Frühlings-Nabelnüsschen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frühlings-Nabelnüsschen
Frühlings-Nabelnüsschen (Omphalodes verna)

Frühlings-Nabelnüsschen (Omphalodes verna)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Gattung: Nabelnüsschen (Omphalodes)
Art: Frühlings-Nabelnüsschen
Wissenschaftlicher Name
Omphalodes verna
Moench

Das Frühlings-Nabelnüsschen (Omphalodes verna), auch bekannt als Großblüten-Nabelnüsschen oder Gedenkemein, ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse mit meist 4 bis 15 Zentimeter langen Blattspreiten und aus 10 bis 20 himmelblauen Blüten bestehenden Blütenständen. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Europa und erstreckt sich von Österreich über die Balkanhalbinsel bis nach Rumänien.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Frühlings-Nabelnüsschen ist ein 5 bis 20 selten bis 30 Zentimeter hoher, ausdauernder Hemikryptophyt mit aufsteigendem bis aufrecht stehendem, weichhaarigem Stängel. Es bildet oberirdische Ausläufer. Die Laubblätter sind zumindest im unteren Bereich des Stängels lang gestielt. Die Blattspreite ist breit eiförmig und 4 bis 15 Zentimeter lang, die Blattbasis ist abgestutzt bis schwach herzförmig. Der Blütenstand ist nicht oder wenig verzweigt und besteht meist aus 10 bis 20 (selten ab 6 oder bis 30) Blüten. Die Blütenkrone hat einen Durchmesser von 10 bis 12 Millimeter, selten ab 8 bis 15 Millimeter. Die Kronröhre ist beinahe fehlend, der Kronensaum ist himmelblau[1] und zeigt von der Mitte ausgehende, weiße Linien zwischen den Kronenzipfeln. Die Schlundschuppen sind weiß. Die Früchte sind wie bei allen Vertretern der Raublattgewächse in vier als Klausen bezeichnete Teilfrüchte zerfallende Klausenfrüchte[2]. Die Klausen sind napfförmig ausgehöhlt, zeigen am Scheitel einen häutigen Ringsaum und sind mit dem Rücken am Griffel angewachsen[1]. Die Art blüht von April bis Mai.[3]

Blüten des Frühlings-Nabelnüsschens
Früchte des Frühlings-Nabelnüsschens

Verwechslungsmöglichkeit[Bearbeiten]

Das Frühlings-Nabelnüsschen kann mit dem im Habitus ähnlichen, häufiger als Zierpflanze kultiviertem Großblättrigen Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) verwechselt werden.[3]

Verbreitung und Ökologie[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Europa und reicht von Österreich über Slowenien und weiteren Staaten des früheren Jugoslawiens bis nach Rumänien.[4] Man findet die Art in feuchten Laubgehölzen in montaner Lage.[3]

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet innerhalb Österreichs beschränkt sich auf das südliche Kärnten, dort wächst es in den Karawanken, im Loiblgebiet, im Rosental und besonders in Arnoldstein. In anderen Bundesländern wird es als Zierpflanze kultiviert und ist manchmal verwildert, so im Burgenland, in Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten und Salzburg. In Wien wurde die Art bewusst ausgesetzt, in Vorarlberg und im Fürstentum Liechtenstein sind die Bestände wieder erloschen.[3]

In Deutschland gilt die Art als eingebürgerter Neophyt.[5]

Systematik und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Das Frühlings-Nabelnüsschen (Omphalodes verna) ist eine Art aus der Gattung der Nabelnüsschen (Omphalodes), diese wird der Unterfamilie Boraginoideae in der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) zugeordnet. Die Art wurde von Conrad Moench 1794 in Methodus Plantas Horti Botanici et Agri Marburgensis erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname Omphalodes stammt aus dem Griechischen, bedeutet „nabelförmig“ und verweist damit auf die napfförmig ausgehöhlten Teilfrüchte.[6] Das Artepitheton verna stammt aus dem Lateinischen, verweist auf den Frühling und damit auf die Blütezeit der Art in den Frühlingsmonaten.[7]

Ein Synonym der Art ist Cynoglossum omphaloides L.[4]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Art wird als Zierpflanze verwendet.[3]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 688, 690, 701.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 435, 679.
  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. 1. Auflage. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 398.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Fischer, Oswald, Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, S. 690
  2. Fischer, Oswald, Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, S. 688
  3. a b c d e Fischer, Oswald, Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, S. 701
  4. a b Omphalodes verna im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 1. Mai 2013.
  5. Haeupler, Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, S. 398
  6. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen S. 435
  7. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen S. 679

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frühlings-Nabelnüsschen (Omphalodes verna) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien