommt der schier ungebrochene Lebensmut und Wille von Menschen zum Ausdruck, sich durch nichts unterkriegen zu lassen und zusammenzuhalten – gleich einer Sisyphus-Arbeit. Auch wenn diese Mentalität auf typische amerikanische Weise vor allem als typisch amerikanisch dargestellt wird und Fondas spätere Rolle als tadelloser Amerikaner begründete, tut dies dem positiven Eindruck, den der Film hinterlässt, keinen Abbruch – denn die Darstellung lässt sich trotzdem insofern verallgemeinern, als sie auf ähnliche Situationen in anderen Ländern durchaus übertragbar erscheint.“

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar 1941:

Der Film wird als einer der ersten Filme 1989 ins National Film Registry aufgenommen.

Auszeichnungen des renommierten American Film Institute:

  • 1998: Platz 21 der 100 besten Filme aller Zeiten (2007: Rang 23)
  • Die von Henry Fonda verkörperte Rolle des Tom Joad schaffte es auf Rang 12 der Top 50 Kinohelden aller Zeiten
  • Platz 7 der 100 inspirierendsten Filme aller Zeiten

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Ausdruck Grapes of Wrath (Früchte des Zorns) stammt aus der zweiten Zeile der Battle Hymn of the Republic.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Früchte des Zorns (Film) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Früchte des Zorns (Film) im Lexikon des Internationalen Films