Frühstücksflocken

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Cornflakes mit Milch

Frühstücksflocken, Frühstückscerealien oder Zerealien sind Getreideprodukte, die mit Wasser, Milch oder Fruchtsaft aufgegossen werden und einen Brei ergeben. Traditionelle Produkte sind Cornflakes, Haferflocken und Müsli. Heute stellt die Lebensmittelindustrie eine Vielzahl weiterer, meist stark gezuckerter Produkte her.[1][2]

Arten und Zutaten[Bearbeiten]

Unter den im Handel erhältlichen Produkten lassen sich verschiedene Arten unterscheiden. Hauptbestandteil sind dabei Getreidearten Hafer, Weizen, Mais, Dinkel, Gerste, Roggen und Reis. Darüber hinaus werden auch Pseudogetreide, wie Amarant, Quinoa und Buchweizen eingesetzt. Die Bezeichnungen sind ungeschützt und nicht im Deutschen Lebensmittelbuch beschrieben.

Müsli[Bearbeiten]

Fertige Müslimischungen bestehen zumeist aus Haferflocken, Flocken aus anderen Getreidesorten und weiteren Zutaten. Sie können alle im Folgenden aufgezählten Produkte enthalten.

Früchtemüsli[Bearbeiten]

Früchtemüsli enthält zusätzlich getrocknete Früchte, beispielsweise Rosinen und anderes Trockenobst.

Knuspermüsli[Bearbeiten]

Für den Knuspereffekt (Häufiger Namensbestandteil englisch Crisp) werden die Haferflocken oder andere Bestandteile mit Zucker überzogen.

Knusprige Getreideerzeugnisse[Bearbeiten]

Flakes[Bearbeiten]

Flakes werden in zwei verschiedenen Verfahren hergestellt. Im konventionellen Verfahren werden dafür die Getreidekörner grob zerkleinert. Daraus entstehen die sogenannten Grits, die mit Malz, Zucker und Salz gekocht und anschließend zu Flocken ausgewalzt und geröstet werden. Dies entspricht der klassischen Herstellung von Cornflakes.

Flakes können auch durch Extrusion hergestellt werden. Bei diesem Verfahren wird eine Masse aus Getreidegrieß gekocht, der unter Druck durch einen Extruder gepresst wird. Die Extrudate werden dann häufig Extrudierte Zerealien genannt.

Cornflakes[Bearbeiten]

Cornflakes bestehen aus gekochtem, gewalztem und anschließend getrocknetem Mais. Sie sind häufig mit Zucker überzogen, beispielsweise Frosties. Neben Geschmacksgründen bleiben sie dadurch in der Milch länger knusprig.

Extrudate[Bearbeiten]

Gepuffte Flocken bzw. Zerealien[Bearbeiten]

  • Puffreis: Beispiel Krispies
  • Amarant: Gepuffter Amarant ist namensgebender Bestandteil vieler Amaranth-Müslis, deren Hauptbestandteil Haferflocken sind.
  • Quinoa
  • Weizen: Beispiel Smacks, Wheats

Geschredderte Flocken bzw. Zerealien[Bearbeiten]

Weitere Zutaten[Bearbeiten]

Neben Getreide enthalten viele Produkte Zucker oder Glukosesirup (einige bis zu 50 %) , Kakao, außerdem Lebensmittelzusatzstoffe, wie Vitamine, Lebensmittelfarbstoffe, Aromen. Müslis enthalten zusätzlich Trockenobst und Nüsse.[1]

Kritik[Bearbeiten]

Viele der Produkte sind in hohem Maße industriell verarbeitete Fertiggerichte. Spezielle Kritikpunkte an manchen Produkten sind:

  • Hoher Zuckergehalt[2] – Neben dem Geschmack trägt die Zuckerbeschichtung dazu bei, dass die Flocken in der Milch länger knusprig bleiben und langsamer durchweichen
  • Das häufig verwendete Zimtaroma enthielt teilweise hohe Cumarinwerte[3]
  • Demgegenüber wird in der Werbung und auf Verpackungen häufig der gesundheitliche Nutzen durch Milch, Getreide und Vitamine hervorgehoben, während die Ampelkennzeichnung vielfach rot wäre[4]

Die Stiftung Warentest kam im Jahr 2008 bei einem Test von Frühstückszerealien zu dem Schluss, keines eigne sich als gesunder Start in den Tag: „Fast alle gehören mit ihrem hohen Zuckergehalt ins Süßigkeitenregal, nicht in die Müsliabteilung.“ Die Nährwertangaben seien in vielen Fällen beschönigend, weil sie den Eindruck vermittelten, der Zuckeranteil sei gar nicht so hoch, wie er tatsächlich ist. Diese Kritik beziehe sich nicht nur auf Produkte aus Deutschland; der Zuckeranteil sei weltweit zu hoch. Außerdem wurde kritisiert, dass die Produkte kaum Vollkorn und nur wenig Ballaststoffe enthielten. 27 von 30 Produkten im Test seien mit Vitaminen künstlich angereichert gewesen, was für Kinder sogar schädlich sein könne. Auch die Anreicherung mit Kalzium sei unnötig, denn die Produkte werden zumeist mit Milch verzehrt. Nur eines von 30 Produkten erreichte daher bei der ernährungsphysiologischen Qualität das Prädikat befriedigend, die übrigen waren nur ausreichend und mangelhaft. Deshalb kam die Stiftung Warentest damals zu dem Rat: „Als tägliches Frühstück für Kinder sind diese Zerealien nicht zu empfehlen.“[1]

Hersteller[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Breakfast cereals – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Stiftung Warentest (Hrsg.): Zu viel Zucker. In: test-Spezial Kinder. 2008. S. 31–35. passim. Abgerufen am 17. März 2014.
  2. a b Stiftung Warentest: Cerealien für Kinder: Als Frühstück viel zu süß. Pressemitteilung. 25. September 2008. Abgerufen am 17. März 2014.
  3. Untersuchung von zimthaltigen Lebensmitteln abgeschlossen. 2008. Abgerufen am 15. August 2013.
  4. Foodwatch: Smacks, Du darfst & Co: Gute Gründe für die Ampel. Abgerufen am 15. August 2013.