François Delecour

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François Delecour
Nation FrankreichFrankreich Frankreich
Rallye-Weltmeisterschaft (WRC)
Erste Rallye Rallye Monte Carlo 1984
Letzte Rallye Rallye Wales 2002
Beifahrer FrankreichFrankreich Dominique Savignoni
Team Mitsubishi-Ralliart
Fahrzeug Mitsubishi Lancer WRC
Rallyes Siege Podien WP
39 4 19 207
Punkte 324
Intercontinental Rally Challenge (IRC)
Erste Rallye Rallye Monte Carlo 2011
Beifahrer FrankreichFrankreich Dominique Savignoni
Team François Delecour
Fahrzeug Peugeot 207 S2000
Rallyes Siege Podien WP
1 0 0 1
Punkte 10

François Delecour (* 30. August 1962 in Hazebrouck) ist ein französischer Rallyefahrer.

Karriere[Bearbeiten]

Karrierebeginn als Privatfahrer[Bearbeiten]

François Delecour startete 1981 erstmals zu einer Rallye. In einem Talbot Samba Rallye bestritt er 1984 zum ersten Mal die Rallye Monte Carlo und gab damit sein Debüt in der Rallye-Weltmeisterschaft. In den folgenden Jahren nahm er in privaten Peugeot 205 GTI und Peugeot 309 GTI erneut an der Rallye Monte Carlo teil. Er startete in dieser Zeit regelmäßig in der französischen Rallye-Meisterschaft und erreichte nach dem vierten Rang 1989 im Jahr 1990 schließlich Meisterschaftsplatz drei. 1990 erzielte er bei der Rallye Monte Carlo auch seine ersten zwei Weltmeisterschaftspunkte.

Aufstieg in die Weltspitze bei Ford[Bearbeiten]

1991 wurde Delecour Werksfahrer bei Ford und kam ab dieser Saison in einem Ford Sierra RS Cosworth 4x4 zu mehreren Einsätzen in der Rallye-Weltmeisterschaft. Bereits beim Saisonauftakt in Monte Carlo erreichte er mit Platz drei seine erste Podiumsplatzierung. Ein weiterer dritter Platz folgte im Verlauf der Saison, die er auf dem siebten Platz in der Fahrerwertung abschloss. Ab der Saison 1992 wurde der Franzose Daniel Grataloup sein Stammbeifahrer, mit dem er anschließend über viele Jahre ein Team bildete. In der Fahrerwertung belegte er nach der Saison 1992 Platz sechs.

Zur Saison 1993 stieg Ford auf den neuen Ford Escort RS Cosworth um, sodass Delecour ein neues Arbeitsgerät erhielt. Die Saison entwickelte sich zu der erfolgreichsten seiner Karriere. Auf einen zweiten Platz in Monte Carlo folgte bei der Rallye Portugal sein erster Sieg und er führte anschließend die Gesamtwertung an. Zwar gewann Delecour in diesem Jahr mit der Rallye Korsika und der Rallye Katalonien noch zwei weitere Rallyes, doch musste er sich im Kampf um die Weltmeisterschaft dem Finnen Juha Kankkunen geschlagen geben. Als Favorit auf den Titel begann Delecour die Saison 1994. Zu Saisonbeginn gewann er zum ersten Mal die Rallye Monte Carlo. Auch bei der Rallye Portugal war er bis zu seinem Ausfall der schnellste Pilot. Allerdings wurde er einige Wochen später in einen Verkehrsunfall verwickelt. Infolgedessen musste er die halbe Saison pausieren, womit er seine Chancen auf den Titel verlor. Zur drittletzten Rallye gab er sein Comeback und belegte schließlich noch den achten Platz in der Fahrerwertung.

Nach seinem schweren Unfall konnte Delecour nicht mehr ganz an die Erfolge der letzten beiden Jahre anknüpfen. Die Saison 1995 beendete er mit zwei zweiten Plätzen als beste Ergebnisse auf dem vierten Meisterschaftsplatz. Dabei profitierte er auch von dem Wertungsausschluss von zwei Fahrern, die mehr Punkte gesammelt hatten.

Werksfahrer bei Peugeot[Bearbeiten]

Nach der Saison 1995 verließ Delecour Ford und fand 1996 bei Peugeot einen neuen Arbeitgeber. Mit dem Peugeot 306 Maxi war er nun vorwiegend wieder in der französischen Rallye-Meisterschaft unterwegs. In den Jahren 1996 und 1997 gewann er dort insgesamt drei Rallyes und schloss die Meisterschaft jeweils auf dem dritten Platz ab. Peugeot trat allerdings in der Rallye-Weltmeisterschaft nur zu einzelnen Läufen an, sodass Delecour nicht um vordere Platzierungen in der Gesamtwertung mitkämpfen konnte. In diesem Abschnitt seiner Karriere erzielte er als bestes Resultat in der Weltmeisterschaft einen zweiten Platz bei der Rallye Korsika 1998.

Die Rallye Monte Carlo bestritt Delecour 1999 zunächst mit einem privat eingesetzten Ford Escort WRC und beendete diese als Vierter. Peugeot brachte zur Rallye Korsika erstmals den neuen Peugeot 206 WRC an den Start, mit dem Delecour die restliche Saison absolvierte. Für Delecour wurde es inzwischen allmählich schwieriger, sich gegen seine starken Teamkollegen Gilles Panizzi und Marcus Grönholm zu behaupten. In der Saison 2000 stand er in deren Schatten. Delecour erreichte zwar bei vier Rallyes das Podium, Siege wurden jedoch durch technische Defekte und eine Stallorder verhindert. Während Grönholm die Weltmeisterschaft gewann, blieb für Delecour nur der sechste Platz übrig. Wegen Meinungsverschiedenheiten mit Panizzi und der Teamleitung, die ihn seiner Ansicht nach benachteiligte, verließ er Peugeot nach der Saison.

Rückkehr zu Ford und erfolgloses Karriereende[Bearbeiten]

François Delecour im Ford Focus WRC bei der Rallye Finnland 2001

Zur Saison 2001 kehrte Delecour zu Ford zurück, deren Werkseinsätze inzwischen vom Team M-Sport vorgenommen wurden. Delecour pilotierte nun einen Ford Focus WRC, der mit einer anderen Lackierung als die Fahrzeuge seiner Teamkollegen versehen war. Die Saison begann er mit einem dritten Platz bei der Rallye Monte Carlo. Dieser Erfolg blieb sein einziges Podiumsergebnis in der Saison, Punkte erzielte er jedoch weiterhin regelmäßig. Beim Saisonende belegte er den neunten Platz in der Fahrerwertung.

Nach nur einem Jahr bei Ford wechselte Delecour 2002 zu Mitsubishi. Deren neuer Mitsubishi Lancer WRC war allerdings nicht konkurrenzfähig und ermöglichte Delecour kein Resultat in den Punkterängen. Bei einem Unfall beim vorletzten Saisonlauf in Australien verletzte sich sein Beifahrer Daniel Grataloup so schwer, dass er nicht am Saisonfinale in Großbritannien teilnehmen konnte. Die Rallye Großbritannien bestritt daher Dominique Savignoni auf Delecours Beifahrersitz. Nach der Saison 2002 beendete er seine Karriere im internationalen Rallyesport vorläufig.

In den folgenden Jahren nahm er nur noch an einzelnen kleineren Rallyes teil. So fuhr er unter anderem 2007 mit einem Porsche 996 GT3 RS in der französischen Rallye-Meisterschaft.

Internationales Comeback in der IRC 2011[Bearbeiten]

Ende des Jahres 2010 kündigte Delecour im Alter von 48 Jahren sein Comeback zur Rallye Monte Carlo 2011 an, die zu dieser Zeit im Rahmen der Intercontinental Rally Challenge ausgetragen wurde.[1] Dabei steuerte er einen Peugeot 207 S2000 und sein Beifahrer war wieder Dominique Savignoni, mit dem er bereits 2002 die Rallye Großbritannien absolviert hatte. Delecour konnte auf Anhieb das Tempo seiner Konkurrenten mitgehen. Dank richtiger Reifenwahl gewann er eine verschneite Wertungsprüfung und lag zeitweilig auf dem zweiten Gesamtrang.[2] Die Rallye beendete er auf dem fünften Platz. Anschließend gab er bekannt, an weiteren Läufen der Intercontinental Rally Challenge teilnehmen zu wollen.[3]

Statistik[Bearbeiten]

WRC-Siege[Bearbeiten]

Nr. Saison Rallye Beifahrer Fahrzeug
1 1993 PortugalPortugal Rallye Portugal Daniel Grataloup Ford Escort RS Cosworth
2 FrankreichFrankreich Rallye Korsika Daniel Grataloup Ford Escort RS Cosworth
3 SpanienSpanien Rallye Katalonien Daniel Grataloup Ford Escort RS Cosworth
4 1994 MonacoMonaco Rallye Monte Carlo Daniel Grataloup Ford Escort RS Cosworth

WRC-Ergebnisse[Bearbeiten]

Saison Team Fahrzeug 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Punkte Pos.
1984 François Delecour Talbot Samba Rallye MON
67
SWE
 
POR
 
KEN
 
FRA
 
GRE
 
NZL
 
ARG
 
FIN
 
ITA
 
CIV
 
GBR
 
0
1985 François Delecour Peugeot 205 GTI MON
DNF
SWE
 
POR
 
KEN
 
FRA
 
GRE
 
NZL
 
ARG
 
FIN
 
CIV
 
ITA
 
GBR
 
0
1986 François Delecour Peugeot 205 GTI MON
DNF
SWE
 
POR
 
KEN
 
FRA
 
GRE
 
NZL
 
ARG
 
FIN
 
CIV
 
ITA
 
GBR
 
USA
 
0
1987 François Delecour Peugeot 205 GTI MON
20
SWE
 
POR
 
KEN
 
FRA
 
GRE
 
USA
 
NZL
 
ARG
 
FIN
 
CIV
 
ITA
 
GBR
 
0
1989 François Delecour Peugeot 309 GTI SWE
 
MON
 
POR
 
KEN
 
FRA
DNF
GRE
 
NZL
 
ARG
 
FIN
 
AUS
 
ITA
 
CIV
 
GBR
 
0
1990 Peugeot France Peugeot 309 GTI MON
9
POR
 
KEN
 
FRA
DNF
GRE
 
NZL
 
ARG
 
FIN
 
AUS
 
ITA
 
CIV
 
GBR
 
2 54
1991 Q8 Team Ford Ford Sierra RS Cosworth 4x4 MON
3
SWE
 
POR
DNF
KEN
 
FRA
DNF
GRE
DNF
NZL
 
ARG
 
FIN
 
AUS
 
ITA
4
CIV
 
ESP
3
GBR
6
40 7
1992 Ford Motor Co Ltd. Ford Sierra RS Cosworth 4x4 MON
4
SWE
 
POR
DNF
KEN
 
FRA
2
GRE
5
NZL
 
ARG
 
FIN
DNF
AUS
 
ITA
3
ESP
DNF
CIV
 
GBR
 
45 6
1993 Ford Motor Co Ltd. Ford Escort RS Cosworth MON
2
SWE
 
POR
1
KEN
 
FRA
1
GRE
DNF
ARG
 
NZL
2
FIN
 
AUS
3
ITA
DNF
ESP
1
GBR
4
112 2
1994 Ford Motor Co Ltd. Ford Escort RS Cosworth MON
1
POR
DNF
KEN
 
FRA
 
GRE
 
ARG
 
NZL
 
FIN
4
ITA
DNF
GBR
DNF
30 8
1995 R.A.S. Ford Ford Escort RS Cosworth MON
2
SWE
DNF
POR
DNF
FRA
2
NZL
6
AUS
DNF
ESP
4
GBR
DNF
46 4
1996 Ford Motor Co Ltd. Ford Escort RS Cosworth SWE
11
KEN
 
IDN
 
GRE
 
ARG
 
FIN
 
AUS
 
ITA
 
ESP
 
0
1997 Peugeot Sport Peugeot 306 Maxi MON
 
SWE
 
KEN
 
POR
 
ESP
DSQ
FRA
4
ARG
 
GRE
 
NZL
 
FIN
 
IDN
 
ITA
 
AUS
 
GBR
 
3 17
1998 Peugeot Sport Peugeot 306 Maxi MON
10
SWE
 
KEN
 
POR
 
ESP
8
FRA
2
ARG
 
GRE
 
NZL
 
FIN
 
ITA
DNF
AUS
 
GBR
 
6 10
1999 François Delecour Ford Escort RS Cosworth MON
4
SWE
 
KEN
 
POR
 
ESP
 
3 16
Peugeot Esso Peugeot 206 WRC FRA
DNF
ARG
 
GRE
DNF
NZL
 
FIN
9
CHN
 
ITA
DNF
AUS
DNF
GBR
DNF
2000 Peugeot Esso Sport Peugeot 206 WRC MON
DNF
SWE
7
KEN
 
POR
5
ESP
7
ARG
13
GRE
9
NZL
DNF
FIN
6
CYP
3
FRA
2
ITA
2
AUS
3
GBR
6
24 6
2001 Ford Motor Co Ltd. Ford Focus RS WRC MON
3
SWE
5
POR
5
ESP
6
ARG
7
CYP
DNF
GRE
5
KEN
4
FIN
DNF
NZL
12
ITA
6
FRA
10
AUS
DNF
GBR
 
15 9
2002 Marlboro Mitsubishi Ralliart Mitsubishi Lancer WRC MON
9
SWE
34
FRA
7
ESP
9
CYP
13
ARG
DNF
GRE
11
KEN
DNF
FIN
DNF
GER
9
ITA
10
NZL
9
AUS
DNF
GBR
DNF
0

IRC-Ergebnisse[Bearbeiten]

Saison Team Fahrzeug 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Punkte Pos.
2011 Enjolras Sport Peugeot 207 S2000 MON
5
CAN
 
COR
 
YAL
 
YPR
 
AZO
 
ZLI
 
MEC
 
SAN
 
SCO
 
CYP 10 17

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Monte Carlo: Delecour setzt auf einen Peugeot (Motorsport-Total.com am 7. Dezember 2010)
  2. Reifenpoker im Schnee: Bouffier führt die "Monte" an (Motorsport-Total.com am 20. Januar 2011)
  3. Spaß gehabt: Delecour plant weitere IRC-Einsätze (Motorsport-Total.com am 10. Februar 2011)