François Barbé-Marbois

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François Marquis de Barbé-Marbois (Gemälde von Jean François Boisselat)

François Marquis de Barbé-Marbois (* 31. Januar 1745 in Metz; † 12. Februar 1837 in Paris) war ein französischer Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Er war ab 1769 noch unter dem Ancien Régime bei Gesandtschaften an verschiedenen deutschen Höfen tätig. Zu diesen zählte im Jahre 1778 der kurbayerische Hof in München, wo er in jenem Frühjahr, als die Tauschverhandlungen zwischen Österreich und dem neuen Kurfürsten Karl Theodor in der entscheidenden Phase sich befanden, die Bemühungen des preußischen Gesandten Graf Johann Eustachius von Görtz - einem alten Bekannten - unterstützte. 1780 ging er als Konsul nach Amerika und wurde 1785 Generalintendant von Saint Domingue. Ende 1789 kehrte er nach Frankreich zurück und stellte seine Dienste der französischen Revolutionsregierung zur Verfügung. 1791 schickte man ihn zum Reichstag nach Regensburg, wo er den französischen Botschafter de Noailles unterstützen sollte. Nach seiner Rückkehr wurde er des Verrats verdächtigt und verhaftet, aber bald wieder freigelassen.

1795 wurde er Bürgermeister von Metz und später in den Rat der Ältesten (eine Kammer des Parlaments während des Direktoriums) gewählt. Seine gemäßigte Haltung, insbesondere gegen den Ausschluss von Adligen aus dem öffentlichen Leben, brachte ihn in Verdacht, ein Royalist zu sein, obwohl er eine Lobrede auf Napoleons Erfolg in Italien gehalten hatte.

Nach dem Staatsstreich des 18. Fructidor V (4. September 1797) wurde er verhaftet und nach Sinnamary (Französisch-Guayana) deportiert. 1799 kam er auf die Insel Oléron. Nach dem Staatsstreich des 18. Brumaire VIII (9. November 1799), durch den Napoleon an die Macht kam, verdankte er dem neuen Herrscher seine Freiheit. 1801 wurde er Staatsrat und Direktor der öffentlichen Finanzen und 1802 Senator. 1803 verhandelte er den Louisiana Purchase, durch den große Gebiete in Nordamerika an die Vereinigten Staaten verkauft wurden. Napoleon belohnte ihn dafür mit 152.000 Francs. 1805 wurde er Offizier der Ehrenlegion und Graf. Seine Karriere als Schatzminister endete 1806. 1808 wurde er Präsident des Rechnungshofes.

Als Dank für die Gefälligkeiten richtete er servile Komplimente an Napoleon. Trotzdem half er 1814 mit, die Abdankungsurkunde für den Kaiser aufzusetzen. Im Juni 1814 machte ihn Ludwig XVIII. zum Pair von Frankreich und bestätigte ihn in seinem Amt als Präsident des Rechnungshofes. Durch Napoleon während der Hundert Tage seiner Ämter beraubt, wurde er im August 1815 Justizminister in der Regierung des Duc de Richelieu. In diesem Amt versuchte er vergeblich, das Vertrauen der Ultra-Royalisten zu erhalten und trat nach neun Monaten am 10. Mai 1816 wieder zurück.

Als Louis Philippe mit der Julimonarchie 1830 die Regierung übernahm, machte ihm Barbé-Marbois als Präsident des Rechnungshofes seine Aufwartung und wurde im Amt bestätigt. Dies war die sechste Regierung, der er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt im April 1834 diente.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Lettres Et Réponses Écrites à Madame La Marquise De Pompadour : depuis MDCCLIII. jusqu'à MDCCLXII. inclusivement. (1772) (Ausgabe gefälschter Briefe der Madame de Pompadour)
  • Reflexions sur la colonie de Saint-Domingue (1794)
  • De la Guyane, etc. (1822)
  • Histoire de la Louisiane et la cession de cette colonie par la France aux Etats-Unis, etc. (1828)
  • Journal d’un deportée non jugée, 2 Bände (1834)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: François Barbé-Marbois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien