Frühling des Lebens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Frühling des Lebens (Originaltitel: The Yearling) ist ein 1938 erschienener Roman der US-amerikanischen Autorin Marjorie Kinnan Rawlings (* 1896; † 1953). Der Roman wurde 1939 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und erreichte eine hohe Auflage. Er erschien erstmals 1939 in deutscher Sprache im von Schroeder Verlag. Die Übersetzung von Maria Honeit wurde auch für alle weiteren, im Rowohlt-Verlag erschienen Ausgaben verwendet. Bis 1979 brachte allein der Rowohlt Verlag eine Gesamtauflage von 173.000 Stück heraus.

Inhalt[Bearbeiten]

Hauptfigur ist der 13-jährige Jody, der mit seinen Eltern Ezra „Penny“ Baxter und Ora Baxter in den 1870er-Jahren naturverbunden, aber einsam auf einer Farm in den weiten Wäldern des US-Bundesstaates Florida lebt. Penny Baxter lenkt das Leben seines Sohnes scheinbar unbeabsichtigt, aber mit überlegener Weisheit.

Der Roman umfasst lediglich ein Jahr, von Frühling zu Frühling. In dieser Zeit reift Jody von einem Kind zu einem jungen Mann heran. Er findet ein verlassenes Rehkitz, das er Flag nennt und zieht es auf. Flag ist aufgrund der einsamen Lage der elterlichen Farm sein einziger und bester Freund, mit dem er alle Freuden und Leiden teilt. Jody verspürt eine innige, einzigartige Freundschaft zu dem Reh. Das Leben auf der Farm ist gekennzeichnet durch harte Arbeit, die gerade so viel abwirft, dass es zu einem kargen Leben für die kleine Familie reicht. Doch das Reh Flag beginnt seinem natürlichen Drang zu folgen und richtet beträchtliche Flurschäden am mühsam bebauten Farmland an, die das Überleben der Familie gefährden. Da sich Flag nicht aussetzen lässt und den Weg zurück zur Farm immer wieder findet, müssen die Eltern eine Entscheidung treffen, die gleichermaßen notwendig wie verzweifelt ist. Jody Baxter muss letztlich den Jährling Flag erschießen. Hierdurch kommt es zum Bruch zwischen Sohn und Vater.

Thematik[Bearbeiten]

Der Roman schildert auf den ersten Blick eine Jugend außerhalb der Städte in den USA, die geprägt ist von Entbehrungen und harter Arbeit, aber auch von großer Freiheit und Naturnähe. Er ist aber darüber hinaus auch eine genaue Darstellung der Lebensumstände jener Menschen, die als freie Siedler das Land erschlossen, indem sie die Wildnis urbar machten. Das Rehkitz, das als Motiv die Rahmenhandlung beherrscht, ist ein Sinnbild der Jugend und Freiheit schlechthin; so wie Jody schließlich das erwachsen gewordene Reh töten muss, muss er seine Jugend hinter sich lassen, um an der Stelle seines alten und kranken Vaters die Verantwortung für die Farm zu übernehmen. Im letzten Satz beschwört der Roman noch einmal als Vision das Bild vom Jungen mit dem Rehkitz, um zu verdeutlichen, dass mit dem Erwachsenwerden Jodys die Freiheit des Anfangs und der Jugend nur für ihn, aber nicht grundsätzlich zu Ende gegangen ist.

Auszeichnungen und Verfilmung[Bearbeiten]

1939 erhielt das Werk den Pulitzer-Preis für Romane (Novel), der von 1918 bis 1947 vergeben wurde; ab 1948 wurde dieser Preis vom Pulitzer-Preis für Romane (Fiction) abgelöst.

1946 erschien der gleichnamige US-amerikanische Spielfilm mit Gregory Peck und Jane Wyman (deutsch: Die Wildnis ruft). Außerdem wurde 1983 eine Animeserie produziert, die sich mit dem Inhalt des Buches beschäftigt und im Original den Titel "Kojika Monogatari" trägt. In Deutschland wurde die Serie ab 1991 unter dem Namen Alle meine Freunde ausgestrahlt.

Literatur[Bearbeiten]