Frühlings-Knollenblätterpilz

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Frühlings-Knollenblätterpilz
Frühlingsknollenblätterpilz (Amanita verna)

Frühlingsknollenblätterpilz (Amanita verna)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Wulstlingsverwandte (Amanitaceae)
Gattung: Wulstlinge (Amanita)
Art: Frühlings-Knollenblätterpilz
Wissenschaftlicher Name
Amanita verna
(Bull.) Lam.

Der Frühlings-Knollenblätterpilz (Amanita verna) ist ein Giftpilz, der ebenso wie der Grüne Knollenblätterpilz beim Verzehr unbehandelt zum Tod führt. Die Art wurde erstmals von dem französischen Botaniker Jean Baptiste François Pierre Bulliard beschrieben. Ihr Art-Epitheton „verna“ leitet sich von der Fruktifikation im Frühjahr ab. Diese Pilzart wird auch als „Weißer Knollenblätterpilz“ bezeichnet, womit aber auch der Kegelhütige Knollenblätterpilz (A. virosa) sowie eine weiße Variante des Gelben Knollenblätterpilzes (A. citrina) gemeint sein kann.

Merkmale[Bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

(Eindeutige Erkennungsmerkmale sind kursiv formatiert.) Der Fruchtkörper des Frühlings-Knollenblätterpilz ist durchgehend reinweiß bis seidenweiß. Wie alle Amanita-Arten hat er eine lappige Scheide, sie ist groß und sackartig. Die Höhe des Fruchtkörpers ist ähnlich dem Hutdurchmesser. Der Hut hat 3–10 cm im Durchmesser und eine glatte, etwas klebrige Oberfläche mit in der Mitte bisweilen ockerlicher Färbung. Die Lamellen sind immer reinweiß und nicht am Stiel angewachsen. Das Fleisch ist ohne besonderen Geruch. Der seidig-fasrige Stiel ist bis zu 15 cm lang, an der Basis knollig verdickt und hat eine lappige Scheide und eine oft nur undeutlich ausgeprägte häutige Manschette. Der Frühlings-Knollenblätterpilz reagiert nicht mit Kaliumhydroxid-Lösung, was ihn vom verwandten Kegelhütigen Knollenblätterpilz unterscheidet.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die Sporen sind glatt und elliptisch.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Verwechslungen sind sehr leicht möglich mit Wiesen-Champignon, Schaf-Champignon und Anis-Champignon. Das beste Unterscheidungsmerkmal sind die Lamellen; beim Champignon sind sie rötlich bis schokoladenbraun, beim Knollenblätterpilz immer weiß. Um eine Verwechslung mit Sicherheit auszuschließen, sollten keine jungen Exemplare der Champignons gesammelt werden, an denen die Lamellen noch relativ hell beziehungsweise fast weiß sind.

Ein weiteres sicheres Merkmal, das die Knollenblätterpilze von essbaren Arten unterscheidet, ist der Stiel, der immer in einer in der Erde verborgenen Hülle steckt. Der Stiel von Champignons, Grünlingen und Täublingen ist dagegen immer ohne Hülle beziehungsweise Scheide. Es sollte daher immer der komplette Pilzkörper geerntet werden, damit die Hülle nicht übersehen wird.

Ökologie, Phänologie und Verbreitung[Bearbeiten]

Er kommt in Europa in Laub- und Nadelwäldern besonders bei Birken und Fichten vor und fruchtet selten vor August. Er fehlt in Nordamerika.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Der Pilz enthält Gifte aus der Klasse der Amatoxine, davon hauptsächlich alpha-Amanitin. Diese machen die Art zu einer der giftigsten der Welt und führen zum Tod durch Leberversagen bei Dosen von um 30 Gramm an Pilzmaterial, siehe Amatoxin-Syndrom. Daneben enthält der Pilz noch weitere Gifte wie Phallotoxine, die nicht für die tödliche Giftwirkung verantwortlich sind.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amanita verna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Frühlingsknollenblätterpilz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen