François-Marie Banier

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François-Marie Banier (* 27. Juni 1947 in Paris) ist ein französischer Schriftsteller, Fotograf und Filmschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

François-Marie Banier wurde 1947 in Paris geboren. Sein Vater war aus Ungarn immigriert und Banker, seine Mutter stammte aus Italien.[1] Er wuchs im 16. Arrondissement (Paris) auf. Mit 17 Jahren brach er das Gymnasium an der Lycée Janson de Sailly ohne Abitur ab und mit 20 Jahren zog er aus dem Elternhaus aus.[1]In seinem autobiographischen Roman Balthazar, Sohn aus gutem Hause, der 1985 erschien, schildert Banier seine schwierige Kindheit.[2]

1969 veröffentlichte er Les Résidences secondaires, einen kurzen Roman über eine Männerfreundschaft. Das Werk wurde gelobt und machte ihn in der französischen Literatur- und Prominentenszene bekannt. Dazu trug bei, dass er bereits seit 1964 die Freundschaft des Kunstmalers Salvador Dali genoss, ab 1967 Mediensprecher des Modeschöpfers Pierre Cardin war und der Schriftsteller Louis Aragon von ihm schwärmte.[3] 1971 folgte Le Passé composé, ein Roman über ein halbwüchsiges Geschwisterpaar.

Zahlreiche Prominente ließen sich vom Jetsetter Banier fotografieren. Dazu gehörten unter anderen Isabelle Adjani, Samuel Beckett, Johnny Depp, Vladimir Horowitz, Silvana Mangano, Joyce Carol Oates, Caroline von Monaco, Sophie Marceau, Natalia Vodianova. Er konnte mehrere Fotobücher publizieren. Ein Karrierehöhepunkt als Fotograf war für ihn eine 1991 vom französischen Präsidenten François Mitterrand unterstützte Ausstellung seiner Werke im Centre Pompidou in Paris.

1969 traf Banier zum ersten Mal die 25 Jahre ältere Liliane Bettencourt, Haupt-Anteilseignerin am französischen Kosmetikkonzern L’Oréal.[4] 1987 später machte er für das Fotojournal Égoïste eine Aufnahmeserie von ihr und danach intensivierte sich ihre Beziehung. Im Dezember 2008 wurde bekannt, dass sie ihm zwischen 2001 und 2007 knapp eine Milliarde Euro in Form von Gemälden, Immobilien, Schecks und Lebensversicherungen geschenkt hatte.[5] Bettencourt hatte ihn ursprünglich auch zum Erben eingesetzt, doch machte sie dies im September 2010 wieder rückgängig.[6]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • Les Résidences secondaires.Grasset, 1969.
  • Le Passé composé. Grasset, 1971.
  • La Tête la première. Grasset, 1972.
  • Balthazar, fils de famille. Gallimard, 1985.
    • Balthazar, Sohn aus gutem Hause. Aus dem Franz. von Tobias Scheffel und Claudia Steinitz, 2009, ISBN 978-3-86521-968-8.
  • Sur un air de fête. Gallimard, 1990.
  • Les Femmes du métro Pompe. Gallimard, 2006.
  • Johnny Dasolo. Gallimard, 2008

Fotobücher[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIsabelle Imhof: Künstler, Lebemann und Frauenliebling. Wer ist François-Marie Banier? NZZ, 23. Juli 2010, abgerufen am 30. September 2013.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIngeborg Harms: Ein Sohn aus gutem Hause. FAZ, 18. Juli 2010, abgerufen am 10. Dezember 2013.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGequetschte Zitrone. DER SPIEGEL, 2. August 1971, abgerufen am 30. September 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChristophe Barbier: François-Marie Banier: "La générosité de Liliane Bettencourt est voulue, décidée, calculée". lexpress.fr, 13. Juli 2010, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMilliardengeschenk der L'Oreal-Erbin: Weil er es ihr wert ist. SpiegelOnline, 15. Dezember 2008, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStefan Ulrich: Razzia bei der Milliardärin. Süddeutsche Zeitung, 2. September 2010, abgerufen am 2. Oktober 2013.