François Châtelet (Mathematiker)

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François Châtelet (* 11. September 1912[1]; † 19. April 1987[2]) war ein französischer Mathematiker, der sich mit diophantischer Geometrie, dem Schnittfeld von Zahlentheorie und algebraischer Geometrie, beschäftigte.

Er war der Sohn des Zahlentheoretikers Albert Châtelet. Er wurde1944 an der Faculté des Sciences in Paris promoviert (Variations sur un thème de Poincaré, Annales Ecole Normale Superieure, Band 61, 1944, S.249-300)[3] und war seit 1949 Professor an der Universität Besançon.

Châtelet befasste sich mit diophantischer Geometrie, insbesondere der Arithmetik von Severi-Brauer-Varietäten (höherdimensionalen Verallgemeinerungen von Kegelschnitten), die er in seiner Dissertation behandelte, von elliptischen Kurven und kubischen Flächen. Nach ihm und André Weil ist (durch John T. Tate 1958) die Weil–Châtelet Gruppe in der Theorie abelscher Varietäten (speziell elliptischer Kurven) benannt. Châtelet betrachtete sie 1946 am Spezialfall elliptischer Kurven[4] und Weil bei allgemeineren abelschen Varietäten (1955).

Châtelet war seit 1960 einer der Herausgeber von L´Enseignement Mathematique.

Er ist nicht mit dem gleichnamigen Philosophen François Châtelet (1925–1985) zu verwechseln.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Louis Colliot-Thélène Les grands thèmes de François Châtelet, L'Enseignement Mathématique. Serie 2, Band 34, 1988, S. 387–405

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geburtsdatum nach Turkevich, Turkevich Prominent Scientists of Central Europe, 1968
  2. Sterbedatum nach Colliot-Thélène, siehe Literatur
  3. Chatelet, Thesis, Online
  4. Châtelet "Méthode galoisienne et courbes de genre un", Annales de L'Université de Lyon, Sect. A., Band 9, 1946, S. 40–49